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19.05.2011 apa/Rudolf Felser

TA-Aktionäre wollen Klarheit zur Causa Hochegger

Die Telekom Austria musste sich bei der Hauptversammlung in der Wiener Stadthalle kritische Fragen zu den Unternehmenszahlen, zur Causa Hochegger und zum gescheiterten Kauf der Telekom Srbija gefallen lassen.

Einmal mehr betonte Vorstandsvorsitzender Hannes Ametsreiter, dass der Quartalsverlust primär auf Restrukturierungsmaßnahmen im Personalbereich zurück zu führen ist, die sich in Zukunft positiv in der Bilanz niederschlagen werden. Der Personalabbau kommt aber nur schleppend voran. Im Jahr 2010 wurde kein einziger Mitarbeiter gekündigt, weiterhin sind 678 Beamte dienstfrei gestellt. Im Jahr 2040 wird der letzte dieser Beamten das Unternehmen Richtung Pension verlassen haben. 5.423 beamtete Mitarbeiter hat das Unternehmen in Österreich noch. Bis Ende 2010 wurden 25 Mitarbeiter an Fremdfirmen überlassen. 514 Beschäftigte wurden mittels Sozialplan abgebaut. Insgesamt stieg die Zahl der Mitarbeiter der Telekom Austria Group um 3,2 Prozent.

Wie erwartet wurde bei der Hauptversammlung auch die Lobbyingaffäre rund um PR-Mann Peter Hochegger und die ehemaligen Telekom-Vorstände Rudolf Fischer und Gernot Schieszler thematisiert, die mittlerweile zu Telefonüberwachungen und Einvernahmen durch die Justiz geführt hat. Bei dem vermeintlichen Schaden durch die Causa Hochegger könnte es laut Ametsreiter um 7,5 Mio. Euro netto gehen. "Hier haben wir uns mit einer Privatklage angeschlossen", betonte er.

KEINE EXPANSION IN UKRAINE Deutliche Worte kamen zum geplatzten Kauf der Telekom Srbija. Hier gebe es eine klare Aussage Serbiens und derzeit keine Kontakte mit der serbischen Regierung, so der Telekom-Chef. Expansionsschritte in die Ukraine sind nicht geplant, meinte er auf Aktionärsanfrage.

Nichts werden dürfte es auch mit einer weiteren Privatisierung der Telekom Austria, an der der Staat aktuell noch 28,42 Prozent hält. Es gebe hier keinen Privatisierungsauftrag und er rechne auch mit keinem, erklärte der scheidende Aufsichtsratschef Peter Michaelis. Er wird durch den neuen ÖIAG-Boss Markus Beyrer abgelöst.

Ametsreiter betonte, dass die Telekom mit der Kombination aus Festnetz, Mobilfunk und Internet bestens aufgestellt sei. Das Wachstum bei den Kombiangeboten werde weiter gehen, auch werde der Boom beim mobilen Breitband weiter anhalten. Das Geschäft im Ausland entwickle sich großteils ebenfalls gut. Schwierig sei die Marktlage in Kroatien, wo nun bei der Vipnet 130 Mitarbeiter abgebaut werden.

In Österreich wiederum kämpfe die Telekom mit einer investitionsfeindlichen Regulierungspolitik und einem Überangebot an Mobilfunkanbietern. Dabei ließ sich der ehemalige Monopolist das Lobbying und PR-Aktivitäten im Vorjahr 5,6 Mio. Euro kosten. (apa)

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