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03.10.2011 Michaela Holy/apa

Kodak bekundet keine Absicht, Insolvenz anzumelden

Der Fotopionier Kodak hat nach einem dramatischen Kurssturz der Aktie betont, keine Insolvenz anmelden zu wollen. Zuvor hatte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet, das angeschlagene Unternehmen prüfe einen Insolvenzantrag.

Die Aktie schmolz nach dem Bericht förmlich dahin: Zum Handelsschluss am Freitag verlor sie fast 54 Prozent auf 0,78 Dollar. Nach der Kodak-Stellungnahme erholte sich das Papier nachbörslich wieder um knapp 40 Prozent. "Kodak will allen seinen Verpflichtungen nachkommen und hat keine Absicht, einen Insolvenzantrag zu stellen", hieß es in der Erklärung. Kodak dementierte den Bericht über die Überlegungen zugleich nicht ausdrücklich: "Es ist nicht ungewöhnlich für ein Unternehmen im Wandel, alle Optionen zu prüfen und eine Vielfalt externer Berater zu engagieren."

Bloomberg hatte unter Berufung auf informierte Personen geschrieben, Kodak prüfe einen Insolvenzantrag im Zusammenhang mit den Verkaufsplänen für sein Patent-Portfolio. Mögliche Käufer machten sich Sorgen, da ein Verkauf als betrügerisch eingestuft werden könne, falls Kodak tatsächlich insolvent sei, hieß es zur Begründung.

Die Sorgen um Kodak sind nicht neu. Schon am Montag war die Aktie um fast 27 Prozent gefallen, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, 160 Millionen Dollar aus einer Kreditlinie zu ziehen. Der Zeitpunkt eine Woche vor Quartalsabschluss hatte Anleger alarmiert: Es machte sich die Befürchtung breit, das Unternehmen habe schlicht nicht mehr genug Geld. Kodak wies dies zurück. Ein Sprecher begründete den Griff zum Kredit damit, dass zwei Drittel des Geschäfts im ersten Halbjahr im Ausland anfiel und Kodak beschlossen habe, das Geld nicht in die USA zu bringen - viele amerikanische Unternehmen halten das so aus steuerlichen Gründen.

Kodak war mit dem Übergang von der traditionellen zur digitalen Fotografie in Schwierigkeiten geraten. Konzernchef Antonio Perez versucht derzeit, das Unternehmen als Drucker-Spezialisten neu zu positionieren. Es ist ein mühsamer Wandel mit ständigen roten Zahlen. Um die Finanzen aufzubessern, griff Kodak in den vergangenen Jahren auch zu Patentklagen und bietet derzeit rund 1.100 Patente zum Verkauf an. Zuletzt hatte Kodak Ende Juni noch 957 Millionen Dollar auf der hohen Kante.

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