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09.02.2012 :: Printausgabe 03/2012 :: Alex Wolschann

Österreichs IT-Manager blicken in die Zukunft

Für Österreichs IT-Wirtschaft sieht es 2012 gut aus. Sowohl Analysten als auch die heimischen Anbieter zeigen sich sehr optimistisch. Die Trends des Vorjahres wie Cloud Computing oder Big Data dürften sich heuer noch weiter manifestieren.

Trotz anhaltender Eurokrise, Währungsschwankungen oder Lieferengpässen durch die Japan-Katastrophe zeichnen die Auguren durchwegs ein positives Bild für das Jahr 2012. Die COMPUTERWELT hat über 50 Geschäftsführer österreichischer IT-Anbieter um eine Einschätzung für das Jahr 2012 gebeten und dabei verschiedene Aspekte wie Geschäftsentwicklung, Fachkräftemangel oder Social Media thematisiert.

Der österreichische IT-Markt wächst nach den jüngsten IDC-Prognosen 2012 um zwei Prozent und liegt damit über dem westeuropäischen Durchschnitt von 0,8 Prozent. Das österreichische IT-Marktvolumen wird 2012 laut IDC somit 6,3 Milliarden Euro betragen. Diese positiven Zahlen ­decken sich auch mit den Ausblicken der heimischen Geschäftsführer.

Die große Mehrheit der Teilnehmer an der COMPUTERWELT-Blitzumfrage geht für das Jahr 2012 von höheren Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr aus. »Nach dem Rekordjahr 2011 rechnen wir mit einem anhaltend starken Wachstum«, erklärt SAP-Österreich Geschäftsführer Andreas Muther, der für Österreich erneut ein zweistelliges Wachstum beim Verkauf von Software und softwarebezogenen Dienstleistungen erwartet. Auch Navax mit CEO Oliver Krizek will den Umsatz 2012 »im zweistelligen Bereich steigern.« Für Ditech war schon 2011 ein Rekordjahr, heuer soll der Umsatz »um zehn bis 15 Prozent« wachsen, erklärt Ditech-Gründer Damian Izdebski. Obwohl mehrere Geschäftsführer von einem Rekordjahr 2011 gesprochen haben, gehen die meisten auch davon aus, diesen Trend fortzusetzen: »In Österreich sind wir 2011 überdurchschnittlich gewachsen. Unser Ziel für 2012 ist es, um weitere zehn Prozent zu wachsen, erklärt auch der heimische CSC-Boss Norbert Haslacher.

Selbst Unternehmen, die keine genauen Prognosen abgegeben haben, gehen davon aus, »stärker als der Markt« zu wachsen, wie es etwa Tieto-Österreich Geschäftsführer Thomas Hohenauer formuliert hat. Andere Unternehmen wie Aastra oder Google Österreich machen zum Umsatz gar keine Angaben.

TRENDS WERDEN ZU STANDARDS 2011 war das große Jahr der Tablets und mobilen Applications. Daran dürfte sich auch 2012 nicht viel ändern, wohl eher im Gegenteil: »Mobility und Business-Anwendungen am Tablet-PC sind auf jeden Fall die großen Trends 2012«, erklärt ­Krizek und ergänzt: »Innerhalb weniger Monate hat es hier einen Boom gegeben, der nicht aufzuhalten ist. Einiges verändern wird in dem Zusammenhang das neue Betriebssystem Windows 8.«

Auch das Thema Cloud Computing scheint für die heimischen Bosse nicht mehr aus der Unternehmens-IT wegzudenken zu sein. Fast jeder Manager führte Cloud Computing als einen der wichtigsten Trends des neuen Jahres an: »Wir ­merken in diesem Bereich deutlich mehr ­Kundenanfragen für praxisorientierte ­Seminare«, erklärt Michael Swoboda vom Enterprise Training Center. »Cloud Computing bleibt das beherrschende Thema und wird die IT nachhaltig verändern. Hier geht es um Virtualisierung in der ­Private- und vermehrt in der Hybrid- Cloud. Die dazu passende Infrastruktur und das Thema Security sind entscheidende Faktoren«, so EMC-Geschäftsführer Martin Hammerschmid. In ein ähnliches Horn stößt auch die scheidende ­Microsoft-Österreich Geschäftsführerin Petra Jenner: »2012 steht im Zeichen der Cloud und der Consumerization der IT.« Für Walter Weihs von der Software AG kommen Trends wie Cloud Computing allerdings für viele heimische Unternehmen zu früh: »Anstelle sich Modetrends wie Cloud Computing, Mobility und In-Memory hinzugeben, sollten die Unternehmen ­zuerst ihre Hausaufgaben in ­Sachen Serviceorientierter Architektur machen.« SOA sei laut Weihs schließlich die Voraussetzung für die Umsetzung ­dieser Trends. Auch der anhaltende Fachkräftemangel könnte Trends nachhaltig beeinflussen: »Durch den akuten Engpass an qualifiziertem IT-Personal sind partielles Outsourcing und Betriebsführung wieder aktueller denn je«, so Robert Absenger von Sitexs-Databusiness. Absenger sieht Security als »Dauerbrenner« und glaubt, dass das »reine Box shifting im Server- und Clientbereich« an Bedeutung verlieren werde.

Bei Hardware sollen vor allem Tablets und Ultrabooks für neuen Schwung sorgen. Nicht ganz ohne Konsequenzen für gar nicht so alte Trends: »Verlierer der Etablierung neuer Produktgruppen werden vermutlich Netbooks sein, die nur mehr ein Nischenprodukt darstellen werden«, glaubt Izdebski. Auch der Verschmelzung von ­Informationstechnologie und Home Entertainment traut Izdebski den nächsten Schritt zu: »Der nächste Evolutionsschritt am IT-Markt wird aber vermutlich am klassischen Fernseher gemacht. Der Fernseher der Zukunft wird am Internet hängen, was auch die Angebote der Fernsehsender massiv verändern wird.«

Anhaltende Trends wie Bring your own Device (BYOD) oder Social Media be­reiten den IT-Verantwortlichen großes Kopfzer­brechen. In einigen IT-Abteilungen wird BYOD mittlerweile schon mit »Bring your own Desaster« übersetzt. Andere Unternehmen haben sich mit den geänderten Bedingungen bereits arrangiert: »BYOD ist ein Kernthema unserer Lösungen. Laut Statistiken fordern mittlerweile 33 Prozent der Absolventen, dass sie ihr eigenes ­Device am Arbeitsplatz einsetzen dürfen«, erklärt Nextiraone-Geschäftsführerin Margarete Schramböck. »Wir unterstützen unsere Kunden auf ­deren Weg mit Consulting und entsprechender technischen Expertise.«

Für CIO beziehungsweise IT-Leiter reduzieren sich die Herausforderungen aber längst nicht auf Facebook oder BYOD: »Der IT-Verantwortliche wird zum stra­tegischen Service Broker für sein Unternehmen, seine Sourcing-Entscheidungen beeinflussen die Flexibilität, die Sicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens entscheidend,« erklärt HP-­Österreich Geschäftsführer Rudolf Kemler.

AUFHOLBEDARF Obwohl sich der österreichische Markt laut Analysten positiv entwickeln soll, ­sehen die heimischen IT-Manager in einigen Branchen durchaus Luft nach oben: »Der Bereich Gesundheitswesen, die ­Öffentliche Hand und der Banken- und Finanzsektor haben großen Nachhol­bedarf«, erklärt etwa COS-Österreich-Chef Attila Pedru. Auch für boomende Bereiche sollen entsprechende Rahmen­bedingungen geschaffen werden: »Österreich muss vor allem seine Internet-Infrastruktur ­weiter konsequent ausbauen. Die zunehmende Nutzung von Software-as-a-­Service braucht ein belastbares Netz mit hohen Bandbreiten und zu leistbaren Kosten«, fordert Fabasoft-Vorstand Helmut Fallmann.

Auch für das exponentiell steigende Datenvolumen in den Unternehmen – Stichwort Big Data – könnten einige Unternehmen nicht gerüstet sein: »Das enorme Datenwachstum schreitet ungebremst fort, es wurde aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation aber teilweise nur vorsichtig investiert«, warnt der heimische EMC-Geschäftsführer Martin Hammerschmid. »Jetzt sind Investitionen in alle Arten von Speicher nötig, um nicht vom Datentsunami überholt zu werden.« Nachholbedarf ortet Hammerschmid auch im Bereich Sicherheit, besonders punkto Backup und Archivierung.

Auch viele ­kleine und mittlere Unternehmen, die immerhin fast 99 Prozent der heimischen Firmenlandschaft ausmachen, wären sich gerade im Bereich Sicherheit ihrer Sache zu sicher. »Aktuelle Studienergebnisse von Symantec zeigen, dass sich weltweit die Hälfte der KMU nicht in Gefahr sieht. Stattdessen gehen sie davon aus, dass nur große Unternehmen im Visier von Cyberkriminellen stehen«, erklärt Symantec-Österreich-Geschäftsführer Ernst Eisner.

In einigen Bereichen nehmen die heimischen Manager auch die Politik in die Pflicht:

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