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02.12.2010 Oliver Weiss

Thin-Client-Initiative bei Energie Steiermark AG

Mit Citrix-Software stellt die Energie Steiermark Desktops für 1.500 Anwender zentral bereit und spart damit – zusätzlich zu weniger Administrationsaufwand – durch niedrigeren Stromverbrauch für Server und Endgeräte 25.000 Euro pro Jahr ein.

Mit ihren vier Kerngeschäftsfeldern Strom, Erdgas, Fernwärme und Restmüllverwertung ist die Energie Steiermark AG der viertgrößte Energieanbieter Österreichs. Das Unternehmen verkauft auf in- und ausländischen Märkten jährlich rund 8.000 GWh Strom, 1.200 Mio. Kubikmeter Erdgas und 2.300 GWh Fernwärme. Im Jahr 2009 erwirtschafteten die 1.800 Mitarbeiter damit einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro. Für die zahlreichen Konzerntöchter im In- und Ausland nimmt die Energie Steiermark AG mit Hauptsitz in Graz eine operativ-strategische Steuerungsfunktion wahr und bündelt wesentliche Funktionen wie Controlling, Rechnungswesen und Kommunikation.

HOCHVERFÜGBARKEIT Die Informationstechnologie des Konzerns ist in der Tochtergesellschaft Steweag-Steg angesiedelt: Die 65 Mitarbeiter des Bereiches IT erbringen ihre Dienstleistungen für den Gesamtkonzern und betreuen dabei mehr als 1.500 Endanwender und mehr als 400 Server in zwei Rechenzentren. Oberste Priorität hat für den Energieversorger die Hochverfügbarkeit der IT-Infrastruktur: Genau wie das Stromnetz des Unternehmens müssen auch alle kritischen Geschäftsapplikationen 365 Tage im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung stehen. »Kosteneffizienz, IT-Sicherheit und die Flexibilität, neue Geschäftsanforderungen schnell umsetzen zu können, sind daneben weitere zentrale Herausforderungen für uns«, sagt Georg Wurzenberger, Leiter IT Basisdienste der Energie Steiermark.

Diese Aspekte standen auch bei der Thin-Client-Inititative im Mittelpunkt, die Energie Steiermark 2009 gestartet hat: Zielsetzung war dabei nicht nur, die PC an vielen Arbeitsplätzen durch Thin Clients zu ersetzen, sondern die gesamte Desktop-Bereitstellung im Unternehmen durch Standardisierung und Zentralisierung zu vereinfachen und so weit wie möglich zu automatisieren. Der Enterprise Desktop mit allen benötigten Geschäftsapplikationen soll den Mitarbeitern virtuell über das Rechenzentrum zur Verfügung gestellt werden.

DIE VORTEILE DES VIRTUELLEN DESKTOPS Energie Steiermark knüpfte mit dieser Initiative an eine Zentralisierungsstrategie an, die schon in den Jahren zuvor begonnen hatte: Bereits im Rahmen eines SAP-Rollouts im Jahr 2001 hatte das Unternehmen entschieden, die SAP-Benutzeroberfläche nicht mehr lokal auf den Endgeräten zu installieren, sondern mit Citrix-Technologie über eine zentrale Serverfarm zugänglich zu machen. Der administrative Aufwand für Software-Updates konnte damit minimiert werden. Gleichzeitig wurde durch die Zentralisierung sichergestellt, dass alle Mitarbeiter zeitgleich Zugriff auf die jeweils aktuellste Anwendungsversion erhalten. In der Folgezeit verlagerte die IT-Abteilung daher weitere Kernapplikationen aus dem Energieversorgungsbereich auf die Citrix XenApp-Server und begann schließlich auch, komplette Benutzer-Desktops für bestimmte Einsatzszenarien – wie zum Beispiel mobile Mitarbeiter – zentral bereitzustellen.

Dieses Shared-Desktop-Konzept wurde im Rahmen der Thin-Client-Initiative auf den gesamten Konzern ausgedehnt: »Die zentrale Anwendungs- und Desktop-Bereitstellung mit Citrix XenApp hatte sich in der Praxis hervorragend bewährt«, sagt Wurzenberger. »Für uns lag es daher nahe, den kompletten Enterprise Desktop mit allen standardmäßig genutzten Applikationen zu virtualisieren.« Zu den rund 30 Kernapplikationen und weiteren 60 Randapplikationen, die in den Konzerngesellschaften der Energie Steiermark eingesetzt werden, gehören heute neben Microsoft Office und SAP auch zahlreiche branchenspezifische Anwendungen wie zum Beispiel das Stromhandels- oder Energieabrechnungssystem. Gemeinsam mit dem Citrix Platinum Solution Advisor Bull führte die IT-Abteilung diese Anwendungen in einem virtuellen Shared Desktop zusammen. Gleichzeitig erweiterte man die vorhandene Citrix XenApp-Umgebung, um die 1.500 Benutzer im In- und Ausland zuverlässig bedienen zu können, und legte dabei ein besonderes Gewicht auf Hochverfügbarkeit und Ausfallssicherheit. Für die Steuerung des Anwendungszugriffs und die Verwaltung der Benutzerprofile wurde zusätzlich die AppSense Management Suite implementiert.

VON 30 AUF 8 SERVER Den Ausbau der XenApp-Umgebung nutzte das Unternehmen zudem für ein umfangreiches Server-Virtualisierungsprojekt: Die Xen-App-Server, die zuvor größtenteils direkt auf physischer Hardware installiert waren, wurden komplett auf virtuelle Maschinen migriert. Trotz deutlich gestiegener Benutzerlast konnte damit die Anzahl der physischen Server von 30 auf acht reduziert werden. Auf jedem physischen Server laufen heute mindestens zehn virtuelle XenApp-Maschinen mit jeweils zwölf gleichzeitigen Benutzern, als Virtualisierungsplattform setzt die Energie Steiermark Citrix XenServer ein. »Die Schlüsselfunktion bei der Entscheidung für XenServer war für uns die integrierte Provisioning-Technologie, aber auch die Performance gegenüber Mitbewerbsprodukten hat uns überzeugt«, erläutert Wurzenberger. »Über die Provisioning Services von XenServer können wir heute ein standardisiertes Workload-Image auf alle virtuellen XenApp-Server streamen. Das Patchen der Server und das Einspielen von Updates ist damit um ein Vielfaches vereinfacht worden: Während wir früher einen Server nach dem anderen anpassen mussten, genügt es heute, einmal das Master-Image zu aktualisieren.« Mit dem automatisierten Reboot der XenApp-Server, der jede Nacht stattfindet, wird die gesamte Farm dann auf den neuesten Stand gebracht. Änderungen am Image werden zuvor auf der parallel aufgebauten Test-Farm ITIL-konform getestet. Das Ergebnis ist eine konsistente und jederzeit aktuelle XenApp-Umgebung als Basis-Infrastruktur für die konzernweite Desktop-Bereitstellung.

Mit dem Konzern-Desktop – intern nur noch kurz KD genannt – kann die Energie Steiermark heute die Anforderungen beinahe aller IT-Arbeitsplätze innerhalb des Unternehmens abdecken. Im Rahmen des Projekts wurden allerdings mehrere Applikationen identifiziert, die aufgrund hohen Ressourcenbedarfs nicht ideal für den Betrieb innerhalb des Shared Desktops geeignet waren: Insbesondere betraf dies das geografische Informationssystem ArcGIS und die CAD-Anwendung AutoCAD.

UNTERSTÜTZUNG VON ANSPRUCHSVOLLEN APPS Speziell für diese Applikationen implementierte die IT-Abteilung eine Hosted VDI-Lösung auf Basis von Citrix XenDesktop als Piloten. Beim gehosteten Virtual-Desktop-Verfahren erhält jeder Benutzer Zugang zu einem eigenen Windows-Desktop, der als virtuelle Maschine auf einem Server im Rechenzentrum ausgeführt wird. Im Gegensatz zum Shared-Desktop-Modell können dem Anwender dabei erweiterte Benutzerrechte und Personalisierungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Außerdem lassen sich Rechenleistung und Arbeitsspeicher individuell zuweisen, um auch ressourcenhungrige Applikationen optimal zu unterstützen. Im GIS/CAD-Bereich teilen sich bei der Energie Steiermark heute jeweils rund zehn Anwender die physische Hardware eines leistungsfähigen Servers.

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