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14.07.2011 apa/Rudolf Felser

Siemens und Nokia behalten Netzwerksparte

Siemens und Nokia bleiben auf dem gemeinsamen Netzwerkausrüster sitzen. Die Gespräche mit interessierten Finanzinvestoren seien beendet worden, teilte NSN am Mittwoch mit.

Die bestehenden zwei Eigentümer wollten nun die Wettbewerbsfähigkeit der gebeutelten Tochter weiter steigern, hieß es.Zuletzt hatten sich Kreisen zufolge die Private-Equity-Firmen KKR und TPG sowie Platinum Equity und der US-Telekommunikationsinvestor Gores für einen Anteil an NSN interessiert. Offen ist, ob die Gespräche mit den Finanzinvestoren letztlich am Preis scheiterten.

Hätte Siemens seine Anteile wie zuletzt beim Bestückungsautomatenhersteller SEAS verschenkt, hätte dem Konzern eine milliardenschwere Abschreibung ins Haus gestanden. Während der Gespräche hatte Siemens-Finanzchef Joe Kaeser bereits einen mittelfristigen Börsengang von NSN ins Gespräch gebracht.

"Wir glauben, dass die bestehenden Eigentümer in der besten Position sind, den Wert des Unternehmens weiter zu steigern", zeigte sich NSN-Verwaltungsratschef Olli-Pekka Kallasvuo nun zuversichtlich. Ein Siemens-Sprecher sagte: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass jede neue Inhaberstruktur einen langfristigen Nutzen für NSN bringen muss." Kurzfristig schadete die Nachricht allerdings der Nokia-Aktie. In Helsinki verlor das Papier gut vier Prozent und notierte erstmals seit Jänner 1998 unter vier Euro.

Siemens betont, dass die Finanzinvestoren von sich aus Interesse gezeigt hätten und nicht die Besitzer auf sie zugegangen wären. Konzernchef Peter Löscher will über kurz oder lang aus dem Gemeinschaftsunternehmen aussteigen. Siemens und die Finnen haben sich bis 2013 aneinander gebunden, die weitere NSN-Zukunft ist unklar. Ein Siemens-Sprecher bekräftigt, dass der Münchener Konzern über kurz oder lang aus NSN zurückziehen wolle.

NSN wurde 2007 gegründet und reiht seither einen Jahresverlust an den anderen. Allenfalls auf Quartalsbasis schafft das Unternehmen trotz mehrerer Sanierungswellen und Stellenstreichungen schwarze Zahlen. Die auf den Bau und Betrieb von Telefon- und Datennetzen spezialisierte Firma hat schwer unter der Billigkonkurrenz aus China zu leiden. NSN-Chef Rajeev Suri hat zuletzt mit dem Geldsegen der Mütter die Netzwerksparte von Motorola gekauft, um stärker auf den US-Markt vorzudringen. (apa)

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