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27.01.2011 Edmund E. Lindau

Stuxnet ante portas

Aktion und Reaktion: In den Industrienationen wächst die Angst vor einem Cyberwar-Angriff.

Aktuelle Bedrohungen wie Stuxnet und die Enthüllungen von Wikileaks waren 2010 zwei der großen IT-Security-Themen. Für das Jahr 2010 geht der „Superagent-Award“ ohne Zweifel an den Stuxnet.A-Wurm. Müsste man einen Soundtrack für diesen Wurm finden, könnte man sich etwas in der Art von „Mission Impossible“ oder „The Saint“ vorstellen. Er ist der erste bekannte Wurm, der SCADA-Systeme befällt. Stuxnet kann in industrielle Systeme und sogar, wie mittlerweile erwiesen, in nukleare Einrichtungen eingreifen und diese neu programmieren. Für viele Sicherheitsexperten gilt der Stuxnet-Wurm als Prototyp einer verheerenden Cyberwaffe. Ganz wie in einem Hollywood-Film.

Nach Analyse des Programms waren Computerexperten nach relativ kurzer Zeit sicher, dass das Ziel das iranische Atomprogramm war weil er nur auf der Suche nach einer bestimmten Konfiguration von Siemens-Industrieanlagen war. Daraus und wegen der ausgefeilten Viren-Architektur ergab sich, der Auftraggeber einer oder mehrere Staaten gewesen sein mußten. Frank Rieger vom Chaos Computer Club sah damit den Cyber-War begonnen: „Der digitale Erstschlag ist erfolgt.“

Und damit einer der Gründe, warum Darryl Plummer, Analyst bei Gartner, bis spätestens 2015 als Reaktion auf vergangene Ereignisse mit einem ernst zu nehmenden Gegenangriff auf die IT-Infrastruktur einer G20-Nation erwartet. Dabei werde sich, so Plummer, ein Angriff auf Systeme konzentrieren, bei denen er den größtmöglichen Schaden verspräche: auf Finanzwesen oder Börsenmärkte, auf große Fabrikationsanlagen - zum Beispiel auf die Kontrollsystem der Chemie-, Nuklear- oder Energie-Unternehmen - oder auf mobile Kommunikationssysteme.

Die Auswirkungen eines solchen Angriffs seien vergleichbar mit den Anschlägen des 11. September 2001 in den USA, so der Gartner-Analyst. Die Folgen seien bis heute zu spüren. Zu den direkten Effekten könnten sogar Regierungskrisen und -wechsel in dem betroffenen Land gehören. Auch Michael Chertoff, früherer US-Heimatschutzminister, warnte auf der letzten RSA-Security-Konferenz in London vor einem zukünftigen Cyberwar. Weltweit hätten rund 100 Staaten die technischen Möglichkeiten, andere Nationen per Internet anzugreifen oder auszuspionieren. Offizielle Stellen bekämen nicht immer die notwendige Hilfe, wenn sie Angriffe aus Russland, Weißrussland oder Moldawien verfolgen wollten. Der Stuxnet-Wurm hätte der Öffentlichkeit gezeigt, dass wir bereits heute einen Cyberkrieg haben könnten. Die Sicherheitslage würde dadurch immer unübersichtlicher, wenn auch Regierungen die Werkzeuge der Hacker für Cyberkriege nutzen. Und scheinbar sind es auch manchmal dieselben „bad guys“, die auch für die „good guys“ wie behördliche Stellen arbeiten oder indirekt für Unternehmen, die auch oft Interesse an den Daten ihrer Wettbewerber oder Feinde haben. Dazu kommt, dass staatliche Stellen nach den Terroranschlägen des 11. September in New York aus angeblichen Sicherheitserwägungen heraus kontrollieren, filtern und aufzeichnen.

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