Johannes Baumgartner, Fujitsu: "Geht es den Mitarbeitern gut, geht es dem Unternehmen gut" Detail - Computerwelt

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13.07.2011 Christof Baumgartner

Johannes Baumgartner, Fujitsu: "Geht es den Mitarbeitern gut, geht es dem Unternehmen gut"

Fujitsu-Geschäftsführer Johannes Baumgartner im Interview.

Neue Technologien wie Cloud Computing verlangen auch von Unternehmen Flexibilität. Der Konzern Fujitsu hat Anfang des Jahres seine Strategie verändert und legt den Fokus verstärkt auf die Trend-Themen Cloud und Mobilität. Im September 2010 übernahm Johannes Baumgartner die Geschäftsführung von Fujitsu in Österreich. Im COMPUTERWELT-Interview spricht er über den Wert der Mitarbeiter und die Nachfrage nach Tablets.

Fujitsu setzt wie viele andere Unternehmen auf Themen wie Cloud und Mobilität. Was will Fujitsu anders machen? Baumgartner:Die Bereiche, die Unternehmen wie Fujitsu anbieten, gleichen sich immer mehr an. Künftig werden sich die Unternehmen daher Differenzierungsfaktoren schaffen müssen. Ein Punkt, den ich selber steuern kann, ist die Qualität meiner Mitarbeiter. Wenn ich Rahmenbedingungen schaffe, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen, dann habe ich einen absoluten Wettbewerbsvorteil. Wenn ich die internen Reibungsflächen minimiere, kann ich den Wirkungsgrad des Unternehmens steigern. Der Kunde kauft nicht nur das Produkt, er kauft es schließlich auch von Menschen. Darin liegt eine große Chance. Wenn ich mir heute die Themenvielfalt anschaue, siehe Devices oder Cloud, wird es immer wichtiger, dass die Qualität, das Know-how, das von uns beim Kunden ist beziehungsweise zum Kunden kommt, stimmt.

Was tun sie dafür? Ich habe zum Beispiel Kommunikationsregeln eingeführt, bei denen es Zeiten gibt, wo der Mitarbeiter nicht über Mail erreichbar sein muss. Wenn ich erwarte, dass der Mitarbeiter auch am Sonntag auf ein E-Mail antwortet, dann generiere ich Druck. Jeder Mitarbeiter hat außerdem die Möglichkeit, einen Coach zu konsultieren um herauszufinden, wie er am effizientesten arbeiten oder kommunizieren kann. Das kostet das Unternehmen zwar etwas, aber am Ende des Tages hat es einen massiven Vorteil. Wenn es den Mitarbeitern gut geht, dann geht es auch dem Unternehmen gut. Diese Option wird auch sehr stark angenommen.

Wie hat sich der Markt in den letzten Monaten verändert? Was sich in den letzten sechs bis zwölf Monaten stark verändert hat sind die Rahmenbedingungen im Bereich Devices. Vor einem Jahr hat der Kunde gefragt: ‚Es gibt ein Notebook, wie kann ich es einsetzen‘. Heute fragen die meisten Kunden: ‚Ich habe eine Anwendung oder einen Anwendungsfall und welches Device passt dazu‘. Die Device-Vielfalt bringt uns in eine Situation, in der wir viel mehr eine beratende Tätigkeit einnehmen und gemeinsam mit dem Kunden nach Lösungen suchen, die für ihn am besten passen. Hier dreht sich das Bild aus meiner Sicht sehr stark. Es reicht nicht mehr, ein Notebook zu verkaufen. Man muss das Geschäft des Kunden verstehen beziehungsweise verstehen wie dessen Unternehmen funktioniert. Jetzt sind wir wieder beim Mitarbeiter, der dann eine Lösung findet.

Welche Bereiche stärken Sie? Bei Themen wie Cloud, die eine ungeheure Komplexität haben, werden Innovation und Beratung immer wichtiger. Das kann sich der Kunde von einem Unternehmen wie Fujitsu, dass etliche Millionen Dollar pro Jahr in die Forschung steckt, auch erwarten. Im letzten Jahr haben wir deshalb auch im Bereich Beratung investiert, zum Beispiel im Lösungsvertrieb. Der Fokus von Fujitsu wird sich mehr und mehr in Richtung Services verschieben, dass 50 Prozent des Umsatzes in diesem Bereich gemacht werden und die anderen 50 Prozent mit Hardware. Diese Entwicklung passiert natürlich gleichzeitig mit den Bedürfnissen des Marktes. Grundsätzlich sieht sich Fujitsu als Lösungsanbieter. Und es hat Vorteile, dass wir unsere eigenen Produkte haben.

Bleiben wir beim Thema Produkte. Sie haben einen Tablet angekündigt, den Stylistic Q550. Wann wird es den geben? In den nächsten Wochen. Die Nachfrage ist ziemlich groß, vor allem bei Unternehmen, die ein mit Standardsoftware und hohem Sicherheitsanspruch ausgestattetes Device suchen. Wir hätten in Österreich schon einige tausend Stück verkaufen können.

Das Gespräch führte Christof Baumgartner.

Zur Person: Baumgartner kam 2009 zu Fujitsu Österreich und leitete den Bereich »Managed Services & Cloud Computing«. Zuvor war er unter anderem für Atos Origin Österreich als CEO/Country Manager Austria, Alcatel sowie Austrian Airlines tätig. Seine Schwerpunkte waren die Neuausrichtung von Unternehmensbereichen entsprechend der Marktbedürfnisse sowie der Auf- und Ausbau von neuen Geschäftsfeldern speziell im Dienstleistungsbereich. Seit 1. September 2010 hat er die Position des Managing Director Österreich von Fujitsu Technology Solutions inne.

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