Nokia gegen Apple-Vorschlag für SIM-Karten Nokia gegen Apple-Vorschlag für SIM-Karten - Computerwelt

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29.03.2012 Alex Wolschann/apa

Nokia gegen Apple-Vorschlag für SIM-Karten

Kurz vor der Entscheidung über die nächste Generation der SIM-Karten für Handys eskaliert der Konflikt zwischen den Rivalen Nokia und Apple.

Kurz vor der Entscheidung über die nächste Generation der SIM-Karten für Handys eskaliert der Konflikt zwischen den Rivalen Nokia und Apple. Der finnische Handy-Hersteller drohte nun offen, den Vorschlag von Apple für eine noch kleinere Nano-SIM zu blockieren, falls er zum Standard erklärt werden sollte.

Nokia werde für das Apple-Format seine eigenen SIM-Patente nicht lizenzieren, kündigte Technologiechef Henry Tirri an. Da Nokia nach eigenen Angaben mehr als 50 relevante Patentfamilien für die SIM-Technik hält, könnte die Branche damit große Probleme bei der Umsetzung des Apple-Vorschlags bekommen.

Auf SIM-Karten (Subscriber Identity Module) werden vor allem die Zugangsinformationen des Mobilfunk-Anbieters gespeichert. In Smartphones kommt schon heute oft eine kleinere Micro-SIM zum Einsatz. Die Nano-SIM soll nun noch kleiner werden, damit die Smartphone-Hersteller ihre kommenden Geräte noch flacher bauen können. Die meisten Mobilfunk-Anbieter unterstützen nach bisherigen Medienberichten Apples Entwurf.

Nokia ist mit einem eigenen Vorschlag im Rennen, gemeinsam mit Motorola und dem Blackberry-Anbieter RIM. Nur ihr Format erfülle alle vereinbarten ETSI-Anforderungen, betonte Nokia. Mit ihm könnten die Hersteller mehr Platz sparen, günstigere Geräte bauen und hätten durch die Konstruktion des Kartenlesegeräts mehr Freiraum beim Design der Technik. Außerdem sei der Entwurf bequemer für die Verbraucher. Die von Apple vorgeschlagene Nano-SIM sei genauso lang wie heutige Micro-SIM-Karten breit sind - das berge die Gefahr, dass Nutzer sie aus Versehen ins falsche Gerät einsetzen könnten und sie sich im Kartenleser verkantet, argumentiert Nokia.

Die Finnen werfen Apple vor, den Standardisierungsprozess beim zuständigen europäischen Gremium ETSI zu missbrauchen, um sein Format durchzusetzen. Der "Financial Times" zufolge meldete der iPhone-Hersteller alle europäischen Tochtergesellschaften einzeln an. Dadurch habe Apple jetzt 183 Stimmen in dem Gremium - mehr als jede anderer Teilnehmer und etwa doppelt so viele wie Nokia.

Apple will laut Zeichnungen, die das US-Blog "The Verge" veröffentlichte, die Technik der heutigen SIM-Karten weitgehend beibehalten und sie einfach weitgehend von der bisher üblichen Plastik-Umrandung befreien. Das hätte den Vorteil, dass die neuen SIM-Karten mit einem Adapter auch in älteren Handys verwendet werden könnten. Die Nokia-Koalition setzt hingegen auf ein ganz neues Format, das nicht mit bisheriger Technologie kompatibel wäre. Apple versprach zuletzt in einem Brief an ETSI, die Technologien für sein Format kostenlos zu lizenzieren, wie der Patentexperte Florian Müller berichtete. ETSI (European Telecommunications Standards Institute) wollte am Donnerstag zusammentreten, um über die Nano-SIM zu beraten.

Apple soll vor einiger Zeit auch schon den Plan gehabt haben, die SIM-Karten fest in den Geräten zu verbauen. Sie könnten dann für verschiedene Mobilfunk-Anbieter programmiert werden. Mit der Idee blitzte der Konzern aber laut Medieninformationen bei den Netzbetreibern ab.

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