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21.03.2012 :: Printausgabe 06/2012 :: Michaela Holy/pi

Start-ups: Die Querdenker Österreichs

Start-ups treiben Innovationen, stimulieren den Wettbewerb, generieren Beschäftigungseffekte. Dazu benötigen sie professionelle Unterstützung wie von der Initiative "STARTeurope", über die die COMPUTERWELT ab sofort einmal im Monat berichten wird.

Der englische Begriff Start-up wird im Deutschen mit Existenz-, Unternehmensgründer oder Jungunternehmer übersetzt. Start-ups sind Organisationen auf der Suche nach einem wiederholbaren und skalierbaren Geschäftsmodell. Die Kultur eines Start-ups ist eine weit andere als die typischer Unternehmer. Es ist der fesselnde, unabhängige Geist junger Entrepreneure, der die Start-up-Szene prägt: Eine Subgruppe hauptsächlich junger Menschen, Pioniere, die bereit sind Risiken einzugehen, mit Konventionen zu brechen, die sich weigern, ihre Berufszukunft nur in alteingesessenen Unternehmen zu sehen, sondern ihr Wirtschaftsstudium in die Praxis umlegen. Der Arbeitsalltag eines Start-ups ist ebenso wenig steif und hierarchisch geordnet, wie man ihn aus Großkonzernen kennt, er entspricht eher dem organisierten Chaos und greift dennoch bereitwillig alle Innovationen auf. Viele Start-ups starten als Drei- bis Fünf-Mannbetriebe, wozu sich das Arbeiten in sogenannten Co-Working Spaces, zusammen mit Gleichgesinnten, gut eignet: eine teils legere Arbeitsumgebung, in der Kreativität sprudelt. Doch abgesehen von dieser Leichtlebigkeit sind Start-ups bereit, für ihren Traum der Existenzgründung das Privatleben aufzugeben, auf Urlaub zu verzichten und unterbezahlt zwölf bis 14 Stunden am Tag zu schuften und dafür nicht selten zu wenig Anerkennung in der Gesellschaft zu erlangen. Doch betrachtet man die Szene näher, fällt schnell auf, dass es die Start-ups sind, die Innovationen vorantreiben, den Wettbewerb stimulieren und Beschäftigungseffekte erzeugen.

Gründer aus Österreich sind meist zwischen 25 und 30 Jahren alt, Männer dominieren die Branche erheblich, was sicherlich mehrere Gründe hat, einer ist wohl unter anderem auch eine ausgeprägte Risikobereitschaft des Geschlechts. Die meisten österreichischen Start-ups sind Studierende oder frisch Absolvierende. 70 Prozent aller österreichischen Jungunternehmer stammen aus Wien, was darauf schließen lässt, dass sich die Hauptstadt in den letzten Jahren immer mehr zum Ballungszentrum für Investoren, Co-Working Spaces und Start-up-Unterstützer entwickelt hat. Obwohl nach Statistik Austria die meisten Start-ups den Wettbewerb als kritisch für den Verkauf sehen, blüht die Szene wie nie. Beweggründe hierfür sind sicherlich die günstigen Bedingungen, eine einstige Idee in die Tat umzusetzen. So gibt es derzeit ausreichend frisches Kapital – Investoren nutzen und entdecken zunehmend das Potenzial für lukrative Geschäfte, und aus politischer Sicht wurde der Zugang zur Szene immer barrierefreier gestaltet. Dazu haben aber nicht zuletzt Organisationen wie »STARTeurope« beigetragen, die sich als Sprachrohr für Start-ups verstehen, Interessen von Start-ups nach außen vertreten und mit Politik und Wirtschaft über bessere Rahmenbedingungen für Gründer diskutieren.

Die meisten Start-ups aus Österreich stammen derzeit aus dem Web- und Mobility-Bereich. So zum Beispiel mySugr, eine App für den spielerischen Umgang mit Diabetes, oder runtastic, ein Fitnessassistent, der eine App mit einem Community-Portal verbindet, oder diverse Produkt- und Aktionsportale, wie etwa finderly oder das bekannte Medikamenten-Informationsportal Diagnosia. Sie alle stammen aus Österreich und sind wenige von vielen Paradebeispielen, wie junge, mutige Menschen das Unternehmertum in Österreich neu erblühen lassen und alltagstaugliche Innovationen bieten. Natürlich verlaufen nicht alle Existenzgründungen glanzvoll, und die Überlebenswahrscheinlichkeit im Markt ist nicht immer garantiert. Um dem entgegenzuwirken ist es also dringend nötig, einen Brückenschlag zwischen erfahrenen Unternehmern und innovativen Neugründern zu ermöglichen. Auch nötig ist es, jungen Menschen Mut zu machen, sie zu unterstützen und ihnen den Weg in den Markt zu weisen – auch hierfür gibt es in Österreich bereits einige Initiativen, wie beispielsweise die Eventreihe »Startup Live«, denn nicht jedes Ideengespinst wird zum Erfolg oder ist gar notwendig, aber wohin sollen die vielen, gut ausgebildeten Österreicher?

Viele junge Menschen sehen ihre Zukunft in Richtung der Großkonzerne, Banken oder Beratungsunternehmen. Die Old Economy steht aber vor großen Herausforderungen; täglich liest man, dass Stellen abgebaut werden. Wenn aber keine Unternehmerkultur vorherrscht wird es schwierig, neu zu gründen. Es stellt sich also die Frage was man consulten soll, außer alte Konzerne am Leben zu erhalten. Das Argument, zuerst in große Unternehmen zu gehen und dann zu gründen gelingt nicht immer, da man sich mit der Zeit einen Lebensstandard aufbaut, später sicher weniger risikofreudig ist und schwerer in die Selbständigkeit wechselt. Schlussfolgernd lässt sich festhalten: Die unternehmerische Zukunft Österreichs liegt in der jungen Generation, die die Unterstützung der älteren Generationen benötigt. Gemeinsam sollten sie an einem Strang ziehen und das Unternehmertum vorantreiben.

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