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27.02.2012 Alex Wolschann/apa

Olympus mit neuer Konzernspitze

Der Medizintechnik-Experte Hiroyuki Sasa soll den skandalgeschüttelten Kamerahersteller Olympus aus der Krise führen.

Der Medizintechnik-Experte Hiroyuki Sasa soll den skandalgeschüttelten Kamerahersteller Olympus aus der Krise führen. Sasa, der bisher die Marketing-Aktivitäten der Medizin-Sparte bei Olympus verantwortet, soll bei der Aktionärsversammlung im April als nächster Präsident vorgeschlagen werden, wie der Vorstand des Unternehmens am Montag beschloss.

Die Führung im Verwaltungsrat soll Yasuyuki Kimoto vom Großaktionär Sumitomo Mitsui Banking übernehmen. Der amtierende Chef des japanischen Unternehmen, Shuichi Takayama, will sich bei der für den 20. April anberaumten Aktionärsversammlung zurückziehen. Er ist unter den 18 früheren und aktiven Managern und Bilanzprüfern, die Olympus wegen der Bilanzfälschungen auf Schadenersatz verklagt hat. Zudem wurden kürzlich sieben zentrale Beteiligte der Affäre festgenommen. Darunter ist auch der frühere Konzernchef und langjährige Firmenpatriarch Tsuyoshi Kikukawa.

Sasas Berufung kommt nicht überraschend, da die Medizintechnik inzwischen zum größten Bereich von Olympus geworden ist - allerdings auch durch die Übernahmen, bei denen durch überhöhte Preise Bilanzbetrug betrieben wurde. Bei den Deals waren nach bisheriger Kenntnis alte Anlageverluste von insgesamt 134,8 Mrd. Yen (aktuell 1,25 Mrd. Euro) verschleiert worden.

Olympus riskiert aber einen Streit mit seinen ausländischen Investoren über die Neubesetzung der Unternehmensspitze. Die ausländische Olympus-Aktionäre streiten seit einigen Wochen mit den Banken des Konzerns über die Neubesetzung der Unternehmensspitze. Vertreter der Investoren hatten in der vergangenen Woche davor gewarnt, die Top-Positionen mit Managern zu besetzen, die den Einfluss der Geldhäuser noch vergrößern. Wichtige Anteilseigner außerhalb Japans wie Southeastern Asset Management und Indus Capital wollen dagegen frisches Blut im Topmanagement, um einen Neustart für das von einem Bilanzskandal in Misskredit gebrachte Unternehmen zu ermöglichen.

Olympus hat den Betrug mehr als 13 Jahre lang vertuscht, um Fehlinvestitionen zu verbergen. Aufgedeckt wurde der Fall im Oktober vom damaligen Olympus-Chef, dem Briten Michael Woodford, der deswegen postwendend entlassen worden war. Ihm wurde vorgeworfen, die japanische Firmenkultur nicht zu verstehen.

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