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26.09.2011 apa/Christof Baumgartner

Samsung gegen Apple: Rechtsstreit als zweischneidiges Schwert

Der erbitterte Patentstreit mit Apple droht den Elektronikkonzern Samsung bei seiner Aufholjagd immer stärker auszubremsen. Seit April fechten die Amerikaner und Südkoreaner ihren Konkurrenzkampf um den Smartphone- und Tablet-Markt in mehreren Ländern vor Gericht aus.

So hat Apple den Verkauf von Samsung-Tablet-Computern in Deutschland gerichtlich untersagen lassen. Auch in Australien hat Apple Samsung in diesem Wachstumssegment vorerst auf Abstand gehalten: Wegen Patentstreitigkeiten verzögert sich hier die Markteinführung des neuen Galaxy-Modells. Nun legten die Anwälte der beiden Technologie-Größen in einer Anhörung nach, noch in dieser Woche wird eine Entscheidung der Richter erwartet.

Die Galaxy-Serie der Südkoreaner mit dem Android-Betriebssystem von Google gilt als schärfster Konkurrent für den Apple-Konzern, der mit iPhone und iPad den Markt für die per Fingerstreich zu bedienenden Alleskönner-Handys und Tablet-PCs dominiert. Trotz der juristischen Querelen um Patente gibt sich Samsung optimistisch.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere früher im Jahr getroffenen Verkaufsziele für Tablets und Handys erreichen werden", sagte der Chef der Samsung-Telekommunikationsabteilung, JK Shin. Die Südkoreaner peilen an, den Absatz der Klein-Computer um mehr als das Fünffache zu steigern. Doch eine weitere Schlappe vor Gericht könnte Analysten zufolge das Samsung-Geschäft beeinträchtigen - und zwar nicht nur in der Wachstumssparte der Tablet-Computer, sondern auch im Chip-Verkauf.

ZWICKMÜHLE Samsung steckt demnach nämlich in der Zwickmühle, nicht nur schärfster Apple-Rivale bei den gefragten Mobilgeräten zu sein, sondern zugleich auch Halbleiter-Großlieferant für iPhones und iPads. Neben Samsung hält sich Apple noch Toshiba als Chip-Zulieferer für seine Mobilgeräte.

"Das Tablet-Geschäft wäre am meisten betroffen", sagte Nho Geun-Chang, Analyst bei HMC Investment Securities. Doch auch die Chip-Sparte leide, wenn Apple sich von Samsung ab und Rivalen wie Toshiba zuwenden würde. "Die größte Sorge für Samsung sind rückläufige Bestellungen von Apple." Ohne die Großaufträge aus den USA wäre es für Samsung schwierig, den Halbleiter-Marktanteil auszubauen. Die Südkoreaner haben Apple im vergangenen Jahr Bauteile für rund 5,7 Mrd. Dollar (4,22 Mrd. Euro) geliefert - rund vier Prozent des Samsung-Gesamtumsatzes. Mit dem Boom von iPhone und iPad stieg dieser Anteil im ersten Quartal noch einmal auf 5,8 Prozent.

"Wenn Samsung aus Angst um den Kunden Apple aber in die Defensive geht, leidet das Wachstumspotenzial im Telekommunikationsgeschäft", beschreibt Nho das Dilemma der Südkoreaner. Samsung und Apple gehen in 20 Fällen in neun Ländern gerichtlich gegeneinander vor. Der Streit in Deutschland und Australien gilt Beobachtern dabei nur als Vorgeplänkel. Die wichtigste Schlacht steht in den USA bevor, wo im November die Anwälte in einer Anhörung ihre Argumente ins Feld führen.

Technologie-Experten zufolge gehört es für Apple zur Strategie, sich auch mit Rechtsstreitigkeiten um das technologische Urheberrecht die Konkurrenz vom Hals zu halten. Schließlich setzt Samsung darauf, mit der neuen Tablet-Serie zu Apple aufzuschließen. Nachdem die finnische Nokia auf dem Smartphone-Markt vom Sockel gestoßen wurde, buhlen Samsung und Apple um die Marktführerschaft. Samsung liegt dabei noch deutlich hinter Apple zurück: Apple hat in der ersten Jahreshälfte bereits 14 Mio. iPads verkauft, während Analysten Samsung im gesamten Jahr den Verkauf von lediglich 7,5 Mio. Tablet-Geräten zutrauen.

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