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04.09.2013 pte

Anonymous will Syrian Electronic Army enttarnen

Das Hackerkollektiv Anonymous hat sich laut eigenen Angaben seinen Weg in das Netzwerk der Syrian Electronic Army (SEA) gebahnt und Namen sowie Passwörter ihrer Mitglieder und vieles mehr abgegriffen.

Das Hackerkollektiv Anonymous hat sich laut eigenen Angaben seinen Weg in das Netzwerk der Syrian Electronic Army (SEA) gebahnt.

Das Hackerkollektiv Anonymous hat sich laut eigenen Angaben seinen Weg in das Netzwerk der Syrian Electronic Army (SEA) gebahnt.

© IDGNS

Dabei soll sich die Beute auf ein Datenvolumen von acht Gigabyte belaufen. Wie ZDNet berichtet, hat der Hacker BlackPlans im Interview mit TechWeekEurope bereits die Nicknames der führenden Köpfe der SEA bekannt gegeben. Es gehe um "The Shadow", "The Pro", "Syrian_34g13" und "vict0r". "Mich widert eine Gruppe an, deren Motivation so zynisch ist, dass sie einem Diktator hilft und versucht, das als Hacktivismus auszugeben", so das Anonymous-Mitglied über seine Beweggründe.

Doch BlackPlans will es nicht dabei belassen. Er zielt vielmehr darauf ab, auch die bürgerlichen Namen zu veröffentlichen. BlackPlans behauptet, bereits im April in die Server der SEA eingedrungen zu sein. Momentan setze man noch die Puzzlesteine zusammen. Es gebe Tausende Accounts, darunter Social-Media- und E-Mail-Konten. Anonymous wolle jedoch nur die wichtigsten Mitglieder enttarnen und nicht die zahlreichen Randfiguren.

Privatpersonen brauchen sich unterdessen nicht allzu große Sorgen machen, dass sie zwischen die Fronten dieses Scharmützels geraten, erklärt Udo Schneider, Manager PR Communications bei Trend Micro, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext. "Beide Seiten haben das nötige Wissen, die Werkzeuge und die Personen für effektive Angriffe, doch der Endverbraucher steht dabei nicht direkt im Fokus." Möglich sei jedoch, dass der eigene Rechner gekarpert und man dadurch unwissentlich Teil eines Netzwerks zum Zweck einer Attacke werde.

Als zentrale Person in der Kommandostruktur der syrischen Hacker macht BlackPlans "Syrian_34g13" aus. Er sei der fachlich versierteste und auch derjenige, der am wenigsten mit den Medien spreche. "Wir sind uns recht sicher, dass er der Anführer ist. Wir haben viele Informationen, aber nichts, für das wir unseren Ruf riskieren würden." Veröffentlicht werde erst, wenn man sich sicher sei. Laut Medienberichten sollen SAE-Mitglieder unter anderem in Saudi-Arabien, Indonesien und Kuwait sitzen.

Trotz im Netz kursierender Screenshots gibt es allerdings keine Beweise für die Echtheit der von BlackPlanes vorgelegten Informationen. Die SAE selbst dementiert die Nachrichten über Datenklau und wirft Anonymous vor, die vermeintlichen Beweise gefälscht zu haben. Die dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad zugerechneten Hacker beschreiben sich selbst als "eine Gruppe von enthusiastischen jungen Syrern, die das, was über unser Land in den Medien verbreitet wird, nicht tatenlos hinnimmt".

Sie haben in den vergangenen Wochen und Monaten eine Vielzahl an Medienhäusern angegriffen, darunter die Washington Post, die New York Times, CNN oder die Huffington Post. Auch Reuters zählt zu den Opfern. Beim Bürgerkrieg in Syrien dreht sich unterdessen alles um die Frage, welche der Kriegsparteien für einen unlängst durchgeführten Giftgasangriff in der Nähe von Damaskus verantwortlich ist. Seit Beginn des Aufstandes im Jahr 2011 sind laut UN-Angaben rund zwei Mio. Syrer aus ihrer Heimat geflohen. Mehr als 100.000 fielen dem Krieg bislang zum Opfer. (pte)

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