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21.09.2011 Michaela Holy

Software und IT-Industrie als Wachstumsmotor

100.000 Mitarbeiter zählt die IT-Branche. Das reicht dem VÖSI für die erneute Forderung nach einem IT-Vertreter in der Politik.

Zum ersten Mal nach 2003 gibt es nun konkrete Zahlen zur österreichischen Software- und IT-Industrie, wobei der Telekommunikationssektor nicht mit einbezogen wurde: Der Branchenverband VÖSI (Verband Österreichischer Software-Industrie) hat gemeinsam mit der Wiener UBIT (Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie) eine Software- und IT-Studie in Auftrag gegeben, die nicht zuletzt vor allem der Politik die Wichtigkeit der Branche in Österreich vor Augen führen soll. Denn ein durchschnittliches österreichisches Unternehmen im Bereich IT hat einen im Vergleich relativ hohen Personalaufwand von knapp 200.000 Euro und einen Umsatz von etwa 610.000 Euro, die Investitionen betragen knapp 30.000 Euro. Insgesamt wird damit österreichweit ein Umsatz von 14 Milliarden Euro erzielt.

WACHSTUMSBRANCHE Auch bei der Beschäftigung erweist sich die IT- und Softwareindustrie als Wachstumsbranche: 23.000 Unternehmen beschäftigen etwa 100.000 Mitarbeiter, 80 Prozent davon sind Vollzeitstellen. 25.000 Jobs als Freelancer kommen noch dazu. Seit der letzten Erhebung vor acht Jahren sei die Beschäftigung deutlich gewachsen, erklärt Studienautor Gottfried Haber vom Institut für Volkswirtschaft an der Uni Klagenfurt. Allerdings seien die Zahlen nicht unbedingt zu vergleichen, da 2003 nur die Software-Industrie untersucht wurde. "Die Branche liegt aber nicht nur in Österreich im Spitzenfeld der Wachstumsraten bei der Beschäftigung", so Haber im Gespräch mit der COMPUTERWELT. Insgesamt könne man sagen, dass rund 420.000 Jobs in Österreich direkt und indirekt von der Software- und IT-Industrie abhängen, erklärt Haber. Der Frauenanteil von etwa 21 Prozent soll nach Wunsch des VÖSI erhöht und die Begeisterung für einen technischen Beruf geweckt werden. "Man muss die Branche für hochqualifizierte Frauen attraktiver machen, und das schon in der Ausbildung. Es gibt noch immer viel zu wenige Bewerberinnen, dabei lässt sich in unserer Branche auch hochqualifizierte Teilzeitarbeit leichter organisieren als anderswo", sagt VÖSI-Vizepräsident Manfred Prinz. Bezüglich Expertenmangel sei es wichtig, schon bei der Jugend, der "Nintendo-Generation", anzusetzen. "Wir haben viele die es in den Fingern juckt und die ein tiefes Verständnis von IT haben, aber zuwenige, die auch in der Branche arbeiten wollen", erklärt VÖSI-Präsident und Beko-Chef Peter Kotauczek. Dadurch gebe es einen Versorgungsnotstand im Highend-Bereich. Denn unter anderem das Vorstellungsvermögen, was in der Software-Produktion passiert, sei schwierig zu erreichen, so der VÖSI-Präsident. Die Ost-Öffnung des heimischen Arbeitsmarkts im Mai habe in der Branche keine nennenswerten Effekte gehabt. "Wir fürchten eher, dass gute Leute von uns nach Osteuropa abwandern", so Kotauczek.

"STIEFMÜTTERLICH BEHANDELT" Die Studie soll nicht zuletzt dazu dienen, die Politik auf die Branche aufmerksam zu machen. Die Forderung nach einem IT-Staatssekretär gibt es schon lange, mit den Zahlen soll der Politik nun konkret die Bedeutung der Branche vor Augen geführt werden. "Die Politik hat immer gefordert, es müssten Zahlen her um zu belegen, wie wichtig die IT-Industrie ist", so Prinz. Nun seien sie da. Die Erwartungen und Forderungen sind die selben wie eh und je, beispielsweise eine Ausbildungsoffensive in Pflichtschulen, um die Jugend für IT und Software zu begeistern, praxisrelevante Studiengänge, mehr Investitionen in heimische innovative Unternehmen, administrative und steuerliche Erleichterungen, und so weiter. "Wir sollten Hochegger oder Mensdorf Pouilly engagieren, aber dazu fehlt uns das Geld", so Kotauczek ironisch.

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