ISPA fordert "faire" Infrastruktur Detail - Computerwelt

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03.08.2011 Christof Baumgartner/pi

ISPA fordert "faire" Infrastruktur

Der Breitbandausbau geht zwar voran, die Position von Marktführer A1 wird aber immer stärker.

»Mit der Studie ‚Die volkswirtschaftlichen Impulse des Internets in Österreich‘ wurde erstmals die Bedeutung des Internets für Österreich in einen volkswirtschaftlichen Zusammenhang gesetzt«, sagte Andreas Koman, Präsident des Verbands der österreichischen Internetprovider (ISPA) im Rahmen der Studienpräsentation, und weiter: »sie verdeutlicht, wie wichtig das Internet für die heimische Wirtschaft ist.« »Etwa sieben Prozent des jährlichen Wirtschaftswachstums sind seit 1997 dem Internet zuzuschreiben«, ergänzt Bernhard Felderer, Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS). Das Internet beschleunige Arbeits- und Produktionsabläufe, wodurch Kosten gesenkt und höhere Wertschöpfung generiert würden. Rund 350 Millionen Euro zusätzliches Wachstum pro Jahr und damit sieben Prozent des österreichischen BIP-Wachstums werden der IHS-Studie zufolge durch Internetnutzung geschaffen. Das Internet erhöhe zudem die Produktivität, da es Arbeits- und Produktionsabläufe effizienter gestaltet. Außerdem schaffe das World Wide Web jährlich rund 6.000 neue Arbeitsplätze, was etwa 15 Prozent des heimischen Beschäftigungswachstums entspreche, so Felderer. Auch auf die Inflation wirke sich das Internet »nachweislich« aus. Von 1995 bis 2008 ließ sich ein durchschnittlicher inflationsdämpfender Effekt von 0,18 Prozent jährlich nachweisen. »Das ist kumuliert immerhin ein Kaufkraftgewinn von knapp zwei Euro pro 100 Euro«, so Felderer. Beim Außenhandel machte sich das Internet zwischen 1997 und 2008 mit jährlich durchschnittlich 1,6 Prozent mehr Im- beziehungsweise Exporten bemerkbar. Die Möglichkeit, über das Internet schnell und problemlos Preise vergleichen, neue Geschäftspartner finden und die eigenen Produkte verkaufen zu können, wirke sich demnach sehr positiv auf die Wirtschaft aus. »Auch kleineren Unternehmern ist es mittlerweile möglich, Kunden und Anbieter auf der ganzen Welt nahezu kostenlos zu kontaktieren«, sagt Felderer.

Re-Monopolisierung befürchtet Im Rahmen der Studie wurde auch die heimische Marktstruktur untersucht. Es zeigte sich, dass der Marktanteil des Marktführers A1 in den letzten Jahren deutlich gewachsen ist. Es müsse in Österreich aber die Vielfalt an Anbietern gewährleistet bleiben, da dies langfristig Re-Monopolisierungstendenzen entgegenwirken kann. »Die Rahmenbedingungen für den Internetmarkt müssen derart gestaltet werden, dass auch für KMU ein diskriminierungsfreier und fairer Zugriff auf die Internetinfrastruktur des marktbeherrschenden Unternehmens möglich ist«, sagt Koman. Er sieht vor allem bei den Konditionen für die virtuelle Entbündelung, die von der Regulierungsbehörde RTR festgelegt werden, Handlungsbedarf. Koman forderte auch, die Erlöse aus der für Mitte nächsten Jahres geplanten Versteigerung der »Digitalen Dividende« zur Förderung des Netzausbaus in ländlichen Gebieten zu verwenden, denn »betriebswirtschaftlich rechnet sich das nicht.« In Österreich könnten dabei nach Schätzungen bis zu 250 Millionen Euro erlöst werden.

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