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17.07.2011 apa/Rudolf Felser

S&T-Ausblick durch fehlende Investoren schlechter

Der noch nicht abgeschlossene Investoreneinstieg verschlechtert zunehmend die operative Sanierung und führt insbesondere im zweiten Halbjahr zu einer Verschlechterung von Marktposition und Ergebnisaussichten.

Dies teilte der Vorstand des mit wirtschaftlichen Problemen kämpfenden börsenotierten IT-Dienstleister S&T im nun vorliegenden Quartalsbericht mit. Demnach hat sich der Konzernverlust im ersten Quartals 2011 auf 11,7 Mio. Euro erhöht, nach 7,7 Mio. Euro Verlust im vorangegangenen Geschäftsjahr. Die Gruppe weist ein negatives Eigenkapital von 22 Mio. Euro auf. Die Nettofinanzschulden sind auf 73,8 (66,6) Mio. Euro gestiegen.

Nach Einschätzung des Vorstandes ist trotz der nach wie vor gegebenen Abhängigkeit von den finanzierenden Anleihegläubigern und den Banken die Voraussetzung einer positiven Fortbestehensprognose erfüllt und die Basis für Gespräche mit dem Ziel des Einstieges eines langfristigen und starken Investors gegeben. Die Konzepte in diesem Zusammenhang sehen Eigen- und Fremdkapitalmaßnahmen zur Restrukturierung der Passivseite der Bilanz sowie die Zufuhr von frischer Liquidität vor.

Der Restrukturierungsprozess soll nun bis Ende 2011 abgeschlossen sein. Schwerpunkt ist die österreichische Tochtergesellschaft. Auch alle anderen Konzerngesellschaften inklusive der S&T AG werden auf Potenziale zur Ergebnisverbesserung hin untersucht. Dazu wurden in Abstimmung mit den Banken externe Berater beauftragt. Die plangemäße Umsetzung von Maßnahmen sei wesentlich für den Sanierungserfolg und die Aufrechterhaltung der Finanzierungszusagen der Banken, heißt es.

Die Vereinbarung mit den Banken enthält auch eine Besserungsvereinbarung mit der Verpflichtung, ab dem Erreichen einer Konzerneigenkapitalquote von acht Prozent ein Aufgeld bis zu 20 Prozent des Enterprisevalues zu bezahlen.

FINANZIERUNGSPAKET MIT BANKEN Die Veröffentlichung des Quartalsberichts wurde mehrmals verschoben, ursprünglich sollten die Quartalszahlen bereits Ende Mai, dann Ende Juni publiziert werden. Ende Juni gab der schwer angeschlagene IT-Dienstleister dann bekannt, dass der operative Verlust im 1. Quartal 2011 von 5,9 Mio. auf 6,8 Mio. Euro ausgeweitet wurde. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent auf 66,1 Mio. Euro zurück. Die Sanierungskosten hatten inzwischen das halbe Grundkapital aufgezehrt, was eine außerordentliche Hauptversammlung am 1. Juli notwendig machte.

Mit den Banken wurde im Berichtszeitraum ein Finanzierungspaket vereinbart, dass die Verschiebung der 2011 fälligen Anleihe auf zunächst 1. April 2012 beinhaltet. Die wesentlichen Verlustbringer wurden entweder geschlossen (Deutschland und Schweiz), redimensioniert (Japan) oder einer Sanierung zugeführt (Österreich). Der Verkauf der Tochtergesellschaften in der Ukraine und Moldawien wurde vereinbart und abgeschlossen.

Für Restrukturierungen wurden im ersten Quartal 3,8 Mio. Euro aufgewendet. Im Konzernverlust von 11,7 Mio. Euro sind 2,0 Mio. Euro für aufgegebene Geschäftsbereiche (Moldawien, Ukraine, Schweiz) enthalten. Die Zahlungsmittel gingen um 33 Prozent auf 8,3 Mio. Euro zurück, die Bilanzsumme verringerte sich um 22 Prozent auf 141 Mio. Euro. (apa)

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