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04.11.2009 Thomas Mach

Massenhaft virtuelle Rechner

Immer mehr Unternehmen setzen auf Desktop-Virtualisierung, um Kosten zu sparen und Flexibilität zu gewinnen.

Wenige Segmente der Unternehmens-IT-Welt haben in den vergangenen Monaten derartig von der krisenbedingten Sparwut profitiert wie die Virtualisierungs-Branche. Wenig Wunder, lassen sich mittels Virtualisierung doch massiv Kosten einsparen, treu dem Grundsatz »aus weniger mehr machen« folgend. Momentan laufen dem Marktforschungshaus Gartner zufolge etwa 16 Prozent der Workloads auf virtuellen Maschinen. Bis Ende 2012 sollen aber bereits rund 50 Prozent der Server-Workloads in x86-Architekturen virtualisiert sein. Die IDC wiederum betont, dass heuer bereits mehr als die Hälfte aller verkauften Server in virtualisierten Umgebungen eingesetzt würde.

»Großunternehmen haben Virtualisierung schnell eingesetzt, um die Ausdehnung der Serverlandschaft, Stromkosten und den Platzverbrauch im Datenzentrum einzudämmen. Kleine Unternehmen sind dagegen erst spät in Richtung Virtualisierung gestartet«, unterstreicht Tom Bittman, Vice President und Distinguished Analyst bei Gartner. Bislang sei »die Einstiegshürde für kleine Unternehmen einfach zu hoch« gewesen, aber der »Wettbewerb unter den Server-Herstellern« habe dies nun geändert. Allerdings beschränkt sich der Großteil der Anwender noch auf den Bereich der Servervirtualisierung. Die Desktop-Virtualisierung fristet hingegen ein Schattendasein. Doch der Anteil derer, die in allen Ebenen des Unternehmens auf virtuelle Welten setzen, wächst. »2009 haben sehr viele Unternehmen Pilotprojekte und fachspezifische Implementierungen im Bereich der Desktop-Virtualisierung durchgeführt und damit bewiesen, dass diese Technologie das Desktop-Computing erheblich erleichtert. Und nun ist es an der Zeit, dass sich diese Pilot-Projekte zu unternehmensweiten Strategien entwickeln. 2010 wird daher ein entscheidendes Jahr werden: Es gilt zu zeigen, dass die Desktop-Virtualisierung von einer breiten Masse genutzt werden kann und zu einer strategischen IT-Initiative wird«, erläutert Matt Eastwood, Group Vice President, Enterprise Platform Research von IDC.

Eine Herausforderung, auf die Virtualisierungs-Anbieter entsprechend reagieren. So hat Citrix Systems jüngst mit XenDesktop 4 eine »grundlegend neue« Version der hauseigenen Desktop-Virtualisierungs-Lösung herausgebracht, wie Peter Hanke, Country Manager bei Citrix Systems Österreich, betont. »Während Lösungen der ersten Generation meist nur für wenige Einsatz-Szenarien geeignet waren, handelt es sich bei XenDesktop 4 um das branchenweit erste Produkt, das jedes Desktop-Virtualisierungs-Szenario in einer einzigen, integrierten Lösung unterstützt«, unterstreicht Hanke. Die aktuelle Version erleichtere Desktop Computing, indem »es alle Funktionalitäten von Citrix XenApp« integriere. Dadurch könnten Kunden Applikationen je nach Bedarf sowohl auf physischen als auch auf virtuellen Desktops bereitstellen und »nahtlos in ihre Desktop-Strategie« einbinden.

Desktops könnten dabei als On-Demand-Service auf jedem beliebigem Gerät bereitgestellt werden. Das Einbinden neuer Mitarbeiter sei dadurch beispielsweise in wenigen Minuten möglich. »Auch neue Niederlassungen können in einem Bruchteil der Zeit mit Desktops versorgt werden.«

Durch die Kombination aus zentraler Verwaltung und Unabhängigkeit der Endgeräte könnten Unternehmen das »Bring Your Own Computer«-Programm (BYOC) einfacher einführen, erklärt der Country Manager. Bei BYOC dürften sich Mitarbeiter üblicherweise bei der Beschaffung für einen Laptop ihrer Wahl entscheiden, anstatt einen Standard-PC der Firma zu nutzen. Herzstück der Lösung sei die Citrix-eigene FlexCast Delivery-Technologie. Diese biete »Kunden die Flexibilität, verschiedene Arten von virtuellen Desktops bereitzustellen«, um die Anforderungen unterschiedlicher Benutzer-Typen abzudecken. Dabei könne die Zuordnung jederzeit geändert werden.

Der Thin-Client-Spezialist Wyse Technology wiederum setzt bei Client-Virtualisierung auf Windows 7. So lassen sich die hauseigenen Thin Clients sowie die Wyse-Virtualisierungs-Software in Umgebungen mit Windows Server 2008 R2 oder Microsofts RDP integrieren. Auch der Zugriff auf Cloud-Anwendungen, die auf Windows 7 basieren, sei problemlos möglich.

Insgesamt ist die Akzeptanz der Desktop-Virtualisierung in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungshaus Centragon in einer Studie, im Rahmen derer mehr als 300 Mittelstands- und Großunternehmen befragt wurden.

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