Fachabteilungen treffen heute immer mehr IT-Entscheidungen Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


24.08.2011 Rudolf Felser

Fachabteilungen treffen heute immer mehr IT-Entscheidungen

IT-Abteilungen sind nicht mehr die primären Ansprechpartner.

Trivadis ist an elf Standorten in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich mit über 600 Mitarbeitern tätig. Mit der Übernahme von Actinium soll die Position am heimischen Markt weiter ausgebaut werden. Wolfgang Laaber, Niederlassungsleiter Trivadis Österreich und CEO Urban Lankes sprechen im Interview über aktuelle Trends, Krisen und den österreichischen IT-Markt.

Was sind die Standbeine von Trivadis? Urban Lankes: Business-Intelligence-Themen machen gut 20 Prozent unseres Umsatzes aus, dieser Bereich wächst am stärksten. Die Individualentwicklung macht ungefähr 40 Prozent aus, 30 Prozent sind Managed Services. Training ist ein Marketingstandbein, das umsatztechnisch mit fünf Prozent nicht so stark ist, aber es ist ein wichtiges Instrument, um in den Markt zu gehen, Kompetenz zu beweisen und Kontakte zu Kunden herzustellen.

Wenn man diese Werte zusammenzählt, dann fehlt noch etwas. Urban Lankes: Die fehlenden fünf Prozent sind der neue Bereich Business Inte­gration Services. Hier setzen wir mehr in den Fachbereichen auf und machen weniger technologieorientierte Beratung. Damit schlagen wir die Brücke zwischen Technik und Business. Diese Bereiche wachsen zusammen: Die Wichtigkeit für die technologische Seite, das Business zu verstehen, aber auch umgekehrt, ist zwingend notwendig, um schneller und effizienter Lösungen zu bauen.

Wie haben sich die Bedürfnisse der Kunden in den letzten Jahren geändert? Urban Lankes: Früher wurden die Bestellungen ausschließlich von den IT-Abteilungen getätigt. Wir haben nie mit Fachabteilungen geredet. Das ist heute ganz anders. 40 bis 60 Prozent der Entscheidungen werden von Fachabteilungen getroffen. Bei Individualentwicklungen reden Sie heute fast ausschließlich mit Fachanwendern, die sagen, welche Funktionalität sie für ihre Applikationen brauchen. Die Entwicklungszyklen werden immer schneller, die Zeit der großen Entwicklungsprojekte mit Fünf-Jahres-Plänen ist definitiv vorbei. Wolfgang Laaber: Die ersten Entscheidungen, die eindeutig von der Business-Seite gekommen sind, waren im Bereich Business Intelligence. Das hat vor etwa 13 Jahren begonnen und ist in den letzten Jahren immer stärker geworden.

Was wird von Kunden derzeit verstärkt nachgefragt? Was sind die Trends? Urban Lankes: Neben Business Intelligence steht die Professionalisierung des IT-Betriebes mit Virtualisierung und Cloud sowie Managed Services, also das Betreiben und Sicherstellen von IT-Systemen und Applikationen, im Vordergrund. Was heute weniger gefragt ist, ist »Full-Outsourcing« an einen Betreiber. Unternehmen suchen sich Provider für bestimmte IT-Systeme und Applikationen, die das bestmöglich sicherstellen können. Das ergibt deutlich mehr Flexibilität und wesentlich höhere Betriebssicherheit.

Die Weltwirtschaft fällt von einer Krise in die nächste. Spüren Sie Auswirkungen oder gewöhnen sich die Unternehmen langsam an Krisenmeldungen? Urban Lankes: Die aktuelle Krise an der Börse ist noch nicht auf die Unternehmen durchgeschlagen. Zum heutigen Zeitpunkt sehen wir eine robuste Auftragslage. Aber man muss sich wappnen, manche Krisen kommen sehr schnell – entsprechend agil muss man reagieren können. Vorsichtig und nachhaltig zu agieren hilft dabei, nicht von einer Krise überrascht zu werden.

Wie sieht es in Österreich aus? Wolfgang Laaber: Aus Sicht von Trivadis haben wir in Österreich derzeit keine Einwirkungen, die die Krise reflektieren würden. Wir sehen den österreichischen IT-Markt sehr positiv. Speziell am Standort Wien wachsen wir und haben die Vorgaben übererfüllt. Wir sind guten Mutes, dass sich das 2011 und 2012 fortsetzt und suchen noch fünf bis zehn hochqualifizierte Mitarbeiter.

Sie haben vor kurzem das österreichische Unternehmens Actinium Consulting übernommen. Warum? Urban Lankes: Mit Actinium stößt ein Unternehmen zu uns, das eine ausgewiesene Kompetenz im Bereich Microsoft-BI hat, besonders in der Sparte Versicherungen – ein für uns sehr wichtiges Segment. Wir haben selber bereits einige Komponenten in diesem Bereich, um Warehouses bauen zu können. Actinium passt perfekt in unser Portfolio. Es ist nicht etwas, dass außerhalb unserer bestehenden Palette ist, sondern ergänzt uns sehr sinnvoll. Wolfgang Laaber: Auf der anderen Seite bauen wir mit den Spezialisten von Actinium unsere Microsoft-Kompetenz aus.

Wozu dient das Produkt von Actinium? Urban Lankes: Es hilft, schneller und effizienter auf Microsoft-Technologie basierende Warehouses zu bauen. Es flanscht sich an SAP und andere Datenquellen an und ist dabei nicht so ein Moloch wie die eine oder andere Lösung in der Branche.

Das Gespräch führte Rudolf N. Felser.

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