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29.06.2011 apa/Rudolf Felser

Infineon Österreich auf Profitabilitäts-Spitze

Die Vorstandsvorsitzende von Infineon Österreich, Monika Kircher-Kohl, sieht die Österreich-Konzerntochter des deutschen Halbleiterkonzerns an der bisherigen Profitabilitäts-Spitze.

Nach der Vollbremsung durch die Krise war auch der Aufschwung entsprechend heftig, beschreibt Kircher-Kohl am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien die Konjunkturzyklen in der Halbleiter-Branche. Das Wachstum werde weitergehen, auch wenn sich die Entwicklung am Halbleitermarkt etwas abschwächt, erwartet die Spitzenmanagerin. Auch im nächsten Jahr werde der Markt "in höherem einstelligen Bereich" wachsen.

"ORDENTLICHE INVESTITIONEN" Mehr als die Hälfte des Geschäfts von Infineon Österreich wird mit asiatischen Kunden gemacht. "Wir profitieren vom Aufschwung in Asien", erläuterte Kircher-Kohl. Die Österreich-Konzerntochter mit Hauptsitz in Villach ist auf Energieeffizienz spezialisiert und konstruiert und baut Chips für Erneuerbare Energie. Der wachsende Markt für Windkraftwerke, Solarenergie und andere Alternativenergien wird von Infineon Österreich mit den entsprechenden Chips ausgestattet. Auch das Umdenken beim Einsatz von Atomkraft habe für einen Innovationsschub in der Erneuerbaren Energie gesorgt. Obwohl Infineon sich als "Grünes Unternehmen" verstehe, hält Kircher-Kohl strengere CO2-Grenzen für die Industrie in Europa nicht für sinnvoll, weil dann z.B. Stahl nur mehr in Asien produziert werde, dort aber unter geringeren Umweltstandards. Stattdessen sollte man bestehende Möglichkeiten ausschöpfen und der Energievergeudung ein Ende setzen, evtl. durch Einführung von höheren Mindeststandards bei Elektrogeräten.

Angesichts der positiven Entwicklung wird bei Infineon Österreich kräftig investiert. Heuer werden wie berichtet 400 Mitarbeiter aufgenommen, ein Teil davon sind Leiharbeiter, die nun zu Stammpersonal werden. 200 Mio. Euro werden in ein neues Forschungsgebäude, neue Forschungs-Jobs und einen neuen Reinraum in Villach gesteckt. "Auch im kommenden Jahr wird noch mal ordentlich investiert", kündigt Kircher-Kohl an. Damit sollen die rund 1.000 Forschungsarbeitsplätze bei Infineon Austria, die es vor dem Verkauf der Telekom-Chip-Sparten gegeben hatte, wieder erreicht werden. Die Mobilfunk-Sparte wurde an den Weltkonzern Intel (Intel Mobile Communications - IMC) übergeben, der Festnetz-Bereich in den Ableger Lantiq ausgegliedert und verkauft.

IMPORT VON TECHNIKERN Der Techniker-Mangel in Österreich bleibt weiterhin Sorge des Unternehmens. Die Ursachen dafür sieht Kircher-Kohl in Versäumnissen in der Bildungspolitik: Die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) müssten so gelehrt werden, dass dafür mehr Verständnis geweckt werde. "Technik braucht ein besseres Image", meint die Kärntnerin, selbst Unterstützerin des Bildungsvolksbegehrens.

Mangels genügend Technikernachwuchs aus Österreich werden viele der Experten im Ausland rekrutiert: Bei Infineon Österreich arbeiten Menschen aus 40 Nationen, die Internationalität ist der Kärntnerin ein großes Anliegen. Um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Kärnten zu locken und auch hier zu halten wurde 2009 der "Carinthian International Club" gegründet, der bei der Neuorientierung helfen soll und Hürden auch für Familienangehörige überbrücken will. Club-Obfrau Kircher-Kohl freut sich über inzwischen 21 Kärntner Unternehmen als Mitglieder.

Bei der Forschungsförderung ist die Spitzenmanagerin mit dem Standort Österreich zufrieden: Forschung und Entwicklung werde hierzulande gefördert, dies entspreche der bei Infineon angestrebten Innovationskultur. Dabei setze man auf langfristiges Denken: Die angehobene Forschungsprämie werde zu 15 Prozent für langfristige Projekte eingesetzt, "wo noch keine Marktanwendung sichtbar ist".

Die Innovationskultur werde auch extern evaluiert. Für ein Halbleiterunternehmen in einem Hochlohnland wie Österreich seien F&E sowie Innovation unverzichtbar, betont Kircher-Kohl. Ab 1. August bekommt der Zweier-Vorstand (Kircher-Kohl und Reinhard Petschacher) Verstärkung: Sabine Herlitschka soll den Kontakt zu internationalen Forschungseinrichtungen wie dem MIT in den USA verbessern und auch auf EU-Ebene noch Förderungspotenzial nutzen.

In der eigenen Karriere denkt die 53-jährige frühere Vizebürgermeisterin von Villach, die immer wieder als Hoffnungsträgerin der SPÖ in Land und Bund gehandelt wird, offenbar derzeit nicht an eine Rückkehr in die Politik. "Ich halte es aber für wichtig, dass Verantwortliche von Unternehmen auch in der Politik mitreden". (apa)

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