Virtualisierung: So binden Sie virtuelle Clients in die IT ein Detail - Computerwelt

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28.03.2011 Andreas Kohne*

Virtualisierung: So binden Sie virtuelle Clients in die IT ein

Neben der Virtualisierung von Server- und Storage-Ressourcen versprechen auch virtuelle Desktops einen effizienteren IT-Betrieb. Lesen Sie, wie sich virtuelle Clients in die vorhandene IT-Landschaft integrieren lassen.

Für IT-Verantwortliche gibt es gute Gründe, sich mit der Client-Virtualisierung zu beschäftigen. Wenn vorhandene PCs in die Jahre kommen oder die Leistung nicht mehr ausreicht, liegt es beispielsweise nahe, statt teurer Neugeräte virtuelle Dekstops und Thin Clients an den Arbeitsplätzen einzuführen. Auch die wachsende Popularität von mobilen Rechnern macht diese Variante der Virtualisierung attraktiv.

Hinzu kommen Veränderunen im Zuge der Migration auf Windows 7, die in etlichen Unternehmen ansteht. IT-Managern bietet sich hier die Möglichkeit, auf eine Virtual Desktop Infrastructure (VDI) umzusteigen. Schöpfen sie die Potenziale der Virtualisierung voll aus, beispielsweise auch die der Applikations-Virtualisierung, können sie große Migrationen mit erheblich weniger Aufwand stemmen.

Die Trennung von Anwendungen, User-Daten und Betriebssystem im Rahmen der Desktop-Virtualisierung vereinfacht die Migration, da die einzelnen Bereiche unabhängiger voneinander sind als in einem klassischen Client-Konzept. Die Migration lässt sich also soweit vorbereiten, dass am Tag X oder einem Migrationszeitraum die Anwender Schritt für Schritt neue Endgeräte erhalten – seien es Thin Clients oder Notebooks.

VIRTUALISIERUNGS-CHECK DURCHFÜHREN Die Virtualisierung von Client-Arbeitsplätzen steckt noch in den Anfängen und mit den Technologien und Herstellerprodukten sind die Anwenderunternehmen in der Regel noch nicht vertraut. Eine ganzheitliche Betrachtung hilft, sich dem Thema zu nähern. Hierbei sind einige entscheidende Fragen zu beantworten:

• Welche Ziele will das Unternehmen mit einer virtualisierten Desktop-Umgebung erreichen?

• An welchen Stellen sollte ein Unternehmen mit der Desktop-Virtualisierung beginnen?

• Wie lässt sich die virtuelle Welt in die bestehende Desktop-Landschaft integrieren?

• Wie sieht der konkrete Projektplan aus?

• Welche Produkte sind geeignet?

Ein Virtualisierungs-Check hilft dabei, die Ist-Situation zu analysieren und zu bewerten. Dabei verschaffen sich die IT-Verantwortlichen einen Überblick über die bestehende Client- und Server-Umgebung. Wichtige Informationen sind etwa, welche Desktops mit welchen Anwendungen genutzt werden und welche Leistungsanforderungen sich daraus ableiten lassen. Darüber hinaus ist unter anderem zu klären, welche Speicherkapazitäten das Data Center für den effizienten Betrieb der Desktops benötigt. All diese Aspekte werden unabhängig von der Technologie betrachtet und in ein späteres Konzept integriert.

ANWENDERPROFILE UND RESSOURCEN DER VIRTUELLEN IT-INFRASTRUKTUR BEACHTEN Ob sich der Umstieg auf virtuelle Desktops lohnt, hängt auch davon ab, welche Benutzergruppen damit arbeiten sollen und welche Aufgaben die Mitarbeiter erledigen. An dieser Stelle kommt es beispielsweise darauf an, ob es sich um Standard-Arbeitsplätze mit den üblichen Office-Anwendungen handelt oder auch spezielle Fachanwendungen und Multimedia-Applikationen geladen oder gar Videos gestreamed werden müssen.

Aus der genauen Analyse der Benutzergruppen und der Ermittlung der Anwendungsprofile ergeben sich Informationen über die benötigte Bandbreite, die Ressourcen wie CPU und RAM und somit ein Sizing der angestrebten virtuellen Infrastruktur. Daraus lässt sich unter anderem ableiten, welche Netzlasten durch den Betrieb von virtuellen Desktops entstehen werden. Anhand dieser Informationen können die Verantwortlichen entscheiden, welche Protokolle für den Zugriff zu verwenden sind: beispielsweise das einfache RDP-, das optimierte ICA-, das von VMware in Software eingeführte PCoIP-Protokoll oder das von HP für Hochleistungsgrafik entwickelte RGS-Protokoll.

NETZBANDBREITEN ERMITTELN UND OPTIMIEREN Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Netzwerklast. Sie ist besonders hoch, wenn etwa grafikintensive Anwendungen über schmalbandige Verbindungen oder ein zentraler virtueller Desktop an einen lokalen Drucker angebunden werden sollen. Außerdem sollten IT-Verantwortliche analysieren, über welche Wege auf das Netz zugegriffen werden kann (VPN) und ob die Richtlinien für den sicheren Zugriff auf virtuelle Desktops zu erweitern sind.

Aus diesen Aspekten lassen sich die Leistungsanforderungen an eine virtualisierte Umgebung ableiten. Aus dem bisherigen Verbrauch können die IT-Verantwortlichen beispielsweise abschätzen, welche Ressourcen die Anwender künftig auf ihren virtuellen Desktops benötigen. Auf diese Weise lassen sich optimale Netzwerkverbindungen einrichten, damit die Latenzen gering sind und die Anwenderzufriedenheit hoch ist.

Ein weiterer Faktor, der die Netzwerkverbindungen beeinflusst, ist das Drucken – ähnlich wie bei der Terminal-Server-Technologie. Es gibt zwar Kompressionsverfahren, aber sobald gedruckt werden soll, dann müssen Daten zwangläufig über die Leitung fließen.

Werden alle diese Faktoren berücksichtigt, lässt sich ein optimales Sizing anhand der gemessenen Leistungsdaten ermitteln. Daraufhin lassen sich im Rahmen eines Virtualisierungs-Checks Benutzergruppen identifizieren und konsolidieren. Ziel ist es, mit einer möglichst kleinen Anzahl an Basis-Images möglichst viele Nutzer abzudecken. Die jeweilige Gruppe sollte eine möglichst große Schnittmenge an Einstellungen sowie genutzten Applikationen und Ressourcen, wie Bandbreite, CPU und RAM, mitbringen.

GENÜGEND STORAGE BEREITSTELLEN Ausreichend Speicherkapazität – das ist eine weitere Herausforderung für die Desktop-Virtualisierung. Werden in einem Unternehmen beispielsweise mehrere Tausend XP-, Vista- oder Windows 7-Systeme einschließlich Applikationen und Daten im Storage abgelegt, wird entsprechend viel Speicherkapazität benötigt – das kann teuer werden. Bei den ersten Versionen der Virtualisierungslösungen wurden die Systeme zunächst noch eins zu eins im Storage abgebildet. Diese Schwachstellen sind inzwischen ausgemerzt, da die Hersteller ihre Produkte nachgerüstet haben.

INTEGRATION ÜBER ALLE VIRTUALISIERUNGSEBENEN HINWEG BEACHTEN Alle Hersteller von Virtualisierungslösungen bieten die grundlegende Funktionalität, virtuelle Desktops zu erzeugen, bereitzustellen, zu kopieren und mit Backup zu versorgen. Ebenfalls wichtig ist jedoch auch ein übergreifendes Interface: Damit können die Verantwortlichen die verschiedenen Virtualisierungsumgebungen unter einer einheitlichen Management-Plattform betreiben – von den virtuellen Hosts über die Desktop-Virtualisierung bis zur Applikations-Virtualisierung.

Zudem sollte es möglich sein, die virtuellen Desktops aus der gleichen Management-Oberfläche heraus zu konfigurieren. So kann der Benutzer direkt damit arbeiten und Netzwerkfreigaben, Druckerkonfigurationen und sonstige Einstellungen sind bereits in das Benutzerprofil integriert. Für diese Herausforderungen haben die führenden Virtualisierungs-Hersteller noch keine Lösungen parat.

Beratungsunternehmen wie beispielsweise Materna entwickeln dafür aber individuelle Konzepte. So können Unternehmen uneingeschränkt von den Vorteilen der Desktop-Virtualisierung profitieren: effektivere Administration und flexible Anwender.

* Andreas Kohne ist Consultant für Virtualisierung beim IT-Dienstleister Materna GmbH. Der Artikel stammt vom deutschen TecChannel.

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