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23.02.2009 Rudolf Felser

Wirtschaftskrise steigert Sicherheitsrisiken

Die Wirtschaftkrise erhöht die Sicherheitsrisiken in großen Finanzinstituten durch eine beunruhigte Belegschaft und eine unsichere Finanzsituation.

Die globale Krise am Finanzmarkt zieht laut einer Studie ein Ansteigen der Risiken im Bereich der Informationssicherheit mit sich. Im Rahmen einer Umfrage von Deloitte Global Financial Services Industry (GFSI) gaben 86 Prozent der Befragten Angriffe der eigenen Mitarbeiter als größtes Risikopotential an. Begründen lassen sich diese Angriffe sowohl durch menschliches Fehlverhalten als auch durch Verunsicherung und Demotivation. Mitarbeiter sind den Ergebnissen zufolge also einerseits das wichtigste Kapital eines Unternehmens, aber gleichzeitig die risikoreichste Schwachstelle im System. Diese Tatsache tritt vor allem in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, in denen Angestellte um ihre Jobs fürchten und unter erhöhtem Druck stehen, in den Vordergrund. Zusätzliche Belastungen begünstigen das Fehlverhalten.

RISIKEN DURCH SOCIAL NETWORKS UND USB-STICKS Mehr als die Hälfte der befragten Finanzinstitute beschränken den Zugang zu Social Networks und Instant Messaging (53 Prozent bzw. 58 Prozent), jedoch nicht die Verwendung von mobilen Datenverarbeitungsgeräten. USB-Sticks oder Datenkarten sind bei 90 Prozent der Unternehmen gestattet. Diese tragen zweifelsohne zur Erhöhung der Produktivität bei, auf der anderen Seite sind unerlaubte Downloads und die Speicherung vertraulicher Daten auf diesem ungeschützten Medium möglich – eine ideale Voraussetzung für Datenverlust oder Missbrauch von Daten. Diese Tatsache ließen Datenschutz und Informationsverlust zu den Top Security Themen für Finanzinstitute aufstiegen, dicht gefolgt vom Zugangs- und Identitätsmanagement.

Im Jahr 2008 verzeichneten Finanzinstitute einen Rückgang bei externen (47 Prozent vs. 65 Prozent im Vorjahr) und internen (27 Prozent vs. 30 Prozent im Vorjahr) Security-Verletzungen.

Für Finanzinstitute haben Datenschutzbestimmungen den größten Einfluss auf den Schutz vertraulicher Kundeninformationen (79 Prozent). An zweiter Stelle rangiert der potentielle Imageverlust des Unternehmens und der Marken (70 Prozent).

"Solange die Finanzkrise andauert, werden Unternehmen versuchen, Kosten zu sparen, indem sie IT-Budgets beschränken und weniger Geld für Security Infrastruktur ausgeben", sagt Martin Novak, Manager im Bereich Security & Privacy Services bei Deloitte. "So verlockend das auch sein mag, es ist jetzt nicht die Zeit, um Kosten für Sicherheitsmaßnahmen zu kürzen. Wenn die Maßnahmen eingeschränkt werden, werden Menschen diese Schwächen ausnutzen, die durch Kostenkürzungen entstehen. Finanzinstitute sollten heute mehr als je zuvor ihre Investitionen besser im Auge behalten und überwachen."(pi/rnf)

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