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07.07.2010 Thomas Mach

Backup-Konzepte für die virtuelle Realität

Die zunehmende Beliebtheit der Virtualisierungs-Technologien erfordert von Administratoren Kenntnisse der grundlegenden Sicherungsplanung sowie Möglichkeiten für ein professionelles und effizientes Daten-Management in virtuellen Umgebungen.

Die Analysten von Gartner prophezeien, dass im Jahr 2010 nahezu 60 Prozent der virtuellen Server weniger sicher sein werden, als die Systeme, die sie ersetzen. Der Grund dafür sind nicht zuletzt mangelhafte Planung, unzureichende Werkzeuge und fehlende Ausbildung. Als potenzielle Gefahren für virtualisierte Umgebungen sehen die Marktforscher nicht zuletzt die Sicherheitslücken in der Virtualisierungs-Software selbst. Angreifer, die sich diese zu Nutze machen, können theoretisch den Hypervisor oder weitere VM auf dem gleichen Server erfolgreich attackieren. Gleichzeitig werden virtualisierte Server längst nicht mehr ausschließlich zu Testzwecken betrieben, sondern als produktive Maschinen eingesetzt. Die Folge sind steigendes Datenwachstum auf virtuellen Servern und eine Verlagerung von Unternehmenswerten und Kapital in Form von geschäftskritischen Informationen in die virtuelle Welt. Um gegen Ausfälle und Gefahren abgesichert zu sein, müssen alle virtualisierten Systeme in einer stimmigen Disaster-Recovery-Planung berücksichtigt werden. Sobald die IT-Abteilung die Entscheidung für die Virtualisierung gefällt hat, sollten also nicht nur Konzepte für das Backup von virtuellen Maschinen erarbeitet werden, sondern auch Möglichkeiten für effizienteres Backup in Betracht gezogen werden.

Das Backup kann »von außen« am Host-System selbst erstellt werden. Dabei erfolgt die Sicherung der virtuellen Maschinen zunächst durch ein einfaches File-Backup der Gesamtdatei, die die Informationen der virtuellen Maschinen beinhalten. In der Praxis hat diese Methode jedoch den Nachteil, dass die virtuellen Maschinen, die für den produktiven Einsatz verwendet werden, einen sich ständig ändernden Satz von Benutzerdaten, Einstellungen und Anwendungen haben. Es besteht also die Gefahr, dass durch ein einfaches Datei-Backup über den Host diese Zustandsinformationen und damit der vollständige Status einer laufenden virtuellen Maschine nicht gesichert werden.

Eine weitere Möglichkeit neben der Sicherung über das Wirtsystem besteht in der Datensicherung und Wiederherstellung durch einen Agenten innerhalb der virtuellen Maschinen. Aktuelle Disaster-Recovery-Lösungen bieten so IT-Administratoren alle Möglichkeiten, die sie auch aus der physikalischen Backup-Welt kennen. Die Agenten behandeln die virtuellen Maschinen wie jeden anderen Server im Netzwerk und ermöglichen die Erstellung von Images sowie von inkrementellen und differentiellen Backups im laufenden Betrieb. So können technisch Verantwortliche sicher gehen, dass alle Daten, Einstellungen, Anwendungen und Betriebssystemdateien geschützt sind. Administratoren können im Desaster-Fall sowohl einzelne Dateien, Ordner oder komplette Daten-Partitionen innerhalb weniger Minuten wieder herstellen. Sobald die Zahl der virtuellen Server aber wächst, entstehen die ersten Probleme. Einerseits steigt der Verwaltungsaufwand für Administratoren, die einen Backup-Agenten für jede virtuelle Maschine managen müssen, andererseits werden die durch die Virtualisierung erwarteten Kosteneinsparungen stark strapaziert, wenn Lizenzkosten für jeden Agenten fällig werden.

SICHERUNGEN, OHNE DAS NETZWERK ZU BELASTEN Vmwares Consolidated Backup bietet eine zentrale Backup-Möglichkeit für virtuelle Maschinen, die mit führenden Backup-Herstellern zusammen funktioniert. Diese befähigt Backup-Tools von Drittanbietern, virtuelle Maschinen und ihre Inhalte von einem zentralen Backup-Server statt direkt von einem ESX Server aus zu schützen. Der Vorteil dieser Methode liegt vor allem in der Entlastung der ESX Server sowie die Möglichkeit der Integration bereits bestehender Backup-Lösungen. Unterstützte Backup-Methoden sind sowohl vollständiges als auch inkrementelles Datei-Backup virtueller Maschinen, um eine Wiederherstellung auf Datei- oder Verzeichnisebene durchführen zu können. Dabei wird das lokale Netzwerk nicht belastet, die Sicherungsdaten bleiben im Speichernetzwerk. Als Funktion von Vmware steht VCB allerdings nur Lösungen des Herstellers zur Verfügung.

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