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28.01.2010 Bernhard Haluschak*

Server – die neuen Trends und Technologien

Energieeffizienz, Virtualisierung und Cloud Computing sind weiterhin die Schlagworte der Server-Branche. Aber mit neuen Blade-Formfaktoren und Cloud-Computing-Ansätzen soll der Administrator künftig noch flexibler seine Server-Infrastruktur an seine Bedürfnisse anpassen können.

Steigender Kostendruck und das Verlangen nach immer mehr Rechenleistung in den IT-Abteilungen bei begrenzten Ressourcen zwingen die Verantwortlichen zum Umdenken. In diesem Zusammenhang prägten Begriffe wie Konsolidierung, Virtualisierung, Energieeffizienz oder Cloud Computing das Server-Jahr 2009.

In der Theorie bringt die Virtualisierung von Servern ausschließlich Vorteile mit sich. Die Auslastung der Systeme wird optimiert, und obendrein könnte in vielen Fällen die absolute Anzahl der physikalischen Server verringert werden. Zudem sorgt eine Entkoppelung der Applikationen und des Betriebssystems vom physikalischen System für deutlich mehr Flexibilität.

Auch technologisch hat sich im Serverbereich einiges getan. Aktuell ist hier die Tylersburg-Plattform von Intel angesagt. Diese arbeitet mit dem aktuellen Vier-Kern-Prozessor – Codename Nehalem – der Xeon-5500-Familie. Zusammen mit der integrierten Hyper-Threading-Technologie stehen einem Zwei-Sockel-Server insgesamt 16 virtuelle Kerne zur Verfügung Die aktuellen AMD-Server basieren auf der Sockel-F-Plattform. Diese arbeitet mit den Shanghai-Opterons und dem im Juni 2010 vorgestellten Opteron-Prozessor Istanbul. Darüber hinaus hat Microsoft im Oktober 2009 mit Windows Server 2008 R2 ein Betriebssystem vorgestellt, das auf dem Kern von Windows 7 basiert.

Wie sich der Serverbereich im Jahr 2010 unter anderem in Bezug auf diese Themen entwickelt, erläutern folgende Experten:

Peter Dümig, Enterprise Solutions Marketing Manager, Dell • Björn Paulewicz, Product Marketing Manager, Industry Standard Server, HP Deutschland • Klaus Gottschalk, Senior IT-Spezialist, IBM Deutschland GmbH • Rolf Kersten, Produkt Manager Volume Server und Workstations, Sun Microsystems GmbH

TOWER-, RACK- UND BLADE-SERVER Laut den Marktforschern von IDC wird der Markt für Blade-Serve-Systeme 2010 langsam, aber stetig wachsen. Dabei sind Blade-Systeme nicht nur für Großunternehmen interessant, auch in mittelständischen Firmen kann diese Alternative zu den klassischen Rack- oder Tower-Servern durchaus Vorteile bieten. So sinkt zum Beispiel durch die Serverkonsolidierung der Platzbedarf drastisch. Wir haben die Experten gefragt, wie sie die langfristige Entwicklung der Serverlandschaft in Bezug auf Tower-, Rack- und Blade-Server sehen.

Rolf Kersten, Sun: Sun baut keine Tower Server. Bei den Rack Servern sehen wir eine konstante Entwicklung, bei den Blade-Servern hingegen Wachstum. Die Unterschiede zwischen Blade-Servern – ein Server pro Blade – und heutigen SMP-Servern – ein Server aus vielen Blades – werden kleiner.

Klaus Gottschalk, IBM: Rack- und insbesondere Blade-Server sowie weitere Formen verdichteter Systeme werden gerade im RZ-Bereich bei Scale-out-Einsätzen immer stärker gefragt sein. Tower-Systeme verbleiben für dedizierte Stand-alone-Einsätze zum Beispiel im unteren Mittelstand.

Björn Paulewicz, HP: Wie IDC sehen auch wir im Serverbereich im Jahr 2010 die Blades auf dem Vormarsch. Klassische Rack- oder Tower-Systeme werden weiter abnehmen. Als Marktführer im Blades-Segment gestaltet HP das Wachstum dieses Segments auch künftig mit. Wir werden unsere Technologien nach wie vor blade-orientiert vorantreiben und weitere Blade-Formfaktoren liefern, um unsere Kunden in Richtung Ganzheitlichkeit zu begleiten: Moderne Servertechnologien sind modular aufgebaut and ganzheitlich angelegt. Es geht nicht um die reine Rechenleistung, sondern darum, eine Verwaltbarkeit und Skalierbarkeit realisieren zu können, die den Kundenanforderungen entspricht. Blade-Technologie kann nicht nur im klassischen Serverbereich eingesetzt werden, sondern auch für Storage- oder Netzwerkthemen. So stellte Hewlett-Packard vor Kurzem die HP-ProCurve-Switche der Serie 6120 mit Blade-Formfaktor vor. Was Tower- und Rack-Server angeht, werden wir die Kunden im klassischen Serversegment weiterhin bedienen und auch ihnen eine maximale Integrierbarkeit ihrer verschiedenen Systeme bieten.

Peter Dümig, Dell: Es wird auch künftig eine Verschiebung hin zu Rack-Servern und Blades geben. Dieser Trend wird sich allerdings verlangsamen.

CLOUD COMPUTING IDC versteht unter dem Oberbegriff Cloud Computing die Techniken und die Bereitstellungsmodelle, mit denen Cloud Services (Produkte, Services, Lösungen) für Unternehmen oder Konsumenten über das Internet in Echtzeit angeboten oder genutzt werden. Der Betrieb der Anwendungen erfolgt dabei extern bei einem Provider. Die Cloud-Computing-Technologie ermöglicht das Anbieten von Cloud Services. Dieses Bereitstellungsmodell umfasst unter anderem Infrastruktursysteme (Server, Speichersysteme, Netzwerke), Anwendungssoftware, System- und Anwendungs-Management-Software sowie IP-Netzwerke. In diesem Zusammenhang wollten wir von den Experten wissen, welchen Einfluss beziehungsweise Auswirkungen das Cloud Computing auf die traditionelle Serverlandschaft hat?

Rolf Kersten, Sun: Der Trend geht zu mehr Standardisierung. Allerdings nicht nur auf Serverebene, sondern hin zu Systemen aus Server, Storage und Netzwerk. Flexibel in der “Private“ Cloud einsetzbare Multi-Purpose Appliances sind die Zukunft.

Klaus Gottschalk, IBM: Cloud Computing wird in der Intra- wie Extra-Cloud-Form tendenziell zur Bildung größerer, virtualisierter Einheiten führen.

Björn Paulewicz, HP: Unter dem aktuellen Zauberwort „Cloud Computing“ versteht jeder etwas anderes. Wichtig ist aber, dass die Kunden sensibilisiert werden für die zugrunde liegenden Themen wie Skalierbarkeit und Flexibilität. Cloud Computing gibt also eine Marschrichtung vor: weg von IT-Inseln in siloartigen Umgebungen und hin zu konvergenten Infrastrukturen der gesamten IT, die Server-, Storage- und Netzwerkfähigkeiten umfassen.

Die Anbieter rüsten ihre Portfolios für Cloud Computing, ob es um die private Cloud geht – die Wolke für das eigene Rechenzentrum, etwa die HP BladeSystem Matrix – oder um Cloud-Lösungen für sehr große Systeme wie unsere SL-Serverlinie. Cloud Computing beinhaltet nicht nur eine IT „on demand“, die Leistung genau dann bietet, wann sie gebraucht wird, sondern auch echte Wahlfreiheit für die Kunden bezüglich der Bezugs- und Finanzierungsmöglichkeiten. Unabhängig davon, ob sie ihre Serversysteme kaufen, leasen oder outsourcen wollen, wichtig ist die Beratung im Vorfeld. Statt einfach einem Hype zu folgen, wird die Basis für eine sinnvolle Entscheidung bereitgestellt. Denn Investitionsschutz bei geringem Risiko ist wichtig, um die ganze IT fit zu halten.

Peter Dümig, Dell: Langfristig werden weniger kleine Tower-Server verkauft, da viele Services künftig in der Cloud angesiedelt sein werden. Außerdem wird es spezielle Server für Cloud Computing geben.

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