IVA-Rasinger will neue Vorstandsspitze in Telekom Detail - Computerwelt

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14.02.2012 Alex Wolschann/apa

IVA-Rasinger will neue Vorstandsspitze in Telekom

Neue Köpfe an der Spitze will der Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger bei der teilstaatlichen Telekom Austria (TA) sehen.

Neue Köpfe an der Spitze will der Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger bei der teilstaatlichen Telekom Austria (TA) sehen. Es brauche in den Schlüsselpositionen Manager, die von der Vergangenheit unbelastet seien und die sich nicht ständig rechtfertigen müssten, dass sie da und dort nichts gesehen hätten, meinte Rasinger am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien.

Die Telekom wird von einem riesigen Korruptionsskandal erschüttert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, im Parlament läuft ein Korruptions-Untersuchungsausschuss. Auf Fragen, ob er namentlich Vorstandschef Hannes Ametsreiter und Aufsichtsratschef Markus Beyrer abgelöst sehen will, sagte Rasinger, es brauche an den Schlüsselstellen charismatische Personen, die sich nicht dauernd erklären müssten und die Zukunftskonzepte für 2012 bis 2015 erstellten. Es gehe ihm nicht darum, jetzt 2012 die Telekom führungslos zu sehen. Vorher müsse eine Alternative, also eine passende Nachfolge, stehen. Den amtierenden Chef Ametsreiter, der schon lang im Unternehmen ist, sieht er nicht unbelastet von der Vergangenheit, selbst wenn von ihm jetzt Aufarbeitungen angestoßen worden seien. Da gehe es nicht darum, jemandem eine Schuld zuzuordnen.

Ein neuer Chef für die Telekom sollte sich zu hundert Prozent der Zukunft widmen können, findet der Kleinanlegervertreter Rasinger. "Das muss ein Externer sein, der die Branche kennt". Er würde sich für die Telekom eine Lösung wünschen "wie seinerzeit Pölzl für die Post". (Die Post hatte 2009 im einstigen Chef des deutschen Handynetzbetreibers T-Mobile, Georg Pölzl, ihren neuen Chef gefunden, Anm.).

Ob er Forderungen des neuen Telekom-Investors Ronny Pecik unterstütze, der ja mehrere Sitze im Aufsichtsrat für seine Gruppe begehrt, sagte Rasinger heute nicht. An Kritikpunkten fehlt es dem Chef des Interessenverbands für Anleger (IVA) in Richtung Telekom-Spitze nicht. Bei den einstigen Beratungshonoraren der Telekom sei ihm "jetzt einiges klar geworden". Rasinger sprach zudem von einer "sehr verunglückten Akquisition in Weißrussland". Und er sei auch dagegen, dass Dividenden aus der Substanz bezahlt werden, wo man dem Anleger sein Kapital mit 25 Prozent KESt belastet zurückbezahle.

Von Pecik erwartet Rasinger, dass er frischen Schwung ins Unternehmen bringen wird. "Ich glaube aber nicht, dass er Langzeitinvestor ist", fügte Rasinger hinzu. Strategische Partnerschaften hätten ihm schon in der Vergangenheit gut gefallen, sagte der IVA-Boss.

Pecik hat zum Teil über Optionen seine Beteiligung an der Telekom Austria zuletzt auf mehr als 20 Prozent aufgestockt. Er ist zweitgrößter Aktionär nach der staatlichen ÖIAG. Meldepflichten habe er damit nicht verletzt, weil die Options-Deals erst gemeldet werden müssten, wenn sie gezogen werden. Daraus sei Pecik kein Vorwurf zu machen, meinte man heute im IVA. In weiten Teilen der Politik wird Pecik mit einer feindlichen Übernahme durch einen anderen Telekomkonzern in Verbindung gebracht.

Um zu verhindern, dass Investoren sich über Optionen "anschleichen", fordert der IVA schon lang gesetzliche Meldepflichten für Optionen so wie bei direktem Aktienbesitz. Im aktuellen Forderungsprogramm des IVA wird deshalb die Forderung der Meldepflicht bei Überschreiten der 2- bzw. 3-Prozent-Schwelle für Aktien und Optionen (auch aus Wandelanleihen) bekräftigt.

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