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20.05.2009 Thomas Mach

Entkoppelte Anwendungen für konfliktfreie IT-Welten

Mit der Virtualisierung von Anwendungen lassen sich Konflikte mit anderen Applikationen oder gar dem Betriebssystem vermeiden.

Die Virtualisierung von Servern und Speichersystemen ist gängige Praxis, die Virtualisierung von Anwendungen hat sich dagegen noch nicht durchgesetzt. Dabei lassen sich mit der »Entkoppelung der Anwendungen vom Betriebssystem eine ganze Reihe leidiger Probleme lösen«, wie Boris Samsel, Systems Engineer Manager EMEA Central bei Symantec, erläutert.

Hauptziel der Applikationsvirtualisierung ist es, Konflikte von Anwendungen mit anderen Programmen oder dem Betriebssystem zu vermeiden. »Damit vereinfacht sich das Systemmanagement und erhöht Stabilität und Sicherheit der IT-Infrastruktur.« Bei der Applikationsvirtualisierung wird nicht Hardware virtualisiert, sondern es wird eine Abstraktionsschicht (Filter Driver) zwischen Anwendungen und Betriebssystem gelegt. »Dank dieser Filtertechnologie fügen sich virtualisierte Anwendungen nahtlos in das System ein.« Die Filtermethode eigne sich besonders dann, wenn virtualisierte Anwendungen mit herkömmlichen Programmen interagieren sollen. Zudem entfalle die Installation von Anwendungssoftware auf dem Endgerät.

FEHLERN VORBEUGEN »Die Abstraktionsschicht bildet eine vom Betriebssystem unabhängige Umgebung, die den Zugriff auf externe Objekte regelt und Systemressourcen wie die Registrierdatenbank oder das Dateisystem zur Verfügung stellt.« Dadurch könnten Anwendungen »die richtigen Dateien und Registrierungseinstellungen« nutzen, ohne das Betriebssystem zu ändern oder in Konflikt mit anderen Anwendungen zu kommen. »Diese Vorgehensweise bietet viele Vorteile, einschließlich höherer Zuverlässigkeit und Flexibilität.«

Ein möglicher Fehler bei Softwareinstallationen sei beispielsweise, »dass Administratoren beim Installieren neuer Software oder Anwendungsaktualisierungen versehentlich neuere DLL-Dateien durch ältere überschreiben«, wodurch Probleme zwischen Anwendungen, die gemeinsam auf diese DLL-Dateien zugreifen, auftreten könnten. »Die Ergebnisse reichen von Anwendungsfehlern bis zum erneuten Öffnen von Sicherheitslücken, die bereits behoben waren.« Mit der Softwarevirtualisierung würden derartige Probleme entfallen, betont der Symantec-Manager.

»Kurz zusammengefasst funktioniert Software-Virtualisierung so: Eine Anwendung wird mit einem Erfassungsprozess virtualisiert, durch den ein Virtual Software Package erzeugt wird.« Ein solches, kurz VSP genanntes, Package werde dann durch einfaches Kopieren auf das Zielsystem an den Client-Computer übertragen. »An diesem Punkt ist das VSP nicht aktiv und für den Endanwender unsichtbar. Nach der Aktivierung des VSP wird die Anwendung mit ihren Dateien, Ordnern und Einstellungen sichtbar.« Obwohl es sich um eine virtuelle Anwendung handle, »verhält sie sich gegenüber dem Anwender wie eine normale Anwendung«.

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