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14.12.2011 Oliver Weiss

HP: Harter Kern mit weicher Schale

Die neue HP-Chefin Meg Whitman will HP wieder als vertrauenswürdigen IT-Partner etablieren. Keine leichte Aufgabe.

Meg Whitman, seit neun Wochen oberste Chefin von HP, will dem Konzern ein neues Gesicht verpassen. Ein Gesicht, dem Kunden, Partner und nicht zuletzt auch die eigenen Mitarbeiter wieder vertrauen können. »Ich will das Drama HP aus den Schlagzeilen holen«, sagte Whitman, die als ehemalige Ebay-Chefin selbst schon HP-Kundin war, programmatisch auf ihrer ersten, längeren Keynote auf der HP Discover in Wien. »Die wichtigste Frage lautet: Für was stehen wir, welche unternehmerische Strategie hat HP?«, fragte Whitman provokativ ins Plenum von rund 7.000 Zuhörern. In der Tat: Diese Frage haben sich Kunden und Partner in den letzten Monaten oft genug gestellt, und sie hatten keine schlüssige Antwort darauf gefunden. Whitman unternahm den Versuch, HP ganzheitlich zu denken. Sie skizzierte die Konturen eines Unternehmens, in dem Server, Storage und Printer – also die sehr umsatzstarke Hardware-Infrastruktur – den harten Geschäftskern bilden, der durch den sehr margenstarken Geschäftsbereich Software und durch Services ergänzt wird.

SOFTWARE ALS TRIEBFEDER Der Software-Bereich von HP wächst mit 28 Prozent (4. Quartal 2011) am stärksten, und Software scheint zurzeit HPs Innovationstreiber zu sein. Die Akquise der britischen Firma Autonomy, mit 10,2 Mrd. Dollar nicht gerade ein Schnäppchen, trägt erste Früchte, und muss das wohl auch tun. In Wien kündigte HP dementsprechend drei neue Autonomy Appliances an: E-Discovery, eine Enterprise Search Appliance und eine Archiving Appliance. Das Appliance-Konzept, Software und Hardware optimal aufeinander abgestimmt und aus einer Hand anzubieten, breitet sich immer stärker aus. Offenbar hat nun auch HP daran Gefallen gefunden.

Alle Appliances setzen auf IDOL 10 (Intelligent Data Operating Layer) auf. Die Technologie soll Autonomy-Kunden ab dem 1. Dezember zur Verfügung stehen. Sie bietet eine einheitliche Verarbeitungsschicht, über die Firmen die Bedeutung von Informationen sowohl aus sogenannten unstrukturierten Daten, also Texten, Audio- und Videodateien, Social Media, E-Mails und Webinalten, als auch aus strukturierten Datenquellen wie Log-Dateien und maschinengenerierten Sensordaten erschließen können. Sie verbindet dazu Autonomys Software zur Bearbeitung unstrukturierter Daten mit der Analyse­engine der ebenfalls in diesem Jahr von HP aufgekauften Firma Vertica.

Die voraussichtlich ab März 2012 liefer­baren Autonomy-Appliances bestehen aus ProLiant-Servern von HP, Storage von HP und der IDOL-Plattform. Die Preise sind abhängig von der Zahl der genutzten Datenquellen und der Datenmenge. Die ­Archivierungs-Appliance nimmt automatisch Daten auf, dedupliziert sie, indexiert sie und extrahiert Metadaten von allen Datentypen – einschließlich, Audio- und Videodateien, Social Media, E-Mail, Web­inhalten und Sharepoint-Dateien. Das kann zum Beispiel für Firmen, die in einem stark regulierten Umfeld agieren, für den Nachweis hilfreich sein, Auflagen eingehalten zu haben.

Die E-Discovery-Appliance identifiziert, schützt, sammelt, bearbeitet, analysiert und prüft Daten. Sie kann für Firmen nützlich sein, die in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt sind oder werden, indem sie die für die Fälle relevanten Daten beschafft. Ein Dashboard gewährt Einsicht in den Erfassungsvorgang und erlaubt die Analyse aufgespürter Daten.

Die Enterprise Search Appliance schafft einen Überblick über die im Unternehmen vorhandenen Daten, sowohl strukturierte als auch unstrukturierte. Sie kategorisiert, tagged und verlinkt Daten automatisch, die sie aus unterschiedlichen Datenquellen beschafft. Damit sollen sich große Mengen vorhandener aber ungenutzter Informationen erschließen lassen.

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