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IT-Security aus Sicht von Jung-Hackern, Wirtschaft und Behörden

Cyber Security Austria (CSA) veranstaltet in Kooperation mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (Abwehramt), dem Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) und weiteren Partnern die Cyber Security Challenge Austria 2013.

Ludwig Burtscher und Daniel Barth sind zwei der österreichischen Vertreter im Finale der "Hacker-Challenge".

Ludwig Burtscher und Daniel Barth sind zwei der österreichischen Vertreter im Finale der "Hacker-Challenge".

© Credits CSA/Rauchenberger

Der Wettbewerb ist die bislang größte Suche nach Cybersicherheits-Talenten Österreichs und hat das Ziel, die talentiertesten "Jung-Hacker" des Landes zu finden, um sie langfristig und mit Unterstützung der Wirtschaft zu den Cyber Security Experten der Zukunft auszubilden. Mit Erfolg, denn mit über 400 Schülern und Studierenden gab es einen neuen Teilnehmerrekord.

Dass Cyber Security ein spannendes Thema ist, bestätigen auch zwei der Finalisten. Daniel Marth und Ludwig Burtscher haben in der Vorrunde geglänzt und sich für das bevorstehende Finale qualifiziert. Im Rahmen eines Roundtables haben sie über Hintergründe und ihre Motivation für die Teilnahme gesprochen. "Mit IT-Sicherheit beschäftige ich mich selbst erst seit rund zwei Jahren", so Ludwig Burtscher, Schüler des Bundesrealgymnasiums GRG3 Kundmanngasse aus Wien, der im Rahmen des Schülerwettbewerbs an der Cyber Security Challenge teilnimmt. "Zurückzuführen ist mein Interesse am Thema auf einen sehr engagierten Informatik-Professor in unserer Schule, der sich mit uns gemeinsam auf die Suche nach Sicherheitslücken im Schulnetzwerk begeben hat. Das Engagement dieses Lehrers für Sicherheitsthemen ist dadurch auch auf mich übergesprungen und hat dazu geführt, dass ich mich seither selbst intensiv mit IT-Security auseinandersetze, auch wenn es im Lehrplan der Schule selbst eigentlich nicht wirklich vorkommt."

Daniel Marth hat im Rahmen des Studierendenwettbewerbs an der aktuellen Cyber Security Challenge teilgenommen. "IT-Security begann für mich als Hobby, in das ich mittlerweile sehr viel Zeit investiere", so der 20-jährige Burgenländer, der im dritten Semester an der TU Wien Software & Information Engineering studiert. "Für mich steht fest, dass ich mich mittelfristig in diesem Bereich weiter spezialisieren will. Die Cyber Security Challenge ist daher eine ideale Gelegenheit, mein Wissen zu erweitern und mich mit anderen Experten und auch Unternehmen auszutauschen."

WAS IM HACKING-LAB GESCHAH
Das Herzstück der Challenge bildete das so genannte „Hacking-Lab“. In diesem Internet-Sicherheitslabor stehen insgesamt rund 150 verschiedene Security Rätsel aus allen Bereichen der IT zur Verfügung. Die Teilnehmer hatten in der Vorrunde insgesamt neun Rätsel zu lösen, deren Schwierigkeitsgrad von leicht bis höchst anspruchsvoll reichte. Das überraschende Ergebnis für die Veranstalter: "Obwohl wir den Schwierigkeitsgrad im Vergleich zum Vorjahr heuer noch weiter erhöht haben, gelang es dennoch etlichen Teilnehmern, die Höchstpunkteanzahl zu erreichen. Das ist für uns ein Zeichen, dass wir mit der Challenge genau die richtige Zielgruppe adressiert haben“, so Joe Pichlmayr, Mitglied im Vorstand von Cyber Security Austria. „Auch die Schweizer Kollegen waren sehr überrascht über das herausragende Niveau der österreichischen Teilnehmer. Der bevorstehende Länderwettkampf verspricht jedenfalls sehr spannend zu werden."

Die Aufgaben im "Hacking-Lab" waren vielfältig und reichten vom verhältnismäßig einfachen "Knacken" passwortgeschützter ZIP-Dateien bis hin zu komplexen Sicherheitsaufgabenstellungen. "Der Zeitaufwand zum Lösen der Aufgaben war dabei sehr unterschiedlich. Von wenigen Minuten bis hin zu mehreren ‚Nachtschichten‘ war alles dabei", so die beiden Teilnehmer. Den Veranstaltern geht es im Rahmen der Challenge aber nicht darum, den besten Nachwuchs-Hacker zu küren, sondern das Thema IT-Sicherheit ganzheitlich zu betrachten. "Das Auffinden und Ausnützen von Sicherheitslücken war nur ein Teil in den Aufgabenstellungen. Gleichzeitig mussten die Teilnehmer auch aufzeigen, wie Systeme gegen fremde Eingriffe abgesichert und geschützt werden können", ergänzt Joe Pichlmayr.  

"HIRE THE HACKERS"
"Der österreichische Arbeitsmarkt ist händeringend auf der Suche nach hochqualifizierten IT-Sicherheitsexperten", erklärt Christian Kunstmann, Generalsekretär des Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ). "Uns geht es mit der Challenge vor allem darum, für das Thema Internetsicherheit zu sensibilisieren und vorhandenes Know-how unter dem Motto ‚hire the hackers‘ einzusammeln. Dazu gehört auch die Bewusstseinsbildung, dass Hacking kein Kavaliersdelikt ist. Wirtschaft und auch Behörden brauchen dringend Fachkräfte im IT-Sicherheitsbereich. Mit der Challenge wollen wir gezielt junge Talente ansprechen und sie von der dunklen Seite der Macht ins Licht führen. Denn eines ist klar: Damit Österreich die Herausforderungen im Internet-Sicherheitsbereich bewältigen kann, müssen wir junge, IT-begeisterte Talente bereits frühzeitig fördern."

Gleichzeitig richtet Kunstmann auch einen eindringlichen Appell an die künftige Bundesregierung, dem Thema Internet-Sicherheit vor allem im Bildungsbereich einen viel höheren Stellenwert einzuräumen. "Internet und Cyber Security sind Zukunftsthemen. Der Umgang mit neuen Technologien muss bereits in der Volksschule thematisiert werden. Gerade was diesen Punkt betrifft, war die Bildungspolitik der letzten Jahre säumig. Hier gibt es enormen Handlungsbedarf, denn das Leben spielt sich immer mehr auch in einem Cyber Umfeld ab."

Den Stellenwert von Cyber Security aus Behördensicht beleuchtete Markus Popolari, Leiter der Abteilung IKT-Sicherheit und E-Government im Bundesministerium für Inneres (BMI): "Wir unterstützen und fördern die Initiative sehr gerne, denn sie bietet jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Talente auf legalem Weg unter Beweis zu stellen. Das große Interesse zeigt uns, dass es sehr viele High Potentials im IT-Sicherheitsbereich gibt. Die Challenge ist ein erster, guter Weg, diese gezielt zu adressieren, deren Talente sichtbar zu machen und weiter zu fördern – denn wir brauchen sie mehr denn je."

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