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09.07.2013 Rudolf Felser

Grenzkontrolle der Zukunft

Unter der Leitung des Austrian Institute of Technology wird im nationalen Sicherheitsforschungsprojekt "Future Border Control" ein sicheres, effizientes und zugleich benutzerfreundliches automatisiertes Grenzkontrollsystem für die Einreise am Flughafen Wien entwickelt.

Ein automatisiertes Grenzkontrollsystem soll die Einreise am Flughafen Wien beschleunigen.

Ein automatisiertes Grenzkontrollsystem soll die Einreise am Flughafen Wien beschleunigen.

© Benjamin Haas - Fotolia.com

Das stetig steigende weltweite Passagieraufkommen auf Flughäfen bringt neue Herausforderungen im Bereich der Grenz- und Sicherheitskontrollen mit sich. Für EU-Staatsangehörige, die aus einem Non-Schengen-Staat anreisen, ist der Zuwachs an Reisenden oft mit längeren Wartezeiten verbunden, denn sie müssen bei ihrer Einreise nach Österreich jedes Mal von der Grenzpolizei manuell kontrolliert werden. Um dieser Tatsache in Zukunft entsprechend begegnen zu können, wird im Rahmen des nationalen KIRAS-Sicherheitsforschungsprojekts "Future Border Control - FBC" ein automatisches Grenzkontrollsystem entwickelt. Dieses "eGate" soll zukünftig eine Erhöhung des Personendurchsatzes unter Gewährleistung höchster Sicherheit ermöglichen und die Grenzkontrollbeamten bei ihrer Arbeit unterstützend entlasten. "Durch diese Automatisierung soll in Zukunft der ganze Prozess rund um die Grenzabfertigung deutlich beschleunigt werden und somit für den Grenzbeamten mehr Zeit für Aufgaben zur Erhöhung der Sicherheit zu Verfügung stehen", erklärt Andreas Kriechbaum, Projektmanager von FBC und Bildverarbeitungsspezialist am AIT Safety & Security Department.

In enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Inneres (BM.I) entwickeln Biometrieexperten und Systemintegrationsexperten von Atos, Hardware Sicherheitsexperten von Gunnebo, sowie Bildverarbeitungsexperten des AIT Austrian Institute of Technology (Safety & Security Department) ein automatisches Grenzkontrollsystem, das nun erstmals im Rahmen eines Pilotversuchs am Flughafen Wien im Echtbetrieb getestet wird. Die Grundlage des Projekts bildet eine Analyse von bereits bestehenden automatischen Grenzkontrollen in Europa. Der zentrale Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer optimalen Kombination modernster Sicherheitstechnologien wie z.B. Passlese- und -prüfverfahren, Sensoren zur Personenvereinzelung und neuester biometrischer Verifikationssysteme, um höchste Sicherheit am Einsatzort, mehr Komfort für Passagiere sowie eine bestmögliche Unterstützung für die Grenzpolizei zu erreichen. Im Projekt übernimmt das AIT neben der Projektkoordination auch die Gesamtevaluierung des entwickelten Systems, bestehend aus einer Personenvereinzelung für die Erkennung zurückgelassener Gegenstände und einem technischen Prozess rund um das Auslesen von Reisepassdaten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei neben der Geschwindigkeit vor allem auf der Erhöhung der Sicherheit durch spezielle Daten-Verschlüsselungsverfahren, um mögliche Manipulationen von vornherein auszuschließen.

"Die enge Zusammenarbeit von exzellenter Forschung mit internationalen Technologieunternehmen, Sicherheitsexperten der öffentlichen Hand sowie innovativen Bedarfsträgern, ermöglicht die Realisierung von modernsten Lösungen, die optimal auf die zukünftigen Anforderungen im Sicherheitskontext ausgelegt sind. Damit können wir international eine technische Vorreiterrolle einnehmen" so Helmut Leopold, Head of Safety & Security Department am AIT.

ECHTBETRIEB AM FLUGHAFEN
Im Rahmen der Entwicklung liegt ein zentraler Forschungsschwerpunkt vor allem auf der Einbeziehung rechtlicher, ethischer und sozialer Faktoren. So wurden Aspekte der Benutzerfreundlichkeit und Akzeptanz des neuen Kontrollsystems durch das Institut für empirische Sozialforschung (IFES) unter Einbeziehung von qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden untersucht. In Kombination mit einer detaillierten Bedarfsanalyse seitens des BM.I und des Flughafens Wien Schwechat (VIE) wurden alle Erkenntnisse in Form eines Prototyps zusammengeführt.

Im derzeit laufenden Praxistest am Flughafen Wien wird nun die Einsatzfähigkeit des eGate aus Sicht der Passagiere, der Sicherheitsbehörden sowie des Flughafens ermittelt. Dabei erwarten sich die Projektpartner Rückschlüsse in Hinsicht auf u.a. Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit biometrischer Überprüfungssysteme.

Die dabei zum Einsatz kommende und von Atos entwickelte Lösungsarchitektur nennt sich Homeland Security Suite (HSS)-eGate, deren Herzstück eine Verifizierungs- und Kontrollsoftware bildet. Die HSS-Produktlinie ist bereits in einigen europäischen Projekten erfolgreich im Einsatz, wie zum Beispiel beim E-Pass (Reisepass mit Chip) in der Schweiz oder in Grenzkontrollprojekten in Bulgarien. "Bei der Entwicklung der HSS-eGate wurde großer Wert auf die individuellen und kundenspezifischen Anforderungen gelegt. Denn gerade in diesem Bereich ist es wichtig eine Lösung einzusetzen, die nicht nur einfach handzuhaben und qualitativ hochwertig ist, sondern auch die Vielzahl an Sicherheitsanforderungen, die speziell bei automatisierten Grenzkontrollen eine große Rolle spielen, berücksichtigt," fasst Hanns-Thomas Kopf, CEO Atos Österreich, zusammen. So müssen bei der HSS-eGate Passagiere nicht mehr still halten und in die Kamera schauen, sondern können sich ganz natürlich bewegen und werden dennoch von der Gesichtserkennungssoftware erfasst. Ein ebenso wichtiger Aspekt ist die unkomplizierte Implementierung der Software in bereits bestehende IT-Infrastrukturen. Die Komponenten der HSS-Produktlinie sind daher so konzipiert, dass sie sich nahtlos in die Sicherheitsstrukturen und in etwaige Hintergrundsysteme (wie z.B. Fahndungslisten) integrieren lassen. (pi)

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