Gastkommentar: Software und die Politik Detail - Computerwelt

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30.11.2011 Klaus Veselko*

Gastkommentar: Software und die Politik

Zur Erstellung einer repräsentativen Studie hat der Verband Österreichischer Software Industrie (VÖSI) die Initiative ergriffen und gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien (UBIT) eine Erhebung der Branchen-Kennzahlen in Auftrag gegeben.

Studienautor war Prof. Gottfried Haber von der Uni Klagenfurt. Anlass dafür war die Unzufriedenheit mit bisherigen Studien und Masterplänen, die zu wenig auf die Spezifika der Software-Industrie Rücksicht genommen haben und vielmehr die Interessen der Telekomindustrie vertreten haben. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Inklusive der Sekundäreffekte verdanken rund 400.000 Beschäftigte ihren Job der österreichischen IT-Branche. Jeder neue Job, der hierzulande in der IT geschaffen wird, resultiert kurzfristig in mehr als drei zusätzlichen Jobs. Jede Milliarde, die in IT und Software-Leistungen investiert wird, ergibt laut Studie rund 2,3 Milliarden an nationaler Wertschöpfung. Mit diesen Multiplikatoreffekten liegt die Software- & IT-Branche im Spitzenfeld. Daher erwartet sich der VÖSI eine Bereitschaft der Politik- und Wirtschaftsgremien zu einem breit angelegten Dialog, wie diese positiven Effekte möglichst effizient genutzt werden können. Die Regierung muss die wesentliche Bedeutung der Branche endlich erkennen.

Tatsache ist, dass die Anliegen der Software-Branche auf viele Ressorts (Ministerien) aufgeteilt sind. Ziel ist die Errichtung einer Stabstelle und Benennung eines zentralen Ansprechpartners für sämtliche Angelegenheiten der IT-Wirtschaft. Wünschenswert ist ein eigenes IT-Ministerium. Diese Position kann auch sehr gut von einem Staatssekretär im Bundeskanzleramt erfüllt werden. Dazu soll eine ressortübergreifende Software- & IT-Offensive gestartet werden, die folgende Maßnahmen umfasst: Initiativen, um die Jugend für IT & Software zu begeistern, eine Ausbildungsoffensive in Pflichtschulen, noch mehr praxisrelevante Hochschullehrgänge und Studien, administrative und steuerliche Erleichterungen, um Wertschöpfung und innovative Unternehmen im Land zu halten, also Stopp für »brain drain« und Start für »brain gain«. Im Rahmen dieser Offensive muss die Zusammenarbeit mit Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und dem Ausbildungssektor weiter intensiviert werden. Wesentlich ist die Bündelung aller Interessen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen: Eine intensive Förderung und Weiterentwicklung der Software- & IT-Branche für ein international erfolgreiches »Softwareland Österreich«.

* Klaus Veselko ist Geschäftsführer des Software Quality Lab und Vorstand des VÖSI.

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