Diese Risiken drohen bei Facebook & Co. Detail - Computerwelt

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12.12.2010 PC-Welt*

Diese Risiken drohen bei Facebook & Co.

Die Nutzung von Social Communities wie Facebook, MySpace und Twitter macht Spaß, ist aber nicht ungefährlich. Wir zeigen, welche Fallstricke lauern und wie Sie sich schützen.

Soziale Netzwerke gibt es in verschiedenen Ausprägungen: Weltweit beliebte Gemeinschaften wie MySpace und vor allem Facebook, regional starke wie Orkut in Brasilien, VKontakte in Russland oder Mixi in Japan. Sowie spezialisierte Social Communities wie Xing oder LinkedIn, die für berufliche Zwecke genutzt werden. Und natürlich die auf Schüler und Studenten ausgerichteten Communities wie SchülerVZ und StudiVZ. Dazu kommen dann noch Nachrichtendienste wie allen voran Twitter. Die bei Facebook und Konsorten veröffentlichten Angaben zum Benutzer werden zudem nicht nur von Google, sondern auch von speziellen Personensuchmaschinen wie Yasni ausgewertet. Das bedeutet für den Internetnutzer: Viele Chancen und Möglichkeiten, aber auch viele Gefahren.

Kürzlich schreckte Facebook die Internet-Gemeinde mit der Nachricht auf, dass das Social Community-Portal ein umfassendes Postfach auf die Beine stellen will, das alle Arten von Nachrichten zentral zusammenfasst. Alle rund 500 Millionen Facebook-Nutzern erhalten künftig eine @Facebook.com-Mail-Adresse. In dieses "Unified Messaging System" fließen alle eingehenden Mails, SMS-Nachrichten, Chat- und Facebook-Nachrichten ein.

Vom Googlemail-Killer war da schnell die Rede. Man kann dieses Super-Postfach aber durchaus auch als Privatsphären- und Datenschutz-Killer bezeichnen. Wer tatsächlich den kommenden Maildienst von Facebook als zentrales Postfach nutzen will, liefert alle seine Daten Facebook zur Auswertung frei Haus. Und darf sich über dementsprechend zugeschnittene Werbung nicht wundern. Doch bereits jetzt stellt Facebook auch ohne Facebook-Mail durchaus ein Risiko dar, zumindest wenn man seine Daten allzu leichtfertig veröffentlicht oder fragwürdige Zusatzangebote wie Facebook Orte einsetzt.

FACEBOOK ORTE BÄNDIGEN Der vergleichsweise junge Dienst Facebook Orte kann zwar durchaus seine Vorteile haben. Sind Sie in der Stadt unterwegs, können Ihre Freunde sehen, wo Sie sich gerade aufhalten: Wenn Sie in einen Ort "eingecheckt" haben, erscheint der Vorgang als Statusmeldung auf Ihrer Facebook-Pinnwand - ein Treffen wird möglich. Umgekehrt sehen Sie, wo Ihre Freunde sind. Doch wollen Sie wirklich, dass immer alle Facebook-Nutzer oder zumindest Ihre "Freunde" tagesaktuell wissen, wo Sie sich gerade aufhalten? Denken Sie daran, dass die Kategorie Freunde zunächst einmal alle Personen einschließt, die mit Ihnen über Facebook verbunden sind. Also auch Menschen, die Sie im "normalen" Leben nie als Freunde bezeichnen würden. Vielleicht also auch Ihren Chef, bei dem Sie sich kurz zuvor krank gemeldet haben und der nun dank Facebook Orte sieht, dass Sie gerade in Ihrem Stamm-Café sitzen?

Deshalb ist es wichtig, dass Sie Facebook Orte so einstellen, dass Ihre Privatsphäre gewahrt bleibt. Legen Sie unter „Facebook, Konto, Privatsphären-Einstellungen“ bei "Orte, die ich besuche" explizit fest, welche Personen Ihren Standort sehen sollen. Standardmäßig ist "Orte" nach der Aktivierung "nur für Freunde" freigeschaltet. Wenn Sie ganz auf Nummer sicher gehen wollen, wählen Sie "Nur ich" aus. In diesem Fall sollten Sie "Mich im ´Personen, die jetzt hier sind´-Abschnitt anzeigen nachdem ich angegeben habe, wo ich mich befinde" nicht aktivieren – diese Auswahlbox befindet sich direkt unter „Orte, die ich besuche“.

Damit haben Sie Facebook Orte im Griff. Doch wenn Sie sich schon mal in den Privatsphären-Einstellungen befinden, sollten Sie hier Ihr Profil Punkt für Punkt absichern. Gehen Sie alle Optionen durch und stellen Sie alles so restriktiv ein, wie Sie es benötigen. Und behalten Sie immer im Kopf: Ihre Facebook-Freunde sind nicht Ihre tatsächlichen Freunde!

Der Facebook-eigene Lokalisierungsdienst Facebook Orte entspricht vom Zweck her den schon länger etablierten Lokalisierungsdiensten Foursquare oder Gowalla. Für Foursquare und Gowalla gilt unter den Gesichtspunkten Datenschutz und Wahrung der Privatsphäre das Gleiche wie für Facebook Orte: Stellen Sie alles so restriktiv ein wie möglich oder verzichten Sie ganz darauf.

PRIVATSPHÄREN- UND DATENSCHUTZ, SPAM-ABWEHR Beim Thema Privatsphären- beziehungsweise Datenschutz muss man zwischen zwei Gefahrenpotenzialen unterscheiden. Einerseits können Ihre Daten von Betrügern, Hackern oder im schlimmsten Fall sogar von ganz realen Verbrechern ausgenutzt werden. Für letzteres eignete sich beispielsweise die Sicherheitslücke in SchülerVZ, die vor einiger Zeit bekannt wurde. Sie konnte damals von Päderasten ausgenutzt werden, um potenzielle Opfer auf dem Schüler-Portal auszuspähen. Ihre Profildaten wiederum können zum Identitäts-Diebstahl benutzt werden: Dann benutzen Betrüger Ihre Daten um in Ihrem Namen beispielsweise Bestellungen im Internet zu tätigen.

Das andere Gefahrenprofil: Arbeitgeber können sich beim Besuch Ihrer Profilseiten ein Bild von Ihnen machen. Je nachdem, welche Daten und vor allem Fotos Sie von sich veröffentlichen, kann dieses Bild recht negativ ausfallen. Die fast schon klassischen Party-Fotos mit Betrunkenen sind hier nur ein Aspekt. Mindestens ebenso unvorteilhaft ist es aber, wenn Sie sich auf Ihrer Facebook-Seite über religiöse Themen lustig machen, sich aber gleichzeitig bei einem Unternehmen um einen Job bewerben, dessen Träger die Kirche ist….

Informations-Flut alias Pinnwand-Spam eindämmen Ihre Facebook-Pinnwand platzt aus allen Nähten? Dann wird es Zeit, dass Sie aufräumen. Blenden Sie doch einfach alle Nervensägen aus, deren Nachrichten Sie nicht mehr lesen wollen. Gehen Sie dazu auf einen Beitrag der Person, deren Pinnwandeinträge Sie dauerhaft verbannen wollen. Jetzt blendet Facebook am rechten Rand des Beitrags ein Kreuz für "entfernen" ein. Klicken Sie darauf, wählen Sie die gewünschte Option (zum Beispiel alle Beiträge dieses Autors verbergen oder nur diesen konkreten) und Sie haben wieder mehr Ruhe. Damit Spammer nicht allzu leichtes Spiel in Facebook haben, baute Facebook für bestimmte Fälle ein Captcha ein, das man lösen muss, bevor man eine Nachricht absenden kann. Das ist beispielsweise der Fall, wenn man viele Nachrichten zeitlich eng aufeinanderfolgend abschickt oder URLs postet, die unter Spam-Verdacht stehen.

In den Beiträgen auf Ihrer Pinnwand werden Sie regelmäßig Links zu Websites finden. Doch woher wissen Sie, ob der Link, den Ihr "Freund" soeben auf Ihre Pinnwand gesetzt hat, nicht auf eine Malware-verseuchte Website führt? Sicherheit gibt hier ein Linkchecker wie Norton Safeweb for Facebook. Das Gratis-Addon für Facebook zeigt dem Facebook-Nutzer an, ob die geposteten Links eventuell Schadcode enthalten. Die Gefährlichkeit signalisiert Safeweb über ein Ampel-ähnliches System. Falls Sie diese Link- und Webseiten-Überprüfung auch außerhalb von Facebook verwenden wollen, dann sollten Sie sich das ebenfalls kostenlose Norton Safe Web Lite anschauen.

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