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10.10.2011 Alex Wolschann/apa

Galileo startet mit zwei Satelliten

In den vergangenen Jahren machte das geplante europäische Satelliten-Navigationssystem "Galileo" vor allem wegen explodierender Kosten Schlagzeilen.

Es galt ursprünglich als eines der ehrgeizigsten und wichtigsten Technologieprojekte Europas. In den vergangenen Jahren machte das geplante europäische Satelliten-Navigationssystem "Galileo" aber vor allem wegen explodierender Kosten, den Streit darüber und immer wieder verschobener Zeitpläne beim Aufbau der Infrastruktur Schlagzeilen.

Mit dem am 20. Oktober geplanten Start der ersten zwei voll funktionstüchtigen IOV (In-Orbit Validation)-Satelliten des Navigationssystems "Galileo" fliegt auch österreichisches Know-how mit. Mehrere österreichische Firmen konnten sich laut österreichischer Forschungsförderungsgesellschaft FFG im Rahmen der Entwicklungsphase von Galileo an dem Aufbau der Infrastruktur beteiligen. So kommt etwa das elektronische "Herz" der zwei IOV-Satelliten aus Österreich.

Das Wiener Weltraumtechnikunternehmen RUAG Space entwickelte und lieferte für die beiden Satelliten die Elektronik zur Erzeugung der Navigationssignale. Auch die Schnittstellenelektronik des Zentralcomputers und die Thermalisolation der Galileo-Satelliten sowie wichtige Elemente der mechanischen Boden- und Testausrüstung wurden vom Unternehmen geliefert.

Beim Navigationssignalgenerator, die zentrale Einheit des in Kooperation mit der schwedischen Niederlassung der RUAG Space gebauten Elektroniksubsystems NSGU (Navigation Signal Generation Unit), kommen hochintegrierte kundenspezifische Schaltungen (ASICs) zum Einsatz. Eine Besonderheit der Schaltung ist die eingebaute Programmierbarkeit, die es ermöglicht, die Signalstruktur bei Bedarf auch direkt an Bord des Satelliten ändern zu können. Damit werde höchstmögliche Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an neue Anforderungen geboten, teilte das Unternehmen mit.

Siemens Österreich hat Testsysteme für die Satelliten entwickelt, mit denen sich die Systeme und Funktionen vor dem Start am Boden prüfen lassen. Geprüft werden beispielsweise alle Messgeräte, die sich in den Satelliten befinden, darunter die Hochfrequenz-Schnittstellen. Spezielle Bauteile überwachen laut Angaben des Unternehmens außerdem die Stromversorgung aller Messgeräte und schalten den Strom bei der kleinsten Anomalie ab, da die sensiblen Prüfgeräte sonst beschädigt würden.

Darüber hinaus gibt es einige Projekte aus Österreich, die sich mit Anwendungen von Satelliten-Navigationssystemen beschäftigen, zum Teil auf Galileo fokussiert, zum Teil im Zusammenhang mit dem europäischen Ergänzungsdienst EGNOS, zum Teil systemunabhängig.

Von den Diensten des Satellitennavigationssystems sollen auch die Bürger in ihrem Alltag profitieren. Die Dienstleistungen könnten u.a. im Bereich innovativer Fahrzeugassistenzsysteme zur zuverlässigen und genaueren Navigation genutzt werden - oder bei der Sicherung der Mobilität von Senioren. In der Steiermark beschäftigt sich die "Teleconsult Austria" mit der Entwicklung von satellitengestützen Assistenzsystemen auf Galileo-Datenbasis.

"Mit Galileo wird Europa bei den Basisanwendungen von GPS unabhängig und kann zusammen mit GPS viele anspruchsvolle Anwendungen erfüllen, die mit einem System allein nicht umsetzbar sind", sagt Geschäftsführer Jürgen Seybold im Gespräch mit der APA. Die wesentlichen Aktivitäten des Unternehmens mit Sitz in Graz liegen im Bereich der präzisen Positionierung und zuverlässigen Navigation durch die Entwicklung und Verknüpfung verschiedener Navigations-, Kommunikations- und Informationstechnologien und -dienste.

Herkömmliche GPS-Navigation stößt zum Beispiel in dicht verbauten Gebieten oder auch im Gebirge bald an seine Leistungsgrenze, weil Abschattungen der Signale auftreten. Hier bieten integrierte Positionierungssysteme Abhilfe, die auf weitere Sensoren und Positionierungsquellen zurückgreifen.

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