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16.12.2011 pte/Rudolf Felser

Newcomer startet industrielle Graphen-Produktion

Das in Lomazzo bei Como beheimatete Start-up Directa Plus hat ein industrielles Verfahren zur Herstellung von Graphen entwickelt.

Mit der Massenproduktion soll im Frühjahr 2012 begonnen werden. Entdeckt worden war die zweidimensionale Kohlenstoffverbindung im Jahre 2004 von den russischen Nobelpreisträgern Andrè Greim und Konstantin Novoselov.

"Für Graphen gibt es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten", so Firmengründer Giulio Cesareo im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext. "Sie reichen vom Autoreifen über die Lithium-Ionen-Batterie bis hin zu leitfähigen Tinten und Halbleitern", erklärt der italienische Ingenieur, der auf eine mehr als 20-jährige Berufserfahrung bei internationalen Chemie-Multis zurückblickt.

Beim Graphen handelt es sich um eine Kohlenstoffverbindung, die 50 Mal widerstandsfähiger als die von Stahl ist. Eine Masse von 0,77 Kilogramm reicht aus, um das Gewicht einer 4 Kilogramm schweren Katze zu tragen. Weitere Vorteile sind die im Vergleich zum Stahl sechs Mal höhere Elastizität und die extrem hohe Leitfähigkeit.

Bei der Fertigung von Transistoren und Mikrochips kann mit dem hauchdünnnen Material deshalb auch das immer knapper werdende Silizium ersetzt werden. Expertenschätzungen zufolge dürfte die weltweite Nachfrage nach Graphen in den kommenden zwei Jahren von 68 auf 155 Tonnen und im Jahre 2017 bis auf 573 Tonnen klettern. Die sich noch im Testlauf befindende Maschine in Lomazzo kommt auf eine Jahresleistung von fünf Tonnen.

Nach Auskunft der Ingenieure kann ihre Kapazität ohne weiteres auf das Hundertfache gesteigert werden. Die auf Nanotechnologie spezialisierte Directa Plus war im 2005 von Giulio Cesareo und vier Berufskollegen gegründet worden. Zum Unternehmen gehören auch zwei Forschungslabors im US-Bundesstaat Cleveland und in der süddeutschen Universitätsstadt Ulm.

Die Mitarbeiterzahl ist mittlerweile auf 33 gestiegen. Untergebracht ist die Firma in dem aus einer ehemaligen Baumwollfabrik entstandenen Technologiepark ComoNext, wo sich inzwischen 40 Firmen mit insgesamt 240 Mitarbeitern angesiedelt haben. "Bei uns spürt man noch die im Silicon Valley übliche Garagen-Atmosphäre", meint Cesareo abschließend. (pte)

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