Telekom Austria sieht sich als Leitbetrieb Detail - Computerwelt

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21.09.2011 Christof Baumgartner/apa

Telekom Austria sieht sich als Leitbetrieb

Die derzeit hauptsächlich wegen Skandalen in den Medien vertretene Telekom Austria Group (TA) hat die Ergebnisse einer Studie präsentiert, die den volkswirtschaftlichen Nutzen des Konzerns in Österreich untersuchte.

Demnach würde die TA als einer der wichtigsten Leitbetriebe Österreichs in der heimischen Wirtschaft mittel- und unmittelbar mehr als 47.700 Beschäftigungsverhältnisse und damit über ein Prozent der heimischen Arbeitsplätze generieren. Mit jedem Umsatzeuro, den die TA in Österreich investiert, würden in der heimischen Wirtschaft mehr als zwei zusätzliche Euro erwirtschaftet. Die Wirtschaftsleistung der Telekom Austria Group würde der IWI-Untersuchung zufolge 9,62 Milliarden Euro betragen – fast zwei Prozent der heimischen Gesamtproduktion.

»Die Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologien wird in den kommenden Jahren als Querschnittsmaterie für viele Wirtschaftszweige weiter an Bedeutung gewinnen – und damit auch gesamtwirtschaftlich. Auch wenn die Umsätze der Kommunikationsbranche international gesehen sinken, spielen Zukunftstechnologien wie Glasfaser oder LTE eine sehr starke Rolle bei der positiven Gestaltung der Zukunft einer Volkswirtschaft – damit sind wir einer der Wirtschaftsmotoren für Österreichs Zukunft«, sagt Generaldirektor Hannes Ametsreiter. Matthias Karmasin, Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Alpen Adria Universität in Klagenfurt, betont die allgemein steigende Bedeutung von IKT- und Breitbandinfrastrukturen anhand einer Sekundäranalyse von internationalen Studien: »Alle analysierten Studien zeigen eindeutig, dass IKT und Breitband den Wirtschaftsmotor der fortschrittlichen Länder bilden und verstärkt bilden werden. Die Bedeutung des Datenhighways kann man daher nicht oft genug betonen.«

KEINE NEUEN ERKENNTNISSE Zu den Gerüchten, wonach der Investor Ronny Pecik gemeinsam mit dem ägyptischen Milliardär Naguib Sawiris im großen Stil bei der teilstaatlichen Telekom einsteigen will, hat Ametsreiter nach eigenen Angaben keine neuen Erkenntnisse. Er verwies auf die Meldepflichten beim Erwerb nennenswerter Anteile, und hier seien keine Meldungen eingegangen. Das Nachrichtenmagazin »Format« berichtete, dass die beiden bereits Aktien im Umfang von 565 Mio. Euro erworben hätten. Zu den zahlreichen Affären der TA gab es laut Ametsreiter seit dem Sonder-Aufsichtsrat vor zwei Wochen noch keine bedeutenden neuen Erkenntnisse. Mittlerweile hätten einige Mitarbeiter, die im Jahr 2004 einen Sonderbonus aufgrund eines angeblich manipulierten Kurssprunges der Telekom-Aktie erhalten hatten, diesen Bonus auf ein Treuhandkonto eingezahlt. Wie viele Beschäftigte zurückgezahlt haben und wie hoch die Summe ist, verriet Ametsreiter nicht. Ex-Telekom-Chef Boris Nemsic hat wie angekündigt seinen Bonus zurückgegeben. Ametsreiter erwartet sich, dass alle anderen betroffenen Telekom-Mitarbeiter diesem Schritt folgen, er selbst hat seine 92.000 Euro Bonus umgehend nach Bekanntwerden des Skandals auf dem Treuhandkonto hinterlegt.

Die im Sonder-Aufsichtsrat beschlossene Task-Force zur Aufarbeitung der zahlreichen Vorwürfe ist noch im Gründungsstadium. Ihr stehen ÖIAG-Chef und Aufsichtsratspräsident Markus Bayrer sowie Aufsichtsrat Franz Geiger vor. Beide waren vor ihrer Zeit als Telekom-Aufsichtsräte auf Einladung des Waffenlobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly auf Jagd in Schottland, bezahlt hatte die Telekom Austria. Mensdorff-Pouilly soll von der Telekom Austria insgesamt 1,1 Mio. Euro erhalten haben. Er betont, dass den Zahlungen durch die Telekom auch eine konkrete und belegbare Leistung gegenüber stand, und es zu keinen ungesetzlichen Handlungen gekommen ist. Dies untersucht zur Zeit die Staatsanwaltschaft. Ametsreiter stellte auf Journalistenfragen klar, dass er nicht an Jagden teilgenommen hat.

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