Gastkommentar: Interessante Zeiten mit HP Detail - Computerwelt

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02.11.2011 Daniel Liebhart*

Gastkommentar: Interessante Zeiten mit HP

Die HP möchte sich nun doch nicht von Ihrem PC-Geschäft trennen. Tja – was denn nun?

Kürzlich gab die neue HP Konzern-Chefin bekannt, dass HP sich nicht von der Personal System Group (PSG) – der PC-Sparte der HP – trennt. Die von ihrem Vorgänger Leo Apotheker lancierte Initiative zur Abklärung strategischer Alternativen hat ergeben, dass die Beibehaltung des Geschäftes die beste Alternative sei. Das wird diejenigen Experten wie die Financial Times Deutschland freuen, die sich vom Erfolg der neuen Gerätegeneration von Tablets und Smartphones blenden lassen und glauben, HP und viele andere könnte damit garantiert in Zukunft ein gutes Geschäft machen. Einfach wird das jedoch nicht. Das Geschäft mit dem PC mit knapp 40 Mrd. Dollar Umsatz und fünf Prozent Marge fällt gegenüber anderen Geschäften wie beispielsweise demjenigen mit den Servern, Druckern oder auch Dienstleistungen (insgesamt 80 Mrd. Dollar Umsatz – Margen 12-17 Prozent) oder der Software (3,5 Mrd. Dollar Umsatz – Marge 21 Prozent) stark ab. Nur signifikante Innovationen werden diese Situation nachhaltig ändern können.

Und da gilt es doch zu bedenken, dass es für die Nummer 1 im IT-Geschäft nicht ganz einfach wird, im bewegten Endgeräte-Business mitzuhalten. Derjenige Konzern, der dieses Geschäft heute am stärksten prägt, ist Apple. Ein Branchenriese, der sich konsequent auf den Bereich der Endgeräte fokussiert hat. Das Gleiche gilt in einer gewissen Weise – wenn auch etwas indirekter – für Google und Microsoft. Die alte Trennung zwischen Geschäft für Firmenkunden und Geschäft für Endkunden wird mehr und mehr durch die neue verschobene Trennung in Geschäft mit Consumer & Endgeräten sowie Enterprise Computing ersetzt. Dies bedeutet, dass IT-Firmen sich entweder im Bereich Enterprise Computing positionieren – also Hardware, Software oder Dienstleistungen oder alles zusammen für Firmen erbringen. Oder dass sich IT-Firmen auf den Bereich Comsumer & Engeräten fokussieren – also Endgeräte und Software für den Consumer-Markt bereitstellen, die auch als Endgeräte in Firmen eingesetzt werden. Wenn HP beides schafft, ja dann wird die gesamte Branche sicherlich belebt werden.

* Daniel Liebhart ist Dozent für Informatik an der Hochschule für Technik in Zürich und Solution Manager der Trivadis AG. Er ist Autor des Buches "SOA goes real" (Hanser Verlag) und Coautor verschiedener Fachbücher.

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