Jobs legt Apple in die Hand seiner Weggefährten Detail - Computerwelt

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25.08.2011 Michaela Holy/apa

Jobs legt Apple in die Hand seiner Weggefährten

Apple ohne Steve Jobs? Kann man sich eigentlich kaum vorstellen. Auch sichtlich angeschlagen stellte der Firmengründer noch selbst Schlüssel-Produkte wie das iPad 2 und das nächste iPhone-Betriebssystem oder die Vision von der futuristischen neuen Apple-Zentrale vor.

An die krankheitsbedingten Auszeiten des charismatischen Konzernlenkers hatten sich alle inzwischen gewöhnt - schließlich lief das Geschäft auch unter der Regie seines Stellvertreters Tim Cook stets prächtig. Allerdings wirkte Steve Jobs nie wie ein Mann, der loslassen kann. Und außerdem wussten Investoren und Apple-Fans stets: Im Hintergrund ist der Steve immer noch da, zieht die Fäden und kümmert sich notfalls selbst um jedes noch so kleine Detail. Am Mittwoch erinnerte Jobs selbst daran, dass das nicht immer so bleiben wird.

Der 56-Jährige gab den Chefposten offiziell ab und zog sich in die Spitze des Verwaltungsrates zurück. Es ist eine Position mit viel Macht in US-Unternehmen, doch Jobs deutete klar an, dass erst seine Gesundheit ihn aus dem Alltagsstress drängte. Ihm sei klargeworden, dass er nicht mehr in der Lage sei, dem Job eines Konzernchefs gerecht zu werden, stellte er traurig fest.

Die Apple-Aktie sackte nach der knappen Mitteilung nachbörslich um fünf Prozent ab. Die Investoren machen sich Sorgen: Denn auch wenn sich Jobs bereits weitgehend aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, gilt er nach wie vor als geistiger Vater und Garant des aktuellen Apple-Siegeszugs. Jobs steckte als Firmenchef hinter den genialen Ideen, die von vielen Rivalen kopiert, deren Erfolg aber nie erreicht wurde. Millionen Menschen schreiben ihre E-Mails auf ihrem iPhone, hören Musik über ihren iPod oder surfen im Web mit ihrem iPad.

Nur wenige Zeilen lang ist der Brief, den Jobs am späten Mittwoch an seine Weggefährten bei Apple schrieb. Der Kernsatz: "Ich trete hiermit als Chef von Apple zurück." Zu diesem Zeitpunkt lagen jahrelange schwere Krankheiten hinter dem 56-Jährigen - er hatte gegen einen Tumor gekämpft und eine neue Leber bekommen. Zuletzt wirkte er sehr dünn.

Es liegt aber auch eine Karriere hinter Jobs, die ihresgleichen sucht. Jobs hatte Apple 1976 zusammen mit Steve Wozniak als Computerhersteller gegründet. Erschwingliche Rechner waren rar, Jobs und Wozniak erkannten ihre Chance. Der spätere Mac-Computer erreichte Kultstatus, doch nach dem Aufstieg folgte der tiefe Fall. Missmanagement und die starke Konkurrenz durch Windows-PC führten Apple an den Rand des Ruins.

Jobs, der 1985 im Streit bei Apple ausgeschieden war, kehrte 1997 an die Firmenspitze zurück und drehte das Ruder in letzter Sekunde herum. "Wir waren damals nur 90 Tage von einem Konkurs entfernt", erinnerte sich Jobs später. Er verbesserte die Software der Mac-Computer und verpasste ihnen ein ansehnliches Äußeres - die Bedienbarkeit und das Design sollten von da an zum Markenzeichen und zum Erfolgsgaranten von Apple werden.

Doch Jobs wollte mehr als Computer verkaufen, er suchte nach neuen Spielwiesen. Ab 2001 krempelte er mit dem iPod und dem Onlineladen iTunes die gesamte Musikindustrie um. 2007 folgte mit dem iPhone der Vorstoß ins Handygeschäft - wieder setzte Jobs Trends, indem er auf eine Tastatur verzichtete und stattdessen einen berührungsempfindlichen Bildschirm einbauen ließ. Quasi über Nacht rollte Apple den Markt auf und leitete den Niedergang des Handy-Weltmarktführers Nokia ein.

Sein bisher letzter Coup gelang Jobs im Jahr 2010 mit dem iPad, das den lange belächelten Tablet-Computern zum Durchbruch verhalf. Zuletzt verkaufte Apple binnen dreier Monate 20,3 Millionen iPhones, fast 9,3 Millionen iPads, 7,5 Millionen iPods und annähernd 4,0 Millionen Mac-Rechner. Insgesamt verdiente der Konzern unglaubliche 7,3 Milliarden Dollar. Apple stieg kurzzeitig sogar zum wertvollsten Unternehmen der Welt auf.

"Ich glaube, die leuchtendsten und innovativsten Tage liegen noch vor Apple", schrieb Jobs zum Abschied als Firmenchef. Nun führt der langjährige Vertraute Tim Cook den Konzern. Als Vorsitzender des mächtigen Verwaltungsrats wacht Jobs vorerst aber auch weiterhin über sein Vermächtnis.

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