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26.08.2011 apa/Rudolf Felser

Unterhaltungselektronik weniger gefragt

Nach jahrelangem Boom hat die Branche für Unterhaltungselektronik ein unerwarteter Einbruch getroffen. Die Konsumenten verschmähen neue Produkte, die Umsätze sinken. Die IFA in Berlin soll's richten.

Vor allem die Hersteller von Fernsehern schauen in die Röhre. "Im Moment hat jeder zu kämpfen", klagt ein Manager eines deutschen Anbieters. Nun hofft die Industrie auf die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin, auf der traditionell viele Bestellungen für das Weihnachtsgeschäft aufgegeben werden. Die Vorzeichen für ein florierendes Weihnachtsgeschäft sind gut, denn die Messe, die ab dem 2. September für sechs Tage ihre Tore öffnet, platzt aus allen Nähten. So viel Standfläche wie 2011 ist noch nie vermietet worden. Dennoch fehlen in diesem Jahr die großen Publikumskracher, wie Organisator Jens Heithecker einräumt. "Wir können nicht absehen, dass es eine Technologie gibt, die jetzt alles sprengen wird."

Die Hoffnungen der Branche ruhen vor allem auf dem lange beschworenen Zusammenwachsen der klassischen Unterhaltungselektronik und Computertechnik. Diese Entwicklung führt laut Ralph Haupter, Präsidiumsmitglied des deutschen Verbandes Bitkom, zu einem Umbruch in der Branche. "Die Digitalisierung ist weitgehend abgeschlossen. Der neue Megatrend ist Connectivity", sagt der Microsoft-Manager. Damit können beispielsweise Youtube-Videos direkt auf dem Fernseher angesehen werden. Bereits jedes dritte neue Gerät ist Marktforschern zufolge internetfähig, der Umsatzanteil der entsprechenden Fernseher werde 2011 bereits größer sein als der mit Apparaten ohne Netzzugang.

3D hinter Erwartungen Zuletzt sollte dreidimensionales Fernsehen die Kunden in die Geschäfte locken. Aber der große Ansturm blieb aus. "Man kauft sich wegen 3D keinen neuen Fernseher. Aber wenn man sich ein neues Gerät kauft, dann meistens mit 3D", sagte Heithecker vor kurzem. "Handel und Industrie sind im Moment nicht so gut drauf. Es gibt im Markt ein Zögern der Konsumenten", klagte er. Für die Industrie hat das schwerwiegende Folgen. Der niederländische Elektroriese Philips gab sein TV-Geschäft auf, ebenso der japanische Konkurrent Hitachi. Der deutsche Anbieter Loewe leidet unter sinkenden Umsätzen und Verlusten. Zudem verschärfen neue chinesische Anbieter wie Changhong den Preiskampf. Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom betrug der Durchschnittspreis für einen Flachbildfernseher zuletzt nur noch 609 Euro, ein Zehntel weniger als noch vor Jahresfrist.

Vor allem deswegen war der Markt für klassische Unterhaltungselektronik im zweiten Quartal um knapp 17 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro eingebrochen. Für 2011 erwartet Bitkom einen Umsatzrückgang im Bereich Verbraucherelektronik um gut fünf Prozent auf 12,3 Mrd. Euro.

WACHSTUM BEI SMARTPHONES Viele Unterhaltungselektronikhersteller wie die dänische Bang Olufsen und Loewe setzen wegen der TV-Flaute auf Audiogeräte. Noble Kofferradios für 500 Euro und mehr sind da keine Seltenheit. Allerdings gab es beim Versuch, digitales Radio in Deutschland zu etablieren, bereits eine peinliche Panne: Der neue Radiostandard DAB+ störte bei seiner Einführung den terrestrischen Fernsehempfang. Experten bewerten die Erfolgschancen ohnehin skeptisch. Vor allem die verhältnismäßig teuren Geräte schreckten die Radiohörer bisher ab. Die Konkurrenz durch Internet-Kanäle tut das Übrige.

Noch schwerer haben es Anbieter vergleichsweise alter Technologien. Die Hersteller von Navigationsgeräten, MP3-Playern und DVD-Rekordern kommen unter Druck. Deren Geräte werden zunehmend von Tablet-PCs und Smartphones verdrängt, erklärt der Bitkom. Allerdings gibt es auch Elektronikfelder, denen es prächtig geht: Die Hersteller von Smartphones verzeichnen weiter hohe Wachstumsraten.

Der Umsatz mit den internetfähigen Handys reicht in Deutschland schon nahezu an den mit Fernsehern heran. Und auch Tablet-PCs gehen wie geschnitten Brot. Waren im vergangenen Jahr in Berlin noch wenige Konkurrenzmodelle zu Apples populärem iPad zu sehen, dürften es dieses Mal mehrere Dutzend sein. Nahezu jeder PC-Hersteller hat zumindest einen iPad-Jäger im Programm. Apple selbst wird sich aber wie immer von der IFA fernhalten – das wird sich wohl auch nicht unter der Führung des neuen Chefs Tim Cook ändern. (apa)

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