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24.08.2011 Alex Wolschann/idg

HP verabschiedet sich vom Endkunden

HP hat einen großen Umbauplan präsentiert und damit bestätigt, dass der Kauf von Compaq vor rund zehn Jahren ein Fehler war.

Die Ankündigung von Leo Apotheker, dem starken Mann am Ruder des HP-Konzerns, hat in der Branche eine Menge Staub aufgewirbelt. Der ehemalige SAP-Boss und jetzige CEO von HP stellte einen massiven Umbauplan vor und beschränkte sich dabei nicht auf grobe Andeutungen: HP wolle die Softwareschmiede Autonomy übernehmen, seine PC-Sparte möglicherweise abstoßen und das Geschäft mit webOS-Hardware – darunter das gerade 49 Tage am Markt befindliche Tablet »Touchpad« – aufgeben. Dazu gab es aus Börsensicht enttäuschende Quartalszahlen und Prognosen. Der Aktienkurs von HP gab trotz schwachem Umfeld überdeutlich nach. Der Konzern aus Palo Alto will sich verstärkt in Wachstumssegmenten mit Mehrwert und höheren Margen engagieren, seinen Fokus auf die strategischen Prioriäten Cloud, Lösungsgeschäft sowie Software mit Schwerpunkt auf Unternehmen, Handel und Öffentliche Hände schärfen und stärker in Innovationen investieren, um sich besser vom Wettbewerb zu differenzieren.

RÜCKBESINNUNG AUF ENTERPRISE »Wir wollen die Performance konzernweit verbessern«, erklärte Apotheker und konkretisiert: »HP unternimmt große und einschneidende Schritte, um sich als führender Anbieter für die entstehende Informations-Ökonomie aufzustellen. Die heutigen Ankündigungen werden uns in die Lage versetzen, durch Fokus auf weniger Fronten nachhaltig Shareholder Value zu schaffen und unsere Geschäfte besser zu führen, in Innovation zu investieren und einen Business-Mix mit höheren Margen zu erreichen.«

Die Rückbesinnung auf Enterprise kommt spät, aber beinahe zwangsläufig: Das mehrheitlich in den Sparten Personal Systems Group (PSG) und Imaging and Printing Group (IPG) versammelte Consumer-Business ging im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent zurück. Innerhalb der PSG waren die Einnahmen um drei Prozent rückläufig.

Dass das volatile und margenarme PC-Geschäft sich für nicht darauf spezialisierte Anbieter kaum rechnet, hatte IBM bereits vor sechs Jahren erkannt und seine PC-Sparte deswegen an den chinesischen PC-Bauer Lenovo abgegeben. Der scharfe Wettbewerb am Markt drückt auf die Preise und Margen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Verbraucher inzwischen eher für Geräte wie das iPhone und das iPad erwärmen als für Notebooks, die zuletzt das PC-Business getrieben hatten. »HP ist der größte PC-Verkäufer weltweit. Aber sie sind zu dem Schluss gekommen, dass das rückwärtsgewandt ist und sie nach vorn schauen müssen«, erklärte der frühere Microsoft-Manager und jetzige Venture Capitalist Brad Silverberg gegenüber dem »Wall Street Journal«.

HP unternahm einen der scheinbar ambitioniertesten Versuche, gegen iPhone und iPad anzutreten, als es im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Dollar für Palm hinblätterte und dann Smartphones und das »Touchpad«-Tablet mit dem anerkannt guten mobilen Betriebssystem webOS herausbrachte. Doch eine noch so gute mobile Plattform ist ohne ausreichende App-Entwickler und flankierende Inhalte einfach nichts wert. Das hat HP offenbar auch einsehen müssen und baut ab sofort keine Touchpads und webOS-Telefone mehr und schreibt dafür in den kommenden Monaten mindestens eine Milliarde Dollar ab. Klarer Gewinner im Spartenvergleich ist (neben Financial Services) HP Software mit 20 Prozent Wachstum year-over-year und 19,4 Prozent operativer Marge. Daher kommt auch die geplante Autonomy-Übernahme nicht überraschend. »Zusammen mit Autonomy wollen wir die Art und Weise neu erfinden, wie sowohl unstrukturierte als auch strukturierte Daten verarbeitet, analysiert, optimiert, automatisiert und geschützt werden«, erklärte Apotheker die geplante Übernahme.

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