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03.02.2012 Michaela Holy/apa

Panasonic kündigte riesigen Jahresverlust an

Der japanische Elektronikkonzern Panasonic hat wie Konkurrent Sony noch keinen Ausweg aus dem schlingernden TV-Geschäft gefunden und steuert auf einen Jahres-Rekordverlust von 780 Mrd. Yen (7,8 Mrd. Euro) zu.

Bis vor wenigen Monaten hatte Panasonic für sein bis Ende März gehendes Geschäftsjahr noch einen Gewinn in Aussicht gestellt - jetzt machen dem Konzern jedoch Abschreibungen und Kosten für den Abbau von 17.000 Arbeitsplätzen, mit dem er auf die schlechten Geschäfte reagiert, einen Strich durch die Rechnung. Von Oktober bis Dezember brockten die hohen Kosten für den Konzernumbau sowie Abschreibungen auf die akquirierte Sanyo dem Hersteller von Lumix-Kameras und Viera-Fernsehern einen Verlust von 197,6 Mrd. Yen ein, wie das Unternehmen am Freitag nach Börsenschluss mitteilte. Im selben Vierteljahr 2010 schrieb Panasonic noch schwarze Zahlen.Analysten hatten die Lage weniger dramatisch eingeschätzt. Sie hatten für das Gesamtjahr einen Fehlbetrag von 470 Mrd. Yen erwartet.

Mit dem düsteren Ausblick tut es Panasonic heimischen Wettbewerbern wie Sony und Sharp gleich, die allesamt eine schwache Nachfrage, den starken Yen und einen harten Konkurrenzkampf mit koreanischen Rivalen wie Samsung zu spüren bekommen. "Panasonic, wie auch Sharp und Sony, haben strukturelle Probleme", sagte Makoto Kikuchi, Chef von Myojo Asset Management in Tokio, und bezog sich dabei auf die Probleme in deren TV-Geschäft.

Wegen der schlechten Geschäfte treibt Panasonic den Konzernumbau mit Vollgas voran. Bis Ende März sollen 17.000 Jobs gestrichen, 70 Werke geschlossen werden. Panasonic hat es sich zum Ziel gesetzt, 2012 wieder schwarze Zahlen in der angeschlagenen TV-Geräte-Sparte zu schreiben.

Panasonic beherrscht den Markt für Plasma-TV-Geräte. Das Marktforschungsunternehmen DisplaySearch schätzt, dass die Umsätze in diesem Markt weltweit bis 2015 um 38 Prozent auf 7 Mrd. Dollar (5,35 Mrd. Euro) sinken werden, während die Umsätze mit LCD-Schirmen um acht Prozent auf 92 Mrd. Dollar schrumpft. Weder Panasonic noch die Konkurrenten hätten einleuchtende Antworten auf diese Entwicklungen, beklagte Yuuki Sakurai, Chef von Fukoku Capital. "Worin genau ist das Unternehmen gut? Was will es tun? Sie haben keine Antworten auf diese Fragen."

Panasonic-Präsident Fumio Ohtsubo machte in einer Pressekonferenz keine Andeutungen, er wolle das TV-Geschäft loswerden. "Ich denke nicht, dass es ein Geschäft ist, dass an Wachstumspotenzial verloren hat", sagte er. Panasonic wolle das TV-Geschäft auf andere Art und Weise weiterentwickeln. Dabei habe Panasonic eher Unternehmen als den Konsumenten im Blick.

Panasonic hatte bereits angekündigt, seinen Fokus nicht mehr auf Unterhaltungselektronik, sondern auf die Energie- und Umwelttechnik legen zu wollen. Der Kauf von Sanyo war Teil der Strategie, sich mehr auf das Geschäft mit Unternehmen zu konzentrieren. Sanyo wies nun einen operativen Quartalsverlust von mehr als 20 Mrd. Yen aus.

Bei Sony soll es ein neuer Chef richten: Kazuo Hirai soll im April Howard Stringer ablösen. Sony erwartet für das Gesamtjahr 2011/2012 einen Verlust von umgerechnet 2,9 Mrd. Dollar.

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