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23.05.2012 :: Printausgabe 11/2012 :: Martin Salbaba*

Virtualisierungslösungen im Vergleich

Salbaba Software Design hat die Virtualisierungsprodukte KVM, Xenserver und Vmware einem Performance-Vergleich unterzogen und gibt im Rahmen einer kostenlosen Studie darüber Auskunft, welche Lösung für welche Anwendungen am besten geeignet ist.

© Salbaba Software Design

Die Virtualisierung von Servern bringt eine Reihe von Vorteilen. Durch die Nutzung von Hardware für mehrere virtuelle Server werden Kosteneinsparungen, eine bessere Systemverfügbarkeit und eine optimale Nutzung der vorhandenen Ressourcen möglich. Wie aber sieht es mit der Performance aus? Gibt es einen signifikanten Unterschied, ob eine Anwendung auf einem physischen oder einem virtuellen Server läuft? Und welches Produkt liefert die besten Ergebnisse? Da Salbaba Software-Design-Archivierungslösungen entwickelt, die auf hohe Performance angewiesen sind, waren auch wir mit dieser Fragestellung konfrontiert und haben die Produkte KVM, Xenserver und Vmware einer intensiven Prüfung unterzogen.

Im Rahmen von CPU-bound- und IO-bound-Tests wurde ermittelt, welche Antwortzeiten die virtuellen Server im Vergleich zu einem physischen Server liefern. Die gewonnenen Erkenntnisse können all jenen helfen, die gerade vor der Auswahl einer Virtualisierungslösung stehen. Die Ergebnisse der Tests wurden daher in einer kostenlosen Studie zusammengefasst ( www.salbaba.co.at/studie ).

In den Testergebnissen fällt auf, dass sich die Performanceverluste durch Virtualisierung sehr in Grenzen halten. Bleibt man auf der selben Hardwareplattform (in den Tests Intel 5690), so halten virtuelle Server einem Vergleich mit dem physischen Server Stand. Im schlimmsten Fall ergab sich eine knappe Verdopplung der gemessenen Zeiten (KVM beim CPU-bound-Test, Xenserver beim IO-bound-Test). Auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Virtualisierungslösungen sind, was die Performance betrifft, nicht überwältigend. Alle Ergebnisse liegen in einer ähnlichen Größenordnung. Die Performance der einzelnen Produkte kann also kaum das entscheidende Kriterium sein.

KAUM PERFORMANCE-VERLUST

Hervorzuheben ist auch, dass die Leistung der virtuellen Server auf der 5690-Plattform fast durchwegs besser sind als die Ergebnisse auf einem 5470-basierenden physischen Server. Ein einfacher Hardwaresprung genügt also, und schon sind virtuelle Server genauso performant oder sogar noch schneller als ein physischer Server. Der Einsatz von Virtualisierungslösungen führt also zu keinen überwältigenden Performanceverlusten. Wird ein physischer Server auf virtuelle Server umgestellt, ist nur unter großer Belastung maximal mit einer Verdopplung der Antwortzeiten zu rechnen. Da bei der Einführung einer Virtualisierungslösung zumeist auch gleich die Hardware modernisiert wird, werden in der Praxis keine Performanceverluste feststellbar sein.

Engpässe entstehen beim Plattenzugriff. Denn in Virtualisierungslösungen wird nicht mehr eine Controller- und Platten-Kombination pro Server eingesetzt, sondern ein gemeinsames Raid-System für alle Server. Dieses Raid-System ist auch bei der Ausfallsicherheit der kritische Punkt. Darüber hinaus haben die Tests eines gezeigt: Jedes der drei Produkte wird komplex und verlangt viel Know-how, sobald es in die Tiefe geht. Paravirtuelle Gerätetreiber, Tuning, Ausfallsicherheit, USV-Anbindung und Service-Monitoring sind Punkte, die bewältigt werden müssen.

Keines der drei Produkte kann als ideal für alle Anwendungsfälle gelten. Doch welche Lösung ist für welche Anwendungen besonders gut geeignet?

- KVM ist die optimale Lösung für Entwicklungsumgebungen. Der Grund dafür ist, dass KVM rasche Änderungen der Konfiguration erlaubt, wie sie in Entwicklungsumgebungen eben oft vorkommen.

- Vmware ist die optimale Lösung für Produktionsumgebungen. Ihre hohe Verlässlichkeit kommt nicht zuletzt dadurch zustande, dass es für Vmware zertifizierte Hardwareprodukte gibt. Der Nachteil ist natürlich, dass vom Hersteller nur diese Produkte garantiert unterstützt werden.

- Xenserver ist mit Abstrichen ebenfalls gut geeignet für Produktionsumgebungen. Wer sich nicht auf eine Auswahl zertifizierter Hardwareprodukte einschränken lassen möchte und hohe Lizenzkosten scheut, sollte diese Lösung in Erwägung ziehen.

* Martin Salbaba ist Inhaber des Wiener IT-Unternehmens Salbaba Software Design.

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