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15.04.2009 Rudolf Felser

Malware wird per Hand verteilt

Rund 65 Prozent aller potenziellen Infektionen in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika sind auf den Weg über Wechselmedien zurückzuführen.

Symantec hat seinen aktuellen Internet Security Threat Report veröffentlicht. Die mittlerweile 14. Auflage des Sicherheitsberichts wertet die Ereignisse im Internet im Jahr 2008 aus und analysiert Angriffsmethoden, Bedrohungen und Schwachstellen. Demnach waren rund 65 Prozent aller potenziellen Infektionen in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) auf den fast schon traditionellen Weg über Wechselmedien zurückzuführen. Durch so genannte Shared Executable Files verbreitet sich Malware heimlich über portable Geräte wie USB-Sticks oder externe Festplatten, so wie es früher bei Disketten der Fall war. Die Anwender geben den Schadcode also manuell an andere weiter, wie in der "guten, alten Zeit".

2007 waren es noch 37 Prozent der Infektionen, die auf diesem Wege herbeigeführt wurden. Die Gründe für den starken Anstieg: Anwender nutzen mehr und mehr Wechselmedien und andere tragbare Geräte. Außerdem ist dieser Infektionspfad für Malware-Autoren interessant: Sie können bewährte Verbreitungsmechanismen, die früher für Floppy-Disketten entwickelt wurden, schnell und leicht an die modernen Wechselmedien anpassen.

VERTRAULICHE DATEN IM VISIER Vertrauliche Daten der Anwender wie Finanzinformationen bleiben die bevorzugte Beute der Kriminellen. 2008 zielten 78 Prozent der Malware-Aktivitäten in EMEA auf vertrauliche Nutzerdaten ab – ein Anstieg um vier Prozent im Vergleich zu 2007. Auch beim Phishing haben die Cybercrime-Organisationen ihre Aktivitäten weiter intensiviert. Symantec hat weltweit 55.389 Website-Hosts verzeichnet, auf denen im vergangenen Jahr illegale Phishing-Seiten platziert waren. Das ist ein Anstieg von 66 Prozent im Vergleich zu 2007. Damals wurden insgesamt 33.428 Hosts entdeckt.

In EMEA hat Deutschland mit neun Prozent der gehosteten Seiten seine Position als Spitzenreiter aus dem Vorjahr an Polen abgetreten. Dort wurden diesmal 18 Prozent der gefälschten Online-Banking-Seiten aufgespürt. 76 Prozent der Phishing-Versuche hatten Unternehmen aus dem Bereich der Finanzdienstleistungen im Visier. Wenig verwunderlich: Bei zwölf Prozent aller Datendiebstähle in 2008 dreht es sich um Kreditkarteninformationen.

WEBBASIERENDE ATTACKEN DOMINIEREN Der Report zeigt deutlich: Web-basierende Angriffe gehören nach wie vor zu den häufigsten Attacken im Internet. Die leichten Zugriffsmöglichkeiten auf Web-Applikationen und ihre allgegenwärtigen, leicht auszunutzenden Sicherheitsschwachstellen hätten zu dieser breiten Dominanz geführt, so Symantec in einer Aussendung. 63 Prozent aller in 2008 identifizierten Schwachstellen befanden sich in Web-Programmen (2007: 59 Prozent). Die meisten dieser Angriffe kommen aus den USA (38 Prozent), gefolgt von China (13 Prozent) und der Ukraine (12 Prozent). Im Ranking der ersten zehn sind allein sechs Länder aus der EMEA-Region zu finden. Dazu zählen Russland, Ukraine, Großbritannien, Frankreich, Lettland, und die Niederlande.

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