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14.11.2013 Rudolf Felser/pi

Österreichischer Internet-Sicherheitsbericht

CERT.at und GovCERT.gv.at haben heute den neuen Internet-Sicherheitsbericht Österreich vorgestellt. Die Sicherheitsexperten der österreichischen "Internet-Feuerwehr" geben darin einen Überblick über die aktuelle Internet-Sicherheitslage, beleuchten Hintergründe und Motive zu Angreifern und geben einen Ausblick auf Strategien, wie Bürger, Unternehmen und Behörden sich besser schützen können.

Robert Schischka, Leiter des Computer Emergency Response Teams (CERT.at) und Roland Ledinger, Leiter des Bereichs IKT-Strategie des Bundes im Bundeskanzleramt.

Robert Schischka, Leiter des Computer Emergency Response Teams (CERT.at) und Roland Ledinger, Leiter des Bereichs IKT-Strategie des Bundes im Bundeskanzleramt.

© Bundeskanzleramt

Das Jahr 2013 war geprägt von einer intensiven Diskussion über Spionage, Angriffe und Bedrohungen aus dem Netz. Kaum ein Tag, an dem in Medien nicht über Snowden, NSA oder Cyber Sicherheit berichtet wurde – und auch weiterhin berichtet wird. "Würde man die Sicherheitslage in Österreich und der Welt ausschließlich anhand der Berichterstattung in den Medien beurteilen, so zeichnete sich ein düsteres Bild", erklärt Roland Ledinger, Leiter des Bereichs IKT-Strategie des Bundes im Bundeskanzleramt. "Doch es gibt auch Lichtblicke: Sicherheit im Allgemeinen und Internet-Sicherheit im Besonderen sind Themenbereiche, die durch die jüngsten Ereignisse stärker denn je in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt sind."

Robert Schischka, Leiter des Computer Emergency Response Teams (CERT.at) – der Österreichischen "Internet-Feuerwehr" – ergänzt: "Weltweit arbeiten Wirtschaft, Politik und Behörden gemeinsam an Lösungen, wie die Sicherheit im Internet für alle Beteiligten erhöht werden kann. In Österreich hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Die Strukturen und Informationskanäle, die unter Federführung von CERT.at für den Privat- und Unternehmensbereich und GovCERT.gv.at für den Behördenbereich aufgebaut worden sind, tragen dazu bei, dass Internet-Sicherheit heute in Österreich als wichtige Querschnittsmaterie gesehen wird."

BEDROHUNGEN NEHMEN ZU
Jeden Tag sind weltweit etwa 150.000 Computerviren im Umlauf und rund 148.000 Computer werden täglich neu infiziert. Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums besteht eine 10-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass es im kommenden Jahrzehnt zu einem großen Ausfall kritischer Informationsinfrastrukturen kommt, der Schäden in Höhe von 250 Milliarden Dollar verursachen könnte.

Der neueste Security Intelligence Report (SIRv15) von Microsoft zeigt auf, dass im Schnitt 17 Prozent aller Computer weltweit im ersten Halbjahr 2013 von Malware befallen waren. In Österreich sind zwischen Jänner und Juli 2013 2,1 Prozent von 1.000 gescannten Computern infiziert gewesen.

Der jährliche Schaden, der auf Internetkriminalität zurückzuführen ist, wird allein in Österreich auf mehr als sechs Millionen Euro geschätzt. Im ersten Halbjahr 2013 wurden in ganz Österreich über 6.400 Delikte im Bereich der IT-Kriminalität zur Anzeige gebracht. Der weltweite Schaden wird von Interpol mit mehr als 750 Milliarden Euro beziffert. Täglich werden ca. 1 Million Menschen Opfer von Angriffen aus dem Internet.

Dass auch Österreich im internationalen Vergleich längst keine Insel der Seligen mehr ist, unterstreichen zahlreiche IT-Sicherheitsvorfälle im Jahr 2013. Zu den Betroffenen gehören unter anderem österreichische Banken, Interessenvertretungen, Verlage sowie Organisationen und Privatpersonen.

"Hinter Internet-Spionage und -Überwachung stehen nicht nur Einzeltäter, erfahrene Hacker, oder verbrecherische Banden und Organisationen, sondern auch staatliche und politische Akteure", so Robert Schischka. "Es zeigt sich immer stärker, dass Bedrohungen aus dem Internet uns alle treffen können. Das Arsenal an Tools und die Techniken, die Angreifer dabei einsetzen, werden immer vielfältiger und abwechslungsreicher. Der Berufsstand der Internet-Angreifer schläft nicht, sondern ist hellwach und umtriebiger als je zuvor."

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