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19.06.2013 :: Printausgabe 13/2013 :: Christof Baumgartner

TK-Anlagen werden Teil der IT

Die klassischen Telefonanlagen der Unternehmen kommen langsam in die Jahre und werden den modernen Kommunikationsanforderungen immer weniger gerecht. Laut einer Studie von Pierre Audoin Consultants sind Telefonanlagen im Durchschnitt zehn und mehr Jahre im Einsatz, bevor an eine Modernisierung gedacht wird.

Telefonie und IT wachsen immer mehr zusammen.

Telefonie und IT wachsen immer mehr zusammen.

© ra2 studio - Fotolia.com

Da die Telefonie immer weniger eine isolierte Anwendung ist, sondern zunehmend zum integrierten Bestandteil von Geschäftsprozessen und IT-Anwendungen wird, müssen TK-Lösungen den aktuellen Herausforderungen der IT gerecht werden können. Das ist jedoch in vielen Unternehmen nicht (mehr) der Fall: Viele IT-Verantwortliche bescheinigen ihren derzeitigen Telefonanlage beispielsweise hinsichtlich der Integration mit IT-Anwendungen sowie der Unterstützung flexibler und mobiler Arbeitsformen nur sehr mäßige Noten. So bemängeln sie etwa die Integration mit IT-Anwendungen wie beispielsweise CRM-Systemen. Andere Kritikpunkte sind die Flexibilität bei der Administration oder die Einbindung mobiler Endgeräte. Ferner wird eine Unterstützung flexibler Arbeitsformen durch die Telefonie vermisst. Das ist das Ergebnis einer Studie der Berater von Pierre Audoin Consultants (PAC). Die althergebrachte Telefonanlage entspreche den Anforderungen nicht mehr, die Geschäftsanwender benötigten zunehmend Cloud-Services, die die Kommunikationskanäle zuverlässig zusammenführen. Das schaffen die alten Anlagen aber nicht. Laut der Studie sind die Telefonanlagen im Durchschnitt zehn und mehr Jahre im Einsatz, bevor an eine Modernisierung gedacht wird.

SANFTE MIGRATION MÖGLICH
"Tatsächlich ist es eine große Herausforderung für Unternehmen, einerseits an der bestehenden TK-Infrastruktur festhalten zu wollen und andererseits vor der Herausforderung zu stehen, TK & IT in integrierten Lösungen zusammenzuführen zu müssen. Immerhin stecken auch wesentliche Investitionen in der TK-Infrastruktur", sagt Helmut Walkner, Senior Consultant bei Siemens Enterprise Communications, und weiter: "Wenn Unternehmen nicht einen radikal neuen Weg einschlagen wollen oder können, stellt die Variante ­einer sanften Migration der bestehenden Systeme die beste Lösung dar. Hier werden klassische Telefonie und moderne Unified-Communications-Lösungen zusammengebracht. Dies erfolgt am besten in Form eines sogenannten Overlay-Konzepts, bei dem bestehende Sprachdienste und Netze einfach um die gewünschten Funktionen – wie Web Collaboration, One-Number-Service, IM/Chat, Präsenz – je nach Bedarf und Möglichkeiten ergänzt werden."

Anbieter für Cloud-basierende Telefon­anlagen würden laut PAC spannende Lösungsansätze anbieten – beispielsweise die kontinuierliche Anpassung an den technischen Fortschritt ohne Zusatzkosten. Laut Richard Nessmerak, Geschäftsführer von GPN Telecom, beinhalten Cloud-Lösungen bereits heute alle Server- und Benutzer-Lizenzkosten, die kompletten Hardware-, Infrastruktur- und Applikationsserver, Betriebs- und Wartungskosten und die komplette Nutzung der Infrastruktur. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, die Anbindungen mit ISP und Carrier-Partnern zu realisieren. "Wir stellen einen großen Bedarf für umfangreiche UC-Lösungen fest, nicht zuletzt aus dem Bereich Contact/Call-Center und wir erhalten auch immer mehr Anfragen zur Koppelung bestehender TK mit neuen Kommunikationslösungen bis hin zu einem stufenweisen Ersatz der TK-Anlagen", so Nessmerak. (cb)

ASK THE EXPERT
Wir haben zu diesem Thema auch den Computerwelt-Experten Richard Nessmerak, Geschäftsführer GPN Telecom, befragt: "Die klassische TK-Anlage selbst mit einer Vielzahl an Erweiterungen ist heute nur mehr sehr beschränkt mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten nutzbar – beispielsweise Anbindungen an Skype oder Microsoft Lync-Lösungen sind nur sehr beschränkt und dies immer nur mit hohem Investitionsaufwand abbildbar. Mit Unified Communications verknüpft sich die Funktionalität bestehender Kommunikationssysteme mit Anwendungen des täglichen Bedarfs wie z.B. mobilen Geräten inklusive E-Mail, BYOD, Outlook und Office-Systemen sowie Instant Messaging und "click-to-call". Zusätzlich werden durch eine Cloud-Verlagerung der Lösung und des gesamten Betriebes auch enorme IT-Kostenersparnisse bewirkt. Und es ergibt sich mit Nutzung von Cloud-Lösungen auch eine laufende Verfügbarkeit der letzten Technologiestandards mit unmittelbarer Nutzung im Gegensatz zu klassischen TK-Anlagen mit einer Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren. Es wird mit Sicherheit ein stufenweiser Übergang von TK-Anlagen hin zu UC-Lösungen auch vermehrt in der Cloud (lokal oder international) bis hin zum vollständigen Ersatz klassischer TK-Anlagen statt­finden."

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