E-Day 2012: "Immerwährende Beta-Welt als Risiko" Detail - Computerwelt

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01.03.2012 Alex Wolschann/apa

E-Day 2012: "Immerwährende Beta-Welt als Risiko"

Im Rahmen des E-Day der Wirtschaftskammer Österreich hat Gesellschaftsvisionär Gunter Dueck seine Sicht auf die Veränderungen dargelegt.

Im Rahmen des E-Day der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) hat Gesellschaftsvisionär Gunter Dueck seine Sicht auf die Veränderungen, die moderne Kommunikationstechnologien auf die Gesellschaft haben, dargelegt. "Die Menschen machen sich Sorgen um die Sicherheit der modernen Technik. Dadurch sind sie oft zu zögerlich. Die Änderungen kommen so schnell, dass wir in einer immerwährenden Beta-Welt leben, in der Technologien abgelöst werden, bevor sie sicher gemacht werden können", so Dueck.

Laut Dueck ist das Internet keine weitere Ergänzung von Staat und Gesellschaft, wie es in der Diskussion um einen "Internet-Minister" oft dargestellt wird. Stattdessen betreffe das Web alle Teile des Systems. "Das Internet wird zunehmend ein Betriebssystem für die Gesellschaft", so Dueck. Vom Eigenheim, das mittels Tablet gesteuert werden kann, bis hin zu Medizin und Management bleibt kein Lebensbereich unberührt. "Die Welt 2.0 kommt demnächst, spätestens wenn wir alle ausreichend gut mobil verkabelt sind", sagt der Experte.

Die gesamte Bevölkerung ändert momentan ihr Verhalten aufgrund der zunehmend konstanteren Anbindung an das Netz. "Bevor Menschen etwas kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch nehmen, konsultieren sie heute das Internet", so Dueck. Dadurch spalte sich die Wirtschaft in zwei Bereiche auf: Einen, der einfache Aufgaben umfasst, die jeder erledigen kann und einen, für den es Experten benötigt. "Die Arbeit teilt sich in einen industrialisierten und einen schwierigen Teil auf. Das führt einerseits zu einem Drift in den Niedriglohnbereich, während wir andrerseits einen Expertenmangel haben", erklärt der Visionär.

Laut Dueck lässt sich dieser Wandel nicht mehr aufhalten. "Können Sie in Ihrem Beruf noch jemandem helfen, der schon zwei Stunden zu dem Thema im Netz gesurft hat?", fragt Dueck das Publikum. Vorbereitet ist momentan allerdings kaum jemand auf die Umwälzungen. "Die Politik ist praktisch noch immer in eine Bauern- und eine Arbeiterpartei eingeteilt - Gesellschaftsklassen, die es so nicht mehr gibt", unterstreicht Dueck. Neue politische Strukturen erfordern laut dem Experten eine "Revolution von unten aus dem Netz".

Auch andere althergebrachte Strukturen brechen erst langsam auf. Dueck weist beispielsweise auf einen Professor einer amerikanischen Eliteuniversität hin, der seinen Job gekündigt hat und jetzt nur noch Online-Vorlesungen abhält, vor hunderttausenden Hörern. "All diese Änderungen sind bereits im Gange. Ich habe nicht gesagt, dass ich das will, aber wir alle beschleunigen den Wandel durch unser Verhalten", so der Keynote-Redner. Da der zunehmende Einfluss der Technologie unvermeidlich ist, rät der Experte, Neues schnell zu akzeptieren.

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