Produktgestaltung durch Kunden auf dem Vormarsch Detail - Computerwelt

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26.08.2011 apa/Rudolf Felser

Produktgestaltung durch Kunden auf dem Vormarsch

Welche Vorteile die Einbindung von Kunden in den Arbeitsprozess von Firmen bietet und welche Fallstricke es gibt, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community.

Das Web 2.0 bietet Einzelpersonen und Unternehmen neue Möglichkeiten miteinander in Kontakt zu treten und zu interagieren. Welche konkreten Vorteile die Einbindung von Kunden und deren Ideen in den Arbeitsprozess von Firmen bietet und welche Fallstricke dabei zu beachten sind, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien.

Michael Bartl von der HYVE AG wies auf das sich ändernde Rollenbild des Kunden vom passiven Leistungsempfänger zum aktiven Partner in einer vernetzten Wertschöpfung hin. Unternehmen würden sich dabei verschiedene Methoden bieten, Open Innovation und Co-Creation einzubinden. Von der Beobachtung und Analyse von einschlägigen Foren über die Bereitstellung von Co-Creation-Tools bis zum Aufbau von Crowd-Sourcing-Communities nimmt die dafür notwendige Öffnung der Firma gegenüber anderen immer weiter zu.

"Die Mauern zwischen Unternehmen und Außenwelt brechen ein", beschrieb Bartl den aktuellen Trend. Wichtige Impulse für Innovationen können dabei von unerwarteter Seite kommen. Oft fänden sich außerhalb der repräsentativen Zielgruppe neue Ideen für kreative Produkte, die ihrerseits den Kundenkreis erweitern könnten.

Zustimmung erhielt dieser Ansatz von Gunter Oswalder von A1 Telekom Austria. "Produkte ohne Kunden zu generieren ist ein kompletter Schwachsinn", meint Oswalder und verwies auf die eigenen Online-Tools, mit deren Hilfe Kunden in den Tarifentwicklungsprozess eingebunden werden. Allerdings dürften die Erkenntnisse aus dieser Zusammenarbeit nicht direkt auf den Massenmarkt umgelegt werden. Da Web 2.0-Anwendungen bevorzugt von Leuten mit einem Hang zur Technik benutzt würden, ergebe sich dadurch eine gewisse Verzerrung, fügte er einschränkend hinzu.

Christian Kittl von Evolaris plädierte dafür, Kunden frühzeitig in den Produktgestaltungsprozess einzubinden. Auf Firmenseite ortet er Unsicherheiten in Bezug auf Kontrollverluste, sowohl hinsichtlich der Informationen, die aus einem Unternehmen hinausfließen, als auch dahingehend, welche Informationen aufgenommen werden. Als guten Indikator für den Grad der Umsetzung des Open Innovation Paradigmas in einer Firma nannte Kittl den Umgang mit Social Media.

KUNDEN SPIELEN MIT PROTOTYPEN Während einige Unternehmen hier bereits aktiv auf die Kunden zugehen würden, ortet er bei der Mehrheit Angst davor, dass unkontrolliert Firmengeheimnisse preisgegeben oder wegen Urheberrechtsverletzungen geklagt würde. Weiters seien oft weder die Ressourcen noch die Kompetenzen vorhanden, sich über die sozialen Medien zu öffnen. Als ersten Schritt rät Kittl, Kunden unfertige Prototypen in die Hand zu geben, sie damit spielen zu lassen und offenes Feedback einzuholen.

In diesem Zusammenhang bezeichnete Chris Budgen von der Firma diamonddogs es als "gefährliche Entwicklung, Kreativleistungen kommerziell nicht mehr zu würdigen". Gerade im Bereich Co-Creation solle hier ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen herrschen. Firmen müssten lernen, mit den Folgen dieser Öffnung zu leben.

Das Konzept der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kunden ist für Gerhard Laga von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) nichts grundsätzlich Neues. Jedoch hätten sich die zur Verfügung stehenden Methoden geändert. Heimische Unternehmen sieht er in diesem Bereich recht gut aufgestellt und betont die Wichtigkeit, die Umsetzung durch IT-Profis erfolgen zu lassen, damit eine Regelmäßigkeit und Ernsthaftigkeit der Benutzung durch Besucher erreicht werden kann.

Walter Longauer von der APA - Austria Presse Agentur sieht sich hingegen als "Rohstofflieferant". Im Grafikbereich werde beispielsweise ein offenes Format verwendet, das es Kunden ermöglicht, den eigenen Anforderungen entsprechende Anpassungen selbst vorzunehmen. Diese Änderungen können als "Feedbackschleife im Produktionsprozess" für die eigene Gestaltung und Optimierung verwendet werden, da sie das vom Empfänger gewünschte Produkt repräsentieren. (apa)

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