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11.03.2009 Edmund Lindau

Permanente und metergenaue Fehleranalyse von Glasfasernetzen in Echtzeit

Die zur Überwachung von Glasfasern verfügbaren optischen Verfahren waren bisher umständlich und teuer.

Die zur Überwachung von Glasfasern verfügbaren optischen Verfahren waren bisher nicht nur recht umständlich und teuer, sondern sind auch nur unter hohem Aufwand in gängige Management-Umgebungen integrierbar.

In dem Moment, in dem Daten das Rechenzentrum verlassen, lassen sie sich nicht mehr kontrollieren. Denn bisher gab es keine Möglichkeit, die Glasfaserleitungen eines Netzwerkanbieters umfassend zu überwachen. Darüber hinaus lassen sie keinen parallelen Datenverkehr während der Überwachung zu. Das Start-up Unternehmen FiSEC schafft mit seiner Monitoring-Lösung Argus jetzt Abhilfe. Argus lokalisiert Fehler metergenau in Echtzeit und erkennt, welcher Fehler vorliegt: Faserbeschädigungen, Alterserscheinungen oder Manipulationen zum Abhören des Datenverkehrs. Fehlerorte lassen sich über ein geografisches Informationssystem (GIS) in einer Karte darstellen – Schäden können kurzfristig behoben werden.

Bedient wird die Lösung über ein Web-Interface, das Probleme in Ampel-Symbolik meldet und einen Drilldown zur Ursache ermöglicht. Es kommen aber auch die Konsolen klassischer Netzmangement-Umgebungen wie etwa HP-Openview in Frage, die mit dem Simple Network Management Protocol (SNMP) arbeiten.

Ein patentiertes Verfahren ersetzt den optischen Abtaststrahl durch einen kontinuierlichen Fluss von Bitmustern, der auf einer von den Anwendungen nicht benötigten Frequenz ständig durch die Glasfaser patrouilliert. Diese Datenpakete stören den sonstigen Informationsfluss nicht. Da das Messsystem kontinuierlich mitläuft können die Daten permanent in vorhandene Netzmanagement-Lösungen einfließen. Dank Standard-Komponenten anstelle teuerer Dioden und spezieller Pulslaser kostet das System pro überwachter Leitung nur 5.000 Euro. Bei Stückzahlen von mehr als 200 Boxen fällt der Preis auf rund 1.000 Euro.

So werden IT-Abteilungen das fehlererkennungssystem vor allem zur Überwachung ihrer schnellen Glasfaserverbindungen für Backup und Recovery sowie Business Continuity installieren. Zu den potentiellen Kunden zählen Organisationen mit hohen Sicherheitsanforderungen wie etwa Sicherheitsorgane oder die Finanzbranche und generell Unternehmen mit umfangreichem Datenverkehr in Glasfasernetzen.

Für solche meist recht komplexen Topologien bietet FiSEC als neues Managementtool ein geografisches Informationssystem an, das vom einschlägigen Weltmarktführer Environmental Systems Research Institute (ESRI) aus Redlands, Kalifornien, stammt, und in Deutschland von ESRI Geoinformatik sowie in Österreich von Synergis vermarktet wird. So lässt sich das komplette interne und externe Glasfasernetz erfassen und bis hin von Leitungen im Querschnitt darstellen, was bei großen, verzweigten Glasfasernetzen besonders wichtig ist.

Zooms und intelligente Suchfunktionen erleichtern die Arbeit. Störungsstellen erscheinen auf dem elektronischen Leitungsplan rot blinkend und werden auf dem Bildschirm, dem Handy, dem Web-Browser oder der Konsole um alle wichtigen Daten wie Datum, Uhrzeit oder Ort ergänzt. So erfahren Wartungs- oder Reparaturteams sofort, wo genau sie eingreifen müssen.

Derzeit ist mit Argus die Länge der zu überwachenden Lichtwellenfaser auf 30 km (60 km bei Messung von beiden Seiten) beschränkt. An einer 80-km-Variante wird derzeit gearbeitet – sie wird voraussichtlich bei der nächsten Version 2.0 verfügbar sein.

Unterschätzt werden laut FiSEC-Gründer Thomas Hohendanner die Folgen ständig wachsender Anforderungen besonders bei alternden Fasern: »Wir sehen, dass die Glasfaser schon bei 10-Gigabit-Datenströmen zunehmend an Leistungsgrenzen stößt. Diese Situation wird sich bei Übertragungsgeschwindigkeiten von 40 oder 100 GBit und mehr noch verschärfen.«

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