Vereinigte Daten: Unified Storage-im Visier Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


06.10.2011 Edmund E. Lindau

Vereinigte Daten: Unified Storage-im Visier

Wieviel Sicherheit versprechen Unified Storage-Lösungen? Im Interview mit der COMPUTERWELT beleuchtet Martin Mörtinger von Bacher Systems Vorteile und Security-Konzepte.

Der Betrieb von separaten Storages für die verschiedenen IT-Welten wie SAP, Entwicklung, Büro und andere Bereiche war bisher üblich. Dieses wartungsintensive Konzept wird von Unified Storage abgelöst, das gleichzeitig unterschiedlichste Anwendungen bedienen und auch für mehrere Standorte genutzt werden kann. Gut 20 Prozent der größeren Rechenzentren in Österreich betreiben laut Systemintegrator Bacher Systems bereits »ein echt zentrales« Storage. Im Interview mit der COMPUTERWELT beleuchtet Martin Mörtinger von Bacher Systems Vorteile und Security-Konzepte.

Computerwelt: Im Zusammenhang mit Unified Storage wird von mehr Flexibilität und sinkenden Kosten gesprochen. Welche Vorteile bietet das Konzept im Vergleich zu bisher üblichen Insellösungen? Martin Mörtinger: Viele Unternehmen haben mit ihren unterschiedlichen 'Storageinseln' hohen Aufwand, da sie ihre IT-Services für unterschiedlichste Anforderungen administrieren müssen. Dazu gehören gesetzeskonforme Archivierung, Backup- und Recovery-Vorgaben, diverse Protokolle wie CIFS, NFS oder Fibre Channel sowie Storage Area Network- (SAN) oder Network Attached Storage-Umgebungen (NAS). Ein echt zentrales Storage für alle Anforderungen ist ein klarer Vorteil. Laut Netapp – weltweit einer der Top-3-Hersteller – ermöglicht Unified Storage bis zu 50 Prozent Einsparungen bei Raum- und Energiebedarf sowie bei der physischen Speicherkapazität. Dafür sorgen Technologien wie Daten-Deduplizierung oder Thin-Provising.

Bei geringen Budgets wird die Kapazität für wachsenden Speicherbedarf oft günstig zugekauft – aber bei steigendem Managementaufwand. Gibt es einen Ausweg aus dieser Kostenschere? Absolut. Verteilte Speicherlösungen kosten mehr an Administration, sind unflexibel und können meist keine neuen Geschäftschancen unterstützen. Dabei muss für jeden Bereich extra investiert werden und Reserven auf einem System können nicht von anderen genutzt werden. Die Amortisationszeit einer neuen Unified-Storage-Lösung berechnen wir bei der Projektplanung gemeinsam mit dem Kunden – meist liegt diese unter 1,5 Jahren. Eine abgestimmte System-Integration durch den EDV-Partner ermöglicht, die zentrale Lösung schnell ohne großen Wissensaufbau effizienter zu nutzen als Insellösungen.

Ab welchen Größenordnungen rechnen sich Unified-Storage-Systeme? Ab Datenmengen von zwei TB aufwärts. Sobald mehrere Systeme gemeinsam flexibel einen Datenpool nutzen, überwiegen die Vorteile von Unified Storage. Ein wesentlicher Aspekt ist, welche wichtigen Geschäftsprozesse unterstützt, beschleunigt und gesichert werden sollen – im Sinne der Business Continuity.

Viele Hersteller versprechen eine Verfügbarkeit von 99.999 Prozent oder weniger als fünf Minuten Ausfallzeit pro Jahr. Wie sieht die Praxis aus? Ja, dies wird in den meisten Fällen durch die redundante oder Standort-übergreifende Konzeption der Unified-Storage-Lösung erreicht und übertroffen. Oft gehen die wesentlich größeren Risikofaktoren im Unternehmen von Applikationen, Servern und Netzwerke aus die zwischendurch auf Verfügbarkeit getestet und verändert werden.

Entbindet mich eine Unified-Storage-Lösung von klassischen Backup-Konzepten z.B. auf Band? Ja – in dem Sinne, dass bei Unified Storage laufende Snapshots und Datenspiegelungen für die erforderliche Sicherheit sorgen. Durch Virtualisierung entstehen zusätzliche Herausforderungen, die durch die integrierten Datenmanagement-Funktionen adressiert werden. Der maximale Datenverlust – Recovery Point Objective – schrumpft damit auf ein theoretisches Minimum und die Wiederherstellungsdauer – Recovery Time Objective – auf Minuten.

Welche Security-Level können mit Unified Storage erreicht werden? Unified Storage-Lösungen können unterschiedlichste Security-Anforderungen abdecken. Generell ist hier eine tiefgehende Erfahrung eines Systemintegrators sehr hilfreich, da etwa durch Server- und Desktopvirtualisierung mehr und mehr Schutzmaßnahmen eng verzahnt mit dem zentralen Storage integriert werden müssen.

Das Gespräch führte Edmund E. Lindau.

ZUR PERSON: Martin Mörtinger ist Alliance Manager bei Bacher Systems. Der Systemintegrator mit rund 80 Mitarbeitern in Wien ist auf Unified Storages spezialisiert und einziger Netapp-Platin-Partner in Österreich.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema


Hosted by:    Security Monitoring by: