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29.07.2011 Alex Wolschann/apa

Digitale Generation fordert Unternehmen heraus

Den "digitalen Eingeborenen", die bereits mit Internet und Handy aufgewachsen sind, werden häufig besondere Fähigkeiten im Umgang mit neuen Technologien nachgesagt.

Den "digitalen Eingeborenen", die bereits mit Internet und Handy aufgewachsen sind, werden häufig besondere Fähigkeiten im Umgang mit neuen Technologien nachgesagt. Wie Unternehmen mit dieser Generation, der ab Mitte der achtziger Jahre Geborenen, als Kunden, Bewerber oder Mitarbeiter umgehen sollen diskutierten Experten bei einer Veranstaltung im Rahmen der APA-E-Business-Community am 28. Juli.

"Mobilität und Vernetzung" sind für Roland Strilka vom Marktforschungsinstitut GfK Austria zwei wesentliche Punkte, die die "digitalen Eingeborenen" beschreiben. Sowohl bei der Nutzung von sozialen Netzwerken als auch des mobilen Internets liegt diese Gruppe merklich über dem Durchschnitt der Bevölkerung, strich Strilka bei der Präsentation von Zahlen aus einer neuen Studie des Instituts hervor. Außerdem hat das Internet in dieser Altersgruppe als Medium für tagesaktuelle Neuigkeiten und für Wissensvermittlung dem Fernsehen den Rang abgelaufen. Statt "mehr oder weniger passiv" zu konsumieren wird auf aktive Informationsgewinnung gesetzt. "Es ist sozusagen eine Holschuld für den 'digital Native', sich zu informieren", erläuterte der Experte.

Für Chris Budgen vom Beratungsunternehmen diamonddogs ist das Alter nicht ausschlaggebend. "Wenn sich jemand damit beschäftigt und auch kritisch auseinandersetzt, kann jeder ein 'digital Native' sein", meinte Budgen. Die Nutzung von neuen Kommunikationsmöglichkeiten ist seiner Meinung nach nicht genug. "Nur weil jemand ein Facebook-Profil hat, zeugt das noch nicht davon, dass er verstanden hat, wie vernetzte, digitale Kommunikation funktioniert." Die eigentliche Funktion der sozialen Netzwerke besteht für ihn nicht im Abbilden des bestehenden Freundes- und Bekanntenkreises, sondern darin, "weitere Kreise zu ziehen" und neue Kontakte aufzubauen und aufrecht zu erhalten. "Das ist, glaube ich, eine Kompetenz, die erlernt werden muss", sagte Budgen.

Für Gerhard Laga von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) trifft das "Cloud"-Konzept der digitalen Generation auf die "klassischen, vorgegebenen Strukturen" der Firmen. Hier seien sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer gefordert, "eine Offenheit gegenüber der anderen Sichtweise" an den Tag zu legen. Um unternehmensrelevante Informationen vor der Kommunikationsfreude der Mitarbeiter zu schützen, hält er Richtlinien für den Umgang mit sozialen Medien für notwendig. Dennoch warnt Laga davor, neue Entwicklungen zu ignorieren. "Sich überhaupt nicht mit modernen Themen zu beschäftigen, wie zum Beispiel 'Crowdsourcing', ist sicher auch nicht der richtige Weg." Er rät dazu, innovative Vorschläge junger Mitarbeiter ernst zu nehmen.

Die Veränderungen bei der Mediennutzung wirken sich auch auf den Rekrutierungsprozess der Unternehmen aus. "Der klassische Weg hat eigentlich nichts gebracht, während der Weg über die sozialen Medien eigentlich gut funktioniert hat", so Michael Wilfing-May vom Beratungsunternehmen Navax. Die Anforderungen, die Bewerber an den potenziellen Arbeitgeber stellen, haben sich ebenfalls gewandelt. "Hier bin ich, was bietet ihr mir", fasste Wilfing-May den Zugang vieler "digital Natives" zusammen.

Eine veränderte Mediennutzung bestätigte auch Susanne Ostertag von Microsoft Österreich. "Die Werbewirtschaft und auch das Recruiting müssen sich auf diese neue Zielgruppe und ihr Mediennutzungsverhalten einstellen." Die Erwartung von Geschwindigkeit und jederzeitiger Verfügbarkeit ist ein weiteres Merkmal der digitalen Generation, sind sich die Experten einig. Unternehmensstrukturen könnten mit diesen Erwartungen allerdings nicht immer mithalten.

Hier sieht Alf Netek von Kapsch die Gefahr eines Kulturschocks für die digitale Generation. Wenn im Rekrutierungsprozess ein Bild des Unternehmens vermittelt wird, das sich vom Arbeitsalltag allzu stark unterscheidet, könne ein ungünstiger Eindruck entstehen. Die Art der Mitarbeiterwerbung müsse zu der Struktur und Kultur der Firma passen. "Kapieren und nicht kopieren", riet Netek.

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