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17.01.2012 Alex Wolschann/pte

USA: YouTube verhandelt Rechte mit Musikindustrie

YouTube verhandelt derzeit in den USA mit drei der vier größten Plattenfirmen über eine Verlängerung der Lizenzen zum bereitstellen urheberrechtlich geschützter Inhalte.

Googles Videoportal YouTube verhandelt derzeit in den USA mit drei der vier größten Plattenfirmen über eine Verlängerung der Lizenzen zum bereitstellen urheberrechtlich geschützter Inhalte, wie CNET berichtet. Die Verhandlungen sind angeblich schon weit fortgeschritten und verlaufen bisher außergewöhnlich reibungsfrei. "Die beiden Verhandlungspartner arbeiten schon seit Jahren zusammen und kennen sich. Sie müssen sich nur noch über die Höhe der Gebühren einig werden", erklärt Internet-Urheberrechtsexperte Matthias Spielkamp.

Das Verhältnis zwischen YouTube und der Plattenindustrie ist seit Jahren angespannt. Die Labels werfen dem Videoportal vor, Beihilfe zur Piraterie zu leisten. Musikvideos mit Links zu illegalen Downloads und Filme, die Usern zeigen, wie die Tonspur eines YouTube-Videos in eine MP3-Datei umgewandelt werden kann, stoßen der Industrie sauer auf. Trotzdem haben die größten Plattenfirmen YouTube Lizenzen zur Bereitstellung ihrer Inhalte erteilt. YouTube-Nutzern ist es sogar gestattet, selbstgemachte Videos mit geschützter Musik zu hinterlegen. "Die Industrie hat sich entschieden, die Lizenzen zu vergeben und trotzdem Druck auf Google auszuüben, anstatt auf Geld zu verzichten und zu klagen", sagt Spielkamp.

Die Universal Music Group, Sony Music Entertainment und EMI Music verhandeln derzeit über neue Verträge mit YouTube. Eine der Firmen soll sich bereits mit Google einig geworden sein, wie Insider erfahren haben. YouTube soll höheren Gebühren zugestimmt und ein Versprechen zu härteren Bandagen gegen Piraterie abgegeben haben. Bisher hat sich keine der Seiten offiziell zu den Verhandlungen geäußert. Zuletzt hat die Einigung zwischen der Plattenindustrie und dem YouTube-Mutterkonzern Google das Verhältnis zwischen den Labels und dem Suchmaschinen-Riesen etwas entspannt.

Das Grundproblem ist, dass sich die Content-Industrie von Google eine präventive Prüfung von eingestellten Inhalten wünscht. Google rechtfertigt seine Praxis der Reaktion auf Beschwerden mit einem Verweis auf die Unmöglichkeit der Kontrolle der riesigen Datenmengen. "Ein Prozess zwischen Viacom und YouTube versucht seit Jahren zu klären, ob Google rechtlich verpflichtet ist, die Inhalte vorab zu prüfen. Ich glaube, es wäre technisch möglich, einen hohen Prozentsatz der Videos zu prüfen. Der Aufwand wäre allerdings riesig", so Spielkamp.

Die Rechte, die YouTube verlängern will, beziehen sich lediglich auf die USA. "Auf europäische User hat das Ergebnis keinen Einfluss. Hier gibt es schon seit Jahren einen Streit zwischen YouTube und der GEMA, die Rechte von Komponisten und Textern vertritt. Bisher gab es trotz Druck der Plattenfirmen keine Einigung. Deshalb können deutsche User auf viele Videos, die in anderen Ländern gesehen werden können, nicht zugreifen", so Spielkamp. Die GEMA hat bisher alle Angebote von YouTube ausgeschlagen und investiert enorme Ressourcen in das Blocken von Videos in Deutschland, um Druck auf YouTube aufzubauen. Eine lückenlose Kontrolle ist auch dort nicht möglich.

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