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08.04.2009 Edmund E. Lindau

Sicherheitsrichtlinien greifen nicht

Eine Umfrage von Kroll Ontrack belegt die Gefahr durch Datenverlust aufgrund mangelnder Speicherdisziplin.

Die Verabschiedung verbindlicher unternehmensweiter Datenspeicherungs-Richtlinien, an welchem Ort Beschäftigte ihre Geschäftsdateien zu sichern haben, sollte heute eine Selbstverständlichkeit sein. Jedoch sind solche Regelungen offenbar nicht überall fixiert. Zudem halten viele Betroffene vereinbarte Grundsätze in der Realität nicht ein und setzen ihr Unternehmen so dem Risiko schwerwiegender Datenverluste aus. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage, die Kroll Ontrack jetzt vorgelegt hat. Demnach gaben nur 40 Prozent der befragten Fachkräfte an, dass ihr Unternehmen ihnen vorgibt, an welchem Ort Daten zu speichern sind. Gleichzeitig räumten 61 Prozent der Umfrageteilnehmer ein, Dateien überwiegend auf lokalen Festplatten und nicht im Firmennetzwerk zu sichern. Zu selten werden auch die Möglichkeiten ausgeschöpft, die mit dieser laxen Praxis verbundenen Gefahren durch Backups zu minimieren: 44 Prozent der Befragten berichteten, dass ihr bevorzugter Speicherort nicht gesichert wird. »Wer Dateien lediglich auf der lokalen Festplatte seines Arbeitsplatzrechners oder Laptops sichert, handelt zumeist im Widerspruch mit Datenspeicherungs-Richtlinien, da diese alle Mitarbeiter üblicherweise zur Verwendung von Netzwerk-Ordnern verpflichten. Mit der Anweisung zur Dokumentensicherung im Firmennetzwerk gewährleisten Unternehmen, dass die Daten der einzelnen Beschäftigten regelmäßig ein Backup erfahren, das den jeweiligen Compliance-Regeln entspricht.

So sinkt die Gefahr, dass entscheidende Dokumente verloren gehen können«, betont Edmund Hilt, Managing Director der Kroll Ontrack in Böblingen. »In der Praxis sieht es jedoch anders aus. Entsprechend groß ist das Risiko, dass wichtige Dokumente plötzlich nicht mehr auffindbar sind – seien es Projektpläne und Kalkulationsblätter oder sogar Kundendaten und Geschäftszahlen. Lokal gespeicherte Daten werden in der Regel nicht von einem zentralen Backup mit erfasst.«

Um Datenverlust vorzubeugen empfehlen die Spezialisten, verbindliche Datenspeicherungs-Richtlinien zu definieren und zu kommunizieren. Auch sollte darauf geachtet werden, dass der Aspekt der Datenrettung umfassend in übergeordneten Notfall- und Business-Continuity-Plänen berücksichtigt wird. Geboten sei dazu auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit einem Anbieter für Datenrettung, der bei allen denkbaren Datenverlusten in der Lage ist, umgehend zu reagieren und Abhilfe zu schaffen.

»Unsere aktuelle Umfrage macht deutlich, dass unternehmensweite Richtlinien zur Speicherung von Dateien für die überwiegende Mehrheit wichtiger Geschäftsdaten noch keinen wirksamen Schutz darstellen. Diese Erkenntnis läuft im Zusammenspiel mit der großen Zahl zuletzt verabschiedeter Gesetzesvorgaben zum Umgang mit Geschäftsinformationen darauf hinaus, dass Unternehmen gefordert sind, individuell auf Ebene der einzelnen Mitarbeiter auf Datenverluste reagieren zu können«, so Hilt abschließend.

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