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12.10.2010 Hermann Apfelböck*

Ihr 6-Punkte-Plan gegen Datenschnüffler

Windows & Co. blasen ungefragt Infos ins Internet. Auch neugierigen Kollegen und PC-Mitbenutzern verraten sie einiges über Ihren Computer-Alltag. Folgen Sie diesem Ratgeber, um unnötige Benutzerspuren zu vermeiden.

Die Software-Firewall ist aktiv und Ihr Funknetzwerk verschlüsselt, Antiviren- und zusätzliche Sicherheitsprogramme sind installiert. Gut so! Dann ist Ihr PC schon mal vor Spionage-Angriffen aus dem Internet geschützt. Wie sieht es jedoch mit Maßnahmen gegen indiskrete Internetdienste, mitteilsame Programme und neugierige PC-Mitbenutzer aus? Gegen die hilft Sicherheits-Software nur bedingt. Lesen Sie hier, wie Sie notorischen Datensammlern das Handwerk legen, Ihre Privatsphäre gegenüber Schnüfflern oder peinlichen Zufallspannen schützen und sorgsam mit Ihren gespeicherten Daten umgehen.

SOFTWARE-MELDUNGEN INS INTERNET VERMEIDEN Microsoft und Google stehen schnell in der Kritik, wenn ihre Software zu viele Infos zu ihren Internetservern schickt. Google verzichtet bei seinem Internet-Browser Chrome mittlerweile darauf, eine eindeutige Identifikationsnummer zu senden. Allerdings hat der Internetriese noch eine Reihe von Datensammlern im Sortiment.

Microsofts Windows-Aktivierung ist unter dem Schnüffelgesichtspunkt harmlos, ebenso das monatliche Windows-Update an sich. Rückschlüsse auf eine individuelle Person sind jedoch möglich, wenn der Windows-Benutzer neben der obligatorischen Aktivierung auch die optionale Registrierung vorgenommen oder wenn er einen Microsoft-Newsletter abonniert hat.

Windows und zahlreiche Programme wie Microsoft Office oder Google Desktop schicken Fehler- oder Problemberichte an die Hersteller. Deren Ziel: Die Software soll durch Behebung der so gemeldeten Probleme verbessert werden. In den meisten Fällen ist dieser Datenversand standardmäßig aktiviert, allerdings können Sie ihn praktisch überall nachträglich abschalten.

Bei allen nachfolgend genannten Programmen handelt es sich nicht um Spionage-Software im engeren Sinn. Die jeweils geltenden Datenschutzbestimmungen können Sie jederzeit einsehen. Trotzdem bleiben Sie anonymer, wenn Sie verschiedenen Windows-Komponenten einen Maulkorb verpassen.

Windows XP: Nach Rechtsklick auf das "Arbeitsplatz"-Symbol gehen Sie auf "Eigenschaften" und dann auf die Registerkarte "Erweitert". Rechts unten finden Sie die "Fehlerberichterstattung" und wählen "Fehlerberichterstattung deaktivieren".

Windows Vista: Klicken Sie auf das Windows-Symbol und dann auf "Systemsteuerung, System und Wartung, Problemberichte und -lösungen". Im entsprechenden Fenster führt Sie ein Klick unten links auf "Einstellungen für das Programm zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit" zu einem optionalen Sendebericht, mit dem Sie Microsoft bei der Windows-Entwicklung unterstützen können. Kontrollieren Sie, ob die Teilnahme aktiviert ist, und schalten Sie sie gegebenenfalls aus.

Wenn Sie im Fenster "Problemberichte und -lösungen" auf "Einstellungen ändern" klicken, kommen Sie unter "Erweiterte Einstellungen" zur "Problemberichterstattung". Diese ist standardmäßig aktiv, kann hier aber für alle PC-Benutzer oder nur für das aktive Benutzerkonto abgeschaltet werden.

Windows 7: Drücken Sie gleichzeitig die Windows-Taste und die Taste R. In das daraufhin erscheinende "Ausführen"-Fenster tippen Sie services.msc und bestätigen mit "OK". Im folgenden Fenster suchen Sie den "Windows-Fehlerberichterstattungsdienst". Nach Doppelklick auf diesen Eintrag setzen Sie den Starttyp auf "deaktiviert" und bestätigen dies mit "OK".

Windows Media Player: Microsofts Musik- und Filmabspielprogramm sendet eine eindeutige Identifikationsnummer, dies allerdings nicht mehr standardmäßig, sondern nur dann, wenn die Option "Eindeutige Player-ID … senden" aktiviert ist. Prüfen Sie dies unter "Extras, Optionen, Datenschutz" nach. Problematisch ist ferner die Option "Musikdateien durch Medieninfoabruf aus dem Internet aktualisieren" im selben Konfigurationsfenster. Keine Informationen gelangen nach außen und umgekehrt vom Internet nach innen, wenn Sie auf der Registerkarte "Datenschutz" des Media Players alle Optionen ausschalten.

Microsoft Office 2003 und Office 2007/2010: In der älteren Office-Version finden Sie im Hilfemenü "?" den Eintrag "Kundenfeedbackoptionen". Hier treffen Sie auf das "Programm zur Verbesserung der Kundenfreundlichkeit". Je nachdem, was hier eingestellt ist, schicken Sie Nutzungsdaten an Microsoft oder nicht.

In MS Office 2007/2010 aktivieren oder deaktivieren Sie die betreffende Einstellung unter "Datei, Optionen, Sicherheitscenter, Einstellungen für das Sicherheitscenter, Datenschutzoptionen". Hier finden Sie noch eine Reihe weiterer Sendeoptionen, die standardmäßig aktiv sind und sich abschalten lassen.

Google Chrome: Der Internet-Browser sendet optional Fehlerberichte und Nutzungsdaten an Google. Den Versand deaktivieren Sie über das Schraubenschlüsselsymbol unter "Optionen, Details, Datenschutz": "Helfen Sie, Google Chrome zu verbessern".

Google Desktop: Das Suchprogramm sendet bei der Installation eine eindeutige Nummer, zudem im Betrieb Fehlerberichte und anonymisierte Nutzungsdaten. Ob dieser abschaltbare Datenversand auf Ihrem PC aktiviert ist, kontrollieren Sie unter "Optionen, Sonstiges".

DATEN IM BENUTZERPROFIL ABSICHERN Windows und die installierte Software hinterlassen massenhaft Protokolldaten auf der Festplatte. Dadurch sind entlarvende Peinlichkeiten und Datendiebstahl möglich, wenn weitere Personen an dem PC arbeiten, etwa bei Mehrbenutzer-PCs, verliehenen Notebooks oder ungeschützten Büro-PCs.

Alle Ordner außer "Benutzer" oder "Dokumente und Einstellungen" geben für gezielte oder zufällige Schnüffeleien wenig Interessantes her. Die Benutzerspuren sammeln sich vielmehr bei Windows 7/Vista im Verzeichnis "Appdata" des jeweiligen Benutzerkontos - also etwa unter "C:BenutzerHansAppdata". Bei Windows XP sind es die zwei Ordner "Lokale Einstellungen" und "Anwendungsdaten" - also etwa "C:Dokumente und EinstellungenHansLokale Einstellungen".

Unter der Voraussetzung, dass Sie das einzige Konto mit Administrator-Rechten benutzen, brauchen Sie nur zu veranlassen, dass Mitbenutzer unter einem anderen Konto mit eingeschränkten Rechten arbeiten. Legen Sie, selbst wenn Sie etwa ein Notebook nur kurz verleihen, unter "Windows-/Start-Symbol, Systemsteuerung, Benutzerkonten" ein weiteres Konto vom Typ "Standardbenutzer" an (XP: "Eingeschränkt"). Standardbenutzer haben keinen Zugriff auf andere Konten.

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