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20.07.2011 Michaela Holy/apa

Apple bricht alle Rekorde

Apple boomt weiter: Allein von April bis Juni sind die Kalifornier mehr als 20,3 Millionen iPhones losgeworden, fast 9,3 Millionen iPad-Tablets und knapp vier Millionen Mac-Rechner. Manche Produkte verkauften sich dreimal so gut wie im Vorjahreszeitraum.

Phänomen Apple: Das kalifornische Unternehmen hat erneut eine Rekordbilanz vorgelegt. Bei seinen mobilen Geräten iPhone und iPad eilt das Unternehmen der Konkurrenz davon. Aber auch das Geschäft mit Mac-Computern blüht - hier stellte Apple am Mittwoch neue Modelle vor und gab ein System-Update frei.

Allein von April bis Juni sind die Kalifornier mehr als 20,3 Millionen iPhone-Handys losgeworden, dazu fast 9,3 Millionen iPad-Tablets und annähernd 4,0 Millionen Mac-Rechner. Manche Produkte verkauften sich dreimal so gut wie im Vorjahreszeitraum.

Firmenchef Steve Jobs sprach am Dienstag (Ortszeit) in einer Mitteilung vom "besten Quartal aller Zeiten". Und selbst der sonst eher spröde wirkende Finanzchef Peter Oppenheimer ließ sich in einer Telefonkonferenz zu der Aussage hinreißen, die Nachfrage sei "sagenhaft".

Der Umsatz verbesserte sich um 82 Prozent auf 28,6 Mrd. Dollar (20,1 Mrd. Euro). Der Gewinn verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar auf 7,3 Mrd. Dollar. Soviel hat Apple noch nie verdient. Einziger Wermutstropfen waren die iPod-Musikspieler, deren Absatz weiter fiel auf zuletzt 7,5 Millionen Stück. Viele Apple-Fans hören ihre Songs inzwischen lieber auf dem iPhone.

Für die Mac-Computer stellte Apple am Mittwoch ein Update des Betriebssystems bereit. Das Mac OS X "Lion" übernimmt einige Elemente der mobilen Geräte, wie die Steuerung mit zwei Fingern (Multi-Touch) auf entsprechenden Eingabegeräten oder die Vollbilddarstellung von Anwendungen (Apps).

Das System-Update wird erstmals nicht mehr über CDs vertrieben, sondern als Download über den neuen Mac App Store, zu einem Preis von rund 24 Euro. Zu den Neuerungen gehört auch eine Versionskontrolle bei Dokumenten mit der automatischen Speicherung während ihrer Bearbeitung.

Zugleich gab das Unternehmen am Mittwoch die Aktualisierung seiner beiden Mac-Modellreihen "Air" und "mini" bekannt. Sowohl das besonders dünne Notebook als auch die kompakte Computerbox werden jetzt mit der neuesten Generation von Intel-Prozessoren ausgeliefert. Außerdem unterstützen beide Computer die von Apple als Thunderbolt und von anderen Herstellern als Light Peak bezeichnete Technik für den Anschluss zusätzlicher Geräte. Bisher ist die Auswahl an Thunderbolt-Geräten allerdings noch begrenzt. Apple stellte jetzt einen Thunderbolt-Monitor vor.

Im weiteren Jahresverlauf wird erwartet, dass Apple im Herbst eine neue Version seines Betriebssystems iOS für die mobilen Geräte iPhone, iPad und iPod Touch herausbringt. Zudem startet iCloud - ein Dienst, mit dem Nutzer unter anderem ihre Musik zentral auf Internet-Rechnern speichern und von überall aus abrufen können. Auch eine Neuauflage des iPhone-Handys wird erwartet, voraussichtlich im dritten Quartal.

Apple übertraf mit seiner Quartalsbilanz die Erwartungen der Analysten. Die Aktie schoss nachbörslich um 7 Prozent nach oben und durchbrach erstmals die 400-Dollar-Marke. Apple festigte damit seine Stellung als wertvollstes Technologieunternehmen der Welt mit einem Gesamtwert von annähernd 370 Mrd. Dollar.

Apple ist derzeit so erfolgreich unterwegs wie kaum ein zweites Unternehmen. Zuletzt wirbelte der Konzern mit dem iPad den gesamten Computermarkt durcheinander. "Wir haben jedes iPad verkauft, das wir fertigen konnten", sagte Tim Cook, der die täglichen Geschäfte führt, während Steve Jobs eine krankheitsbedingte Auszeit nimmt. Klar würde dabei der eine oder andere Kunde vom Kauf eines Mac-Rechners abgehalten. "Aber die meisten Kunden kaufen ein iPad statt eines Windows-PCs." Der PC-Absatz schwächelt tatsächlich seit Monaten.

Und Apple will weiter kräftig zulegen. Cook setzt dabei vor allem auf den Milliardenmarkt China. "Wir kratzen nur an der Oberfläche, es gibt unglaubliche Möglichkeiten für Apple dort", sagte Cook. Gerade verhandelt Apple mit dem landesweiten Mobilfunk-Anbieter China Telecom über die Belieferung mit dem iPhone.

Die einzige wirkliche Sorge gilt derzeit der Gesundheit von Steve Jobs. Es ist unklar, was ihm fehlt. Und es ist auch unklar, wann er wiederkommt - und ob er überhaupt wiederkommt. Nach einem Bericht des "Wall Street Journals" vom Dienstag haben sich einzelne Apple-Verwaltungsräte mit Personalvermittlern getroffen, um auszuloten, welcher Manager in Jobs' Fußstapfen treten könnte. In mindestens einem Fall sei auch der Chef eines namhaften anderen Technologiekonzerns angesprochen worden. Jobs schrieb in einer E-Mail an das Blatt: "Ich glaube, das ist Quatsch." (apa)

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